Zambrano fällt aus, Inui und Occean schwächeln

Jetzt schlägt die Stunde der Reservisten

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Carlos Zambrano (links) im Zweikampf mit dem Stuttgarter Molinaro.

Frankfurt - Heribert Bruchhagen war aus dem warmen Büro nach unten zum Trainingsplatz geeilt, um kurz mit Trainer Armin Veh zu konferieren.

„Zum ersten Mal“ habe er das in dieser Saison getan, sagte der Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Eintracht, „weil ich mich so erschrocken habe. “ Gerade hatte Bruchhagen erfahren, dass Eintrachts bester Abwehrspieler, Carlos Zambrano, lange ausfallen wird. Der Peruaner hat sich bei der 1:2-Niederlage in Stuttgart nach einem Foul von VfB-Verteidiger Molinaro einen Zehenbruch zugezogen und wird zwischen vier und sechs Wochen ausfallen. „Das ist ein großer Verlust“, sagte Bruchhagen. Und Trainer Veh war noch ärgerlicher als zuvor wegen Schiedsrichter Peter Gagelmann. „Auch dieses Foul hat er nicht gepfiffen, es wäre gelb-rot für Molinaro gewesen“, schimpfte Veh, „es passt zu seiner Gesamtleistung. “.

Zum ersten Mal in dieser Bundesligasaison herrscht bei der Eintracht so etwas wie Katzenjammer. Nicht die Niederlage in Stuttgart hat ihn ausgelöst, sondern vor allem ihre Begleitumstände. Denn vor Zambrano war ja schon Pirmin Schwegler ausgefallen. Der Kapitän leidet an einer Adduktorenverletzung. Ob er am Freitag im Heimspiel gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth dabei sein kann, ist fraglich.

Das Heimspiel gegen den Tabellenletzten könnte für die Eintracht nun zu einer ganz komplizierten Angelegenheit werden. „Eines der wichtigsten Spiele der Saison“, sagt Chef Bruchhagen. Mit einem Sieg gegen Fürth könnte die Eintracht eine Woche vor dem Gastspiel bei Bayern München in der Tabelle weiter oben bleiben. Doch ausgerechnet jetzt werden die Frankfurter erstmals von ernsten Personalproblemen geplagt.

Da einige Spieler aus der Stammelf die gute Form des Saisonstarts verloren haben, vor allem die beiden Offensivspieler Takashi Inui und Olivier Occean, könnte gegen Greuther Fürth die Stunde der seitherigen Reservisten schlagen. Karim Matmour, Erwin Hoffer und auch Benjamin Köhler warten schon lange auf eine Chance. In der Abwehr wird Vadim Demidov für Zambrano spielen. Nach Wochen der relativen personellen Sorglosigkeit wird sich nun zeigen müssen, welche Substanz der Kader der Eintracht in der Breite hat.

sp

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