Eintracht Frankfurt

Jovic-Rückkehr zur SGE: „Alle Parteien sind Gewinner“

„Da bin ich wieder“: Stürmer Luka Jovic soll heute den Medizincheck in Frankfurt absolvieren.
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„Da bin ich wieder“: Stürmer Luka Jovic soll heute den Medizincheck in Frankfurt absolvieren.

Gefühlschaos pur bei Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt. Zur Enttäuschung über das Aus in der 2. Pokal-Runde und der Kritik am Schiedsrichter gesellt sich die Freude über die Rückkehr von Luka Jovic. Leichte Entwarnung gibt es bei einem anderen Hoffnungsträger.

Frankfurt – Es war gefühlt ein Halbfinale und doch war es erst die zweite Runde. Umso ärgerlicher war das frühe „Aus“ der Frankfurter Eintracht im DFB-Pokal bei Bayer Leverkusen. „Wir haben eine gute Chance liegen gelassen, weiterzukommen“, ärgerte sich Trainer Adi Hütter nach der 1:4 (1:1)-Niederlage. Der Frankfurter Trainer empfahl die Schuld „bei uns selbst zu suchen“. Die Kritik an Schiedsrichter Christian Dingert, der die Frankfurter bei den ersten beiden Gegentoren benachteiligt hatte, klang aber ebenso durch. Es gab weiteren Grund zum Ärger, aber auch zur Freude. So hatte die Verletzung und Auswechslung von Amin Younes entscheidend zur Niederlage beigetragen. „Er war bis dahin unsere Triebfeder“, sagte Hütter. Überlagert wurde vieles von der Nachricht, dass es der Eintracht gelingen wird, ihren Torjäger Luka Jovic von Real Madrid zurückzuholen.

Am Dienstag hatte Hütter mit Jovic telefoniert. „Er hat alles daran gesetzt, dass er nach Frankfurt kommen kann“, sagte der Coach, „ich habe mich sehr gefreut, ihn wieder zu hören, und er sich auch.“ Gestern Abend wurde Jovic in Frankfurt erwartet, heute soll er den Medizincheck absolvieren und den Vertrag bis Saisonende unterschreiben. Die Eintracht hat keine Kaufoption, was finanziell auch utopisch wäre. Aber ein Hintertürchen bleibt. „In Zeiten der Pandemie ist die Leihe sehr vernünftig“, sagte Sportboss Fredi Bobic, „alles andere können wir noch überdenken“.

Die Konditionen: Real Madrid, das Jovic im Sommer 2019 für 63 Millionen Euro geholt hatte, übernimmt weiter rund die Hälfte des Gehalts bis zum Juni, Jovic verzichtet auf einige hunderttausend Euro und die Eintracht setzt einen Teil der Ablöse ein, die sie für Bas Dost vom FC Brügge erhalten hat (vier Millionen Euro). „Wir sind sehr glücklich mit den getroffenen Regelungen“, so Bobic, „Real ist uns sehr entgegengekommen, alle Parteien sind Gewinner.“

Gerade in Leverkusen hat sich gezeigt, dass die Eintracht in der Sturmspitze zu dünn besetzt ist. Nicht immer läuft es mit André Silva als Alleinunterhalter. Der Portugiese hatte die „Hundertprozentige“ zum 2:0 vergeben. „Das war eine Schlüsselszene“, mäkelte Hütter, „das Tor hätte er machen oder den Ball abspielen müssen.“ Als die Eintracht später einem Rückstand nachlief, konnte Hütter nur noch Abwehr- oder Mittelfeldspieler einwechseln.

Eine weitere Schlüsselszene war die Auswechslung von Younes, dem bis dahin überragenden Spieler auf dem Platz. Zweimal war der Ex-Nationalspieler von Kerem Demirbay getroffen worden. Am Ende waren die Schmerzen im Sprunggelenk und auf dem Spann so stark, dass es nicht weiterging. Eine „strukturelle Verletzung“ liege nicht vor, gab die Eintracht bekannt. Dennoch heißt es zittern, ob es Younes bis Sonntag (18 Uhr) gegen Schalke schafft.

Die Fouls von Demirbay an Younes wurden vom Schiedsrichter nicht sanktioniert. Zwei von vielen Fehlern. Dingert wirkte ohne Video-Assistenten hilflos, pfiff einen mehr umstrittenen Handelfmeter (Durm) und erkannte ein Abseitstor zum 2:1 an. Beides wäre beim Einsatz des VAR nicht gültig gewesen. Doch im Pokal gibt es erst ab dem Viertelfinale die Video-Hilfe. „Es ist schade, dass beim DFB am VAR gespart wird“, schimpfte Bobic. „Da waren Knackpunkte dieses Spiels“, so Hütter, „Herr Dingert hatte keinen guten Tag.“

Ob es für die Eintracht im Rückblick trotzdem ein guter Tag war? Könnte sein, denn die Leistung hat Mut gemacht. Es bleiben aber Fragezeichen. Zum einen wurde deutlich, dass Tuta bei allem Talent so bald kein wirklicher Ersatz für David Abraham sein wird, der am Sonntag sein letztes Spiel macht. Zum anderen fehlt es dem einen oder anderen aus der zweiten Reihe (Zuber, Ilsanker, auch Touré) an Klasse, um helfen zu können. Im Angriff könnten die Probleme mit einem Schlag, mit Rückkehrer Luka Jovic, gelöst werden. (Von Peppi Schmitt)

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