Kopfballstarker und schneller Stürmer

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Der Algerier Rafik Soheir Djebbour.

Belek ‐ Michael Skibbe strahlte mit der Sonne am türkischen Mittelmeer um die Wette. Der Trainer von Eintracht Frankfurt wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den von ihm für die Rückrunde so vehement geforderten neuen Stürmer bekommen. Von Peppi Schmitt

Gleich nach dem Vormittagstraining gestern überbrachte der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen dem Trainer noch auf dem Platz die Nachricht, dass eine der „verfolgten Spuren“ zum Ziel geführt habe. Mündlich hatte sich Bruchhagen unmittelbar zuvor mit Vertretern von AEK Athen über den Transfer von Rafik Soheir Djebbour geeinigt. „Wenn die mündlichen Absprachen auch schriftlich bestätigt werden, wird es klappen“, sagte der Eintracht-Chef. Der 25 Jahre alte Djebbour, in Frankreich geboren und für Algerien international im Einsatz, soll schon heute im Eintracht-Trainingslager in Belek anreisen und einen Vertrag unterschreiben.

Die jüngsten Statistiken Djebbours sind durchaus positiv. Für Panionios Athen hat er in 45 Pflichtspielen in Griechenland 20 Tore erzielt, für AEK Athen in 34 Spielen zehn Tore. Und in zehn Länderspielen für Algerien hat er dreimal getroffen. Michael Skibbe beschreibt den Stürmer als „kopfballstark mit guter Schnelligkeit und einem ordentlichen Abschluss“. Djebbour ist 1,86 Meter groß und hat seine Ausbildung im Jugendinternat des französischen Spitzenklubs AJ Auxerre genossen. Über den belgischen Klub AA Louviere war er im Juli 2005 nach Griechenland zu Ethnikos Asteras gewechselt. Im Januar 2006 ging er dann zu Atromitos Athen, im Januar 2007 zu Panionios Athen, und im Sommer 2008 wechselte er für 2,9 Millionen Euro Ablöse zum Traditionsklub AEK Athen.

Skibbe überzeugt von gutem Fang

So viel Geld wird die Eintracht jetzt nicht bezahlen. Zunächst soll Djebbour bis zum Saisonende ausgeliehen werden, anschließend soll eine Kaufoption greifen. Die Leihgebühr soll 250.000 Euro betragen, die später folgende Ablösesumme angeblich 2,5 Millionen Euro. Djebbour hat längere Zeit nicht mehr gespielt, weil er sich mit AEK-Trainer Dusan Bajevic überworfen hat. Auch deshalb steht er nicht im Aufgebot Algeriens für den Afrika-Cup im Januar und könnte damit sofort für die Eintracht in der Bundesliga spielen.

Obwohl Skibbe den Spieler bisher nur auf „mehreren Videos“, aber nicht persönlich live gesehen hat, ist er überzeugt, einen guten Fang zu machen. „Ich habe mich bei Ewald Lienen informiert, der ihn längere Zeit trainiert hat“, so der Eintracht-Coach. Lienen, aktuell Trainer bei 1860 München, arbeitete davor für Panionios Athen und kennt Djebbour deshalb genau. Skibbe: „Wir haben nur gute Informationen erhalten.“

Vergeblich um Diouf bemüht

Nach dieser Entwicklung wird Karlo Primorac von NK Osijek wohl ziemlich sicher nicht verpflichtet. Der kroatische Stürmer trainiert in Belek mit der Mannschaft, konnte sich bisher aber nicht wirklich empfehlen. Bevor Djebbour in die Favoritenrolle gekommen war, hatte sich die Eintracht intensiv, aber vergeblich um den von Manchester United an den FK Molde (Norwegen) ausgeliehenen Senegalesen Mame Biram Diouf bemüht. Nun wird also Djebboure wohl der neue Eintracht-Stürmer, vorausgesetzt auch die medizinischen Untersuchungen verlaufen zufriedenstellend.

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