Eintracht sucht jetzt auch Vertreter für Fabián

Kovacs Auftrag im DFB-Pokal: Siegen in Siegen

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Frankfurt - 77 Tage nach dem Pokalfinale von Berlin startet die Frankfurter Eintracht mit dem Pokalspiel bei der TuS Erndtebrück (Samstag, 15.30 Uhr in Siegen) in die neue Saison. Von Peppi Schmitt

"Es ist schön, dass es wieder losgeht", sagt Trainer Niko Kovac, "ab jetzt geht es ans Eingemachte." Der Frankfurter Trainer lässt keine Zweifel, was er von seiner Mannschaft erwartet. "Wir sind der Favorit und ich will, dass wir das auch im Ergebnis sehen", fordert Kovac. Seine Mannschaft sei nach zwei Trainingslagern und insgesamt acht Testspielen gut vorbereitet. Alle hätten "sehr fleißig" gearbeitet, attestiert er den Spielern, die Frische "in Kopf und Beinen" sei zurück. Was gegen den Regionalligisten aus dem Siegerland zu beweisen ist.

Personelle Probleme gibt es bei der Eintracht, doch für das Spiel gegen die Amateure kann dies keine Entschuldigung für eventuell schwächere Leistungen sein. Natürlich fehlen die Langzeitverletzten Alex Meier, Omar Mascarell und Marco Fabián und auch Carlos Salcedo ist noch nicht einsatzfähig. Zudem habe David Abraham "ein wenig gekränkelt". Bei Jonathan de Guzman war der Frankfurter Trainer in den letzten Tagen hin- und hergerissen. Nun hat er sich entschlossen, den holländischen Neuzugang nach überstandener Adduktorenverletzung zunächst einmal auf die Bank zu setzen. Nächste Woche beim Ligastart in Freiburg könnte de Guzman wichtiger sein. So ist es durchaus möglich, dass mit Gelson Fernandes und Sebastien Haller nur zwei der insgesamt zwölf Neuzugänge in der Anfangsformation stehen werden. Freilich hat sich Kovac dazu nicht öffentlich geäußert. Die Vorbereitung aufs Pokalspiel soll genauso ablaufen wie auf jedes Bundesligaspiel, also auch mit der üblichen Geheimnistuerei unter der Woche beim Training und in Bezug auf die Aufstellung. Nahe dran an einem Einsatz sind mit Daichi Kamada und Jetro Willems noch zwei weitere Neue.

Marcel Tisserand ein Kandidat

Wie es so seine unaufgeregte Art ist, hat der Frankfurter Trainer im Laufe der offiziellen Pressekonferenz eher "en passant" noch weitere Neuigkeiten verkündet. Zum einen sind die Frankfurter nicht mehr nur auf der Suche nach einen Innenverteidiger, der Ingolstädter Marcel Tisserand (24) könnte ein Kandidat sein, sondern nach dem mindestens zweimonatigen Ausfall von Spielmacher Fabián (Rücken) auch nach einem weiteren offensiven Mittelfeldspieler. "Marcos Ausfall ist sehr schade", sagt Kovac, "wir wissen, dass wir etwas machen können und wollen." Die Eintracht würde sich umschauen. Allerdings müssten wie immer die sportlichen Ansprüche mit den wirtschaftlichen Möglichkeiten in Einklang gebracht werden. Sportvorstand Fredi Bobic und Manager Bruno Hübner würden "hart arbeiten", um weitere Alternativen zu schaffen.

Fall Hradecky: „Ein Mann, ein Wort“

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Die gleiche Arbeitsintensität legen sie im "Fall Hradecky" an den Tag. Da stellten sich die Fakten wie folgt dar: Die Eintracht und der Spieler sind sich einige geworden über die Fortsetzung der gemeinsamen Zusammenarbeit. Doch die Finalisierung der Vereinbarungen scheitert seit Tagen daran, dass Hradeckys Vater Vladimir, der die Verhandlungen auf Spielerseite führt, nicht zu geplanten Gesprächen erschienen ist. Also doch wieder neue Spekulationen? "Wir haben alles getan, der Ball liegt nun bei Lukas", sagt der Eintracht-Trainer, dem es inzwischen unangenehm ist, "immer den gleichen Brei zu erzählen." Wohl auch deshalb hat Kovac ein klein wenig mehr aus seinen persönlichen Gesprächen verraten. Er selbst habe mit Hradecky ein Vier-Augen-Gespräch mit dem Ergebnis geführt, dass dieser bleibt. "Ich weiß, was er mir gesagt hat", versichert Kovac, "und bei mir gilt: Ein Mann ein Wort." Hradecky hat dem Trainer also ein Versprechen gegeben, das der Trainer wörtlich nimmt. "Da brauche ich keinen Vertrag, so lebe ich seit 46 Jahren." Er hoffe, dass die Verträge nun bald unterschrieben würden, "dann haben alle einen Benefit davon."

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Das Spiel in Siegen wird durch die Causa Hradecky sicher nicht beeinflusst. Unter den 12.000 Zuschauern, so viele Karten wurden bislang verkauft, werden gut die Hälfte aus Frankfurt sein. Die Eintracht wird mit Trauerflor spielen, nachdem der langjährige Betreuer Helmut Krivan, letzte Woche noch gegen den FSV im Einsatz, vor wenigen Tagen im Alter von 75 Jahren gestorben ist.

Eintarcht Frankfurt: Hradecky - Chandler, Abraham, Russ, Willems - Wolf, Fernandes, Hasebe, Gacinovic - Hrgota, Haller

Bank: Zimmermann, da Costa, Tawatha, de Guzman, Besuschkow, Kamada, Jovic

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