Eintracht Frankfurt

Leistung stimmt bei Eintracht Frankfurt, aber der Ertrag nicht

Knackpunkt des Spiels: Schiedsrichter Benjamin Cortus schickt David Abraham (leicht verdeckt) vom Platz.
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Knackpunkt des Spiels: Schiedsrichter Benjamin Cortus schickt David Abraham (leicht verdeckt) vom Platz.

Die Frankfurter Eintracht macht es sich nicht leicht. Nach dem unglücklichen 3:3 gegen Borussia Mönchengladbach schwankt die Stimmung zwischen Frustration und großer Hoffnung, zwischen Selbstkritik und Stolz.

Frankfurt – Gefangen im Gefühlschaos: So lässt sich die Gemütslage der Frankfurter Eintracht beschreiben. Nach einer über weite Strecken ausgezeichneten Leistung reichte es gegen Gladbach nur zu einem unglücklichen Remis. Bis zur 90. Minute waren die Frankfurter dem ersten Sieg nach acht Spielen ganz nahe, dann vermasselten sie sich das herbeigesehnte Erfolgserlebnis mit dummen Aktionen. „Wir ärgern uns über das Ergebnis, weil wir eine tolle Leistung gezeigt haben“, sagte Trainer Adi Hütter, „es ist schade, dass wir dieses Spiel nicht als Sieger beendet haben.“ Es ehrt den Frankfurter Trainer, dass er im Gegensatz zum Mönchengladbacher Kollegen Marco Rose die indiskutable Leistung des Schiedsrichters kaum thematisierte.

Hütter hatte Grund zum Ärger. Und zur Freude. Die Schlussphase des Spiels war maximal unglücklich für die Frankfurter verlaufen. Der Platzverweis von David Abraham in der 81. Minute war der Knackpunkt. Erst danach kamen die Gäste, die bis dahin nach der Pause keinen Schuss aufs Frankfurter Tor abgegeben hatten, zurück in die Partie. Beide Gelben Karten für den Eintracht-Kapitän waren umstritten, vor allem, weil Schiedsrichter Benjamin Cortus, permanent unter Druck gesetzt von der Gladbacher Bank, nach einer falschen Entscheidung im Vorfeld des 2:1 für die Eintracht, unterschiedliche Maßstäbe angelegt hatte. Als Breel Embolo Sebastian Rode zu Boden stieß, hätte es „Rot“ geben können, gab es aber nicht. Als Lars Stindl in der Nachspielzeit an der Mittellinie Dominik Kohr fällte, entschied der Referee auf Vorteil für die Eintracht, wo es keinen Vorteil gab. Der Elfmeter allerdings, der die Partie in der 90. Minute zum Kippen brachte, war berechtigt. Aymen Barkok hatte sich im eigenen Strafraum nach einem technischen Fehler gegen Embolo dumm angestellt. „Daran tragen wir selbst schuld“, sagte Hütter.

Barkok war die Personifizierung dieses Spiels. Der junge marokkanische Nationalspieler hatte ein fantastisches Tor zum 3:1 erzielt, als er den Ball durch die Gladbacher Abwehr „gestreichelt“ und dann sicher vollendet hatte. Er hatte Silvas 2:1 vorgelegt. Aber er hatte eben auch die Borussia zurück ins Spiel gebracht. „Aymen gebührt ein großes Kompliment, nicht nur wegen seines Tores. Er hat gekämpft, ist viel gelaufen, phänomenal“, lobte der Trainer, „der Fehler beim Elfmeter ändert aber nichts an der Bewertung seiner Leistung.“ In Unterzahl stand die Eintracht nach dem Anschlusstreffer mit dem Rücken an der Wand und musste noch in der fünften Minute der Nachspielzeit den unverdienten Ausgleich hinnehmen.

So schwer diese Wochen für die ganze Mannschaft sind, so schwer sind sie für den Trainer. Hütter hatte sich gegen Gladbach für eine offensive Aufstellung entschieden. Hinter der einzigen Spitze André Silva, mit seinen Saisontoren acht und neun erneut überragend, spielte eine offensive Dreierkette mit Barkok, Younes und Kostic. Das klappte, brachte Spielkultur und Mut zurück ins Team. Auch die Abwehr um den zurückgekehrten Libero Makoto Hasebe stand lange Zeit. Hütter hatte vieles richtig gemacht. Und dann ist ihm kurz vor Ende doch ein folgenschwerer Fehler unterlaufen. Die eingewechselten Daichi Kamada und Danny da Costa sollten für Entlastung sorgen und haben es nicht geschafft. Gerade der Auftritt des Japaners, der sich nicht einmal bemühte, den Frust über die Reservistenrolle zu verbergen, dürfte Hütter die Zornesröte ins Gesicht getrieben haben. Und der Trainer wird schnell gemerkt haben, dass er besser Bas Dost gebracht hätte, um den Sieg über die Zeit zu bringen.

So fiel sein Urteil nach dem achten Remis im zwölften Spiel ausgewogen aus. „Die Leistung stimmt mich optimistisch, dass wir bald wieder gewinnen werden, auch wenn es nach neun Spielen ohne Sieg natürlich Zeit wird, dass wir uns belohnen.“ Die letzte Chance auf einen Dreier in diesem Jahr bietet sich an diesem Samstag beim FC Augsburg. (Von Peppi Schmitt)

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