Torwart Oka Nikolov

Lieber Buch als Playstation

Freut sich „unglaublich“ auf die Bundesliga: Torwart Oka Nikolov spielt seit 1991 für die Frankfurter Eintracht.
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Freut sich „unglaublich“ auf die Bundesliga: Torwart Oka Nikolov spielt seit 1991 für die Frankfurter Eintracht.

Feldkirchen (sp) - Ist es das 40. oder schon das 50. Trainingslager, das er mitmacht? Oka Nikolov weiß es nicht, er hat sie nicht gezählt, die Vorbereitungscamps.

Seit 1991 spielt er für die Frankfurter Eintracht, mal wurden die konditionellen Grundlagen auf Sylt oder im hessischen Grünberg gelegt, im Winter auch in Portugal, der Türkei oder Katar, meistens aber in Österreich. So wie jetzt. In Feldkirchen in der Nähe von Linz, an der Donau gelegen, haben die Frankfurter Quartier bezogen.

Und der 38 Jahre Nikolov ist immer noch mitten drin. Wieder kämpft er um seinen Platz zwischen den Pfosten, diesmal gegen den neuen Herausforderer Kevin Trapp. Andere vor dem 22 Jahre alten Trapp hatten es vergeblich versucht, den „ewigen Oka“ zu verdrängen. Markus Pröll war’s mal kurzzeitig gelungen, aber eben nicht langfristig. So wenig wie Ralf Fährmann, Thomas Kessler und noch ein paar andere.

Da ist es kein Wunder, dass es Nikolov ganz gelassen angehen lässt. Natürlich sei die Vorbereitung „anstrengend wie immer“ und eben so selbstverständlich falle es ihm im gesegneten Torwartalter schwerer die Einheiten zu verkraften wie als junger Hüpfer. Grundsätzlich aber gilt, „dass ich mich total wohlfühle und es genieße, dabei zu sein.“

Oka Nikolov teilt sich das Zimmer mit Sonny Kittel

Nikolov ist am längsten dabei, natürlich, trotzdem freut er sich „unglaublich“ auf die Bundesliga. „Es ist einfach schön, sich mit den Besten zu messen“, sagt er, „die erste Liga ist schon was anderes.“ Große Gedanken um die sportliche Zukunft macht sich Nikolov nicht. „Ich denke von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr“, sagt er.

Torwarttrainer Moppes Petz bescheinigt Nikolov eine gute Verfassung. „Ab und zu gebe ich ihm einen Tag frei“, sagt Petz, „das hat er sich in diesem Alter verdient.“ Kein Trainer der Welt würde die Spielweise des dienstältesten Torwarts der Bundesliga mehr verändern. „Er weiß, was er kann“, sagt Petz, „und er weiß, was er zu tun hat.“ Die Entscheidung, wer kommende Saison das Eintracht-Tor hüten wird, ist noch nicht gefallen.

Seit zwei Jahren teilt Nikolov das Zimmer mit dem 19 Jahre alten Sonny Kittel. Der Respekt zwischen dem Routinier und dem genau halb so alten Talent ist groß. „Sonny ist ein richtig guter Junge“, sagt Nikolov, „ich war in seinem Alter nicht so ehrgeizig, auch nicht so selbstkritisch.“ Beide ergänzen sich im täglichen Zusammenleben auf engstem Raum gerade durch ihre Gegensätze. Nikolov nimmt auch mal ein Buch zur Hand, Kittel sitzt an der Playstation.

Im Kampf gegen den drohenden Zuschauerausschluss wird es für die Eintracht am Montag ernst. Dann tagt das DFB-Bundesgericht.

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