Maßlose Enttäuschung

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Frankfurter Passivität. Vier Eintracht-Spieler (von links: Spycher, Russ, Ochs und Schwegler) schauen unbeteiligt zu, wie der Schalker Joel Matip das 1:0 für die Gäste köpft.

Frankfurt ‐ Nach der 1:4-Niederlage gegen den FC Schalke 04 hat Michael Skibbe deutliche Worte gefunden. Die waren diesmal ausschließlich an die Spieler der Frankfurter Eintracht gerichtet. Von Peppi Schmitt

Die Vereinspolitik hat der Trainer diesmal außen vor gelassen. „Ich bin maßlos enttäuscht. Wir haben genau das Gegenteil von dem gemacht, was wir uns vorgenommen hatten.“ Seine Mannschaft habe „unter Niveau“ gespielt.

Die Eintracht hat sich eine Rückfall in Zeiten geleistet, die längst überwunden schienen. Die Eintracht hat so agiert wie in der vergangenen Saison, ängstlich, unkonzentriert, nachlässig. Dies galt vor allem für die erste Halbzeit, aber auch für die Schlussphase des Spiels. „Natürlich haben wir über die Schalker Standards gesprochen“, sagte der Trainer, „wir haben sogar Videos davon gezeigt.“ Ganz sicher haben die Eintracht-Profis auch hingeschaut, doch ebenso sicher hat ihnen diesmal die Klasse gefehlt, um den Schalkern gerade in deren Paradedisziplin Paroli bieten zu können. Nach einem kurz ausgeführten Eckball konnte Joel Matip das 1:0 köpfen, nach einem Freistoß Benedikt Höwedes das 2:0. Im Grunde war das Spiel nach einer Viertelstunde verloren.

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„Manchmal ist das auch schwer zu verteidigen“, suchte Skibbe eine Entschuldigung für seine Spieler. Der grundsätzliche Fehler habe darin gelegen, überhaupt so viele Standards zugelassen zu haben. „Ich war richtig bedient“, sagte der Eintracht-Trainer. Pirmin Schwegler hatte den Eckball einigermaßen dämlich verursacht, Christoph Spycher den Freistoß ziemlich unnötig. Und dann hatte der Ärger seinen Lauf genommen. „Wir sind nur hinterhergelaufen, haben nur reagiert, nicht agiert.“ Wie „Scheibenwischer“ seien seine Spieler nur den Bewegungen des Balles gefolgt, zürnte Skibbe. In der Halbzeit hat er dies seinen Spielern gesagt, ziemlich laut.

Die Eintracht kehrte nach der Pause ins Spiel zurück. Alexander Meier traf zum 1:2. Und die Frankfurter hätten durch Ochs und Meier auch den Ausgleich schaffen können. Stattdessen gab es ein Kontertor durch Ivan Rakitic und einen weiteren Gegentreffer durch Kevin Kuranyi. „Wir sind trotzdem einen Schritt weiter als in der Vorrunde“, schloss der Trainer aus der Leistung der zweiten Halbzeit. Der Ertrag aber ist gleich. Gegen Hamburg, Stuttgart und Schalke hat die Eintracht einen Punkt geholt, in der Vorrunde wie in der Rückrunde.

Die Träume vom Europapokal sind zerplatzt, weil gegen die Großen die Qualität dann doch nicht reicht. „Die Ergebnisse zeigen, dass wir noch weit entfernt sind“, sagt Skibbe, „wir haben reichlich daran zu arbeiten, unser Saisonziel zu erreichen“. Das sind 46 Punkte, aktuell hat die Eintracht 35.

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