Wahl auf Mitgliederversammlung

Peter Fischer bleibt Präsident bei Eintracht

+
Peter Fischer

Frankfurt - Die Mitgliederversammlung der Eintracht zog sich hin und blieb am Ende ohne Überraschung. Peter Fischer bleibt Präsident des Vereins.

Peter Fischer bleibt Präsident der Frankfurter Eintracht. Bei der mit Spannung erwarteten Mitgliederversammlung setzte sich der amtierende Präsident gegen Herausforderer Reiner Schäfer, früherer Geschäftsführer der Eintracht, durch. Der Andrang am Riederwald in Frankfurt war so groß, dass die Versammlung mit 50-minütiger Verspätung begann. Insgesamt waren 988 Mitglieder gekommen, durch Vollmachten betrug die Anzahl der Stimmberechtigten 1247 Mitglieder. Cheftrainer Thomas Schaaf war mit seinen Assistenten ebenso anwesend wie ein Großteil der Profis um Toptorjäger Alexander Meier.

Im Laufe der Mitgliederversammlung, die letztlich fast neun Stunden dauerte, zeichnete sich deutlich ab, dass Fischer die Oberhand behalten würde. Er hatte den Raum im Griff und wurde nach seiner abschließenden Rede mit Standing Ovations gefeiert. Schäfer sah schließlich seine Chancenlosigkeit ein und zog kurz vor der geplanten geheimen Wahl seine Kandidatur zurück, um das Prozedere zu verkürzen. Bei der nun öffentlichen Wahl erhielt Fischer nur vereinzelte Gegenstimmen. Der 58-Jährige Fischer steht damit seit 2000 an der Spitze des Eintracht Frankfurt e.V. Erstmals seit seinem Amtsantritt hatte er einen Gegenkandidaten.

Aktuelle Bilder von der Mitgliederversammlung

Mitgliederversammlung der Eintracht

Schäfer hatte Fischer im Vorfeld unter anderem „Misswirtschaft“ vorgeworfen. Fischer wies die Vorwürfe in seiner rund einstündigen Rede zurück. Er sprach vielmehr von einer „beachtlichen und erfolgreichen“ Entwicklung des Vereins. Nach zwei „komplizierten“ Jahren befinde sich der Verein wieder „im Aufwind“, sagte Fischer, der stolz verkündete, dass die Eintracht nun 30.533 Mitglieder habe. Auch finanziell sei der Verein auf einem guten Weg. „Der Turnaround ist geschafft“ sagte Fischer. Die Vorwürfe seines Kontrahenten Schäfer, er habe den Verein durch falsche Entscheidungen in Steuerfragen in eine schwierige Situation gebracht, wies Fischer zurück. Er wolle mit diesem „Mythos“ aufräumen, rief er den Mitgliedern zu.

Fischer bekommt monatlich 4000 Euro

Der Verein hat im Geschäftsjahr 2013/14 einen Jahresüberschuss von rund 350.000 Euro erwirtschaftet. Dieses Ergebnis präsentierte der für die Finanzen zuständige Vizepräsident Thomas Förster. Das Vereinsvermögen sei dadurch auf rund 735.000 Euro gestiegen. Die Verbindlichkeiten seien hingegen von etwa 13,5 Millionen Euro auf etwa 10,5 Millionen Euro reduziert worden. Der Verein befinde sich zwar „nach wie vor in einer schwierigen Lage“, sei aber auf einem guten Weg. Der Vizepräsident griff Schäfer heftig an. „Herr Schäfer wollte den Präsidenten Peter Fischer diskreditieren, aber er hat den Verein beschädigt. Und dafür gehört er abgestraft“, sagte Förster. 

Auch Sylvia Schenk von Transparency International Deutschland wurde von Förster kritisiert. „Unseren Verein mit der FIFA und Herrn Blatter zu vergleichen, ist peinlich“, sagte der Vizepräsident. Schenk hatte für die Versammlung unter anderem einen Antrag gestellt, wonach die Aufwendungen für das Präsidium offengelegt werden sollen. Förster griff diesem Antrag auf der Versammlung vor und erklärte, dass Präsident Fischer für seine Tätigkeit in Tochtergesellschaften des Vereins monatlich 4000 Euro bekomme. Hinzu kämen 9000 Euro an Auslagen pro Jahr.

Unterdessen wurde das Verwaltungsratsmitglied Christian Geiser aus dem Gremium abgewählt. Damit schwanden die ohnehin geringen Chancen von Schäfer. Geiser war von Schäfer in seinem Team als Vizepräsident vorgesehen. Gegen Geiser hatte es bei der Mitgliederversammlung einen Abwahlantrag gegeben, weil dieser im Verwaltungsrat zunächst verschwiegen hatte, dass er im Team von Schäfer antreten werde. Die Kritiker warfen ihm deshalb einen Interessenkonflikt vor. Schließlich gehörte Geiser im Vorfeld der Versammlung auch dem Wahlausschuss an, dem sich sowohl Fischer als auch Schäfer vorstellen mussten.

Weitere Informationen zur Mitgliederwahl lesen Sie morgen in der Printausgabe der Offenbach-Post und auf op-online.de.

(dpa/dani)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare