Scepovic aus Gijon ein Kandidat

Nach Nacktfoto verzichtet Eintracht auf Bendtner

Stefan Scepovic (Sporting Gijon) steht auf der Wunschliste von Eintracht-Manager Bruno Hübner. Der 24-jährige Stürmer hat sechs Länderspiele für Serbien bestritten.
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Stefan Scepovic (Sporting Gijon) steht auf der Wunschliste von Eintracht-Manager Bruno Hübner. Der 24-jährige Stürmer hat sechs Länderspiele für Serbien bestritten.

Donaueschingen -„In dieser Woche passiert etwas!“ Das hat Bruno Hübner heute gegenüber dieser Zeitung gesagt. Der Sportdirektor der Frankfurter Eintracht ist wild entschlossen, endlich Ergebnisse auf dem Transfermarkt zu präsentieren.

„Der Knoten wird jetzt schnell platzen“, verspricht er. Insgesamt drei Profis für die Offensive sollen nun bald kommen. Eine heiße Spur führt nach Spanien zu Sporting Gijon. Von dort will Hübner offenbar den 24 Jahre alten Serben Stefan Scepovic holen. Laut spanischer Medien hat Hübner 1,5 Millionen Euro geboten. Der 1,86 Meter große Nationalspieler hat in der zweiten spanischen Liga in 39 Einsätzen 23 Treffer erzielt. Unklar sind die Vertragsrechte. Angeblich hat Gijon ihn nach der Ausleihe von Partizan Belgrad „gekauft“. Dann wäre eine Ablöse fällig.

Geplatzt ist die Verpflichtung von Nicklas Bendtner. Sportlich hätten sich die Frankfurter gerne für den dänischen Nationalspieler entschieden, doch dessen öffentliche Auftritte,zuletzt ein über „Instagram“ gepostetes Nacktfoto mit einem BH als einzigem Kleidungsstück, hat so abschreckende Wirkung, dass der Transfer nun vom Tisch ist.

Thomas Schaaf sehnt die Neuen herbei. Er arbeitet mit seinen Stab wie verrückt, er gibt sich auf allen Feldern unglaublich viel Mühe, er erklärt, er experimentiert, er sucht Lösungen für die Spieler. „Es war viel besser als gegen Waldhof“, hat er nach dem 1:2 gegen den russischen Erstligisten Terek Grozny gesagt, „die zweite Halbzeit haben wir nicht verloren.“ Beides stimmt, aber beides hat die Eintracht und ihn nicht wirklich weiter gebracht. All das, was eine Vorbereitung ausmacht, steht bei den Frankfurtern in diesen Tagen in Frage. Es herrscht keine Aufbruchstimmung, vom Einspielen einer Mannschaft kann überhaupt keine Rede sein. Und die jüngsten negativen Erlebnisse und Ergebnisse machen es keinem einfacher. „Es ist einfach schade, dass wir keine Bestätigung für die Arbeit bekommen“, gibt Schaaf zu.

Eintracht Frankfurt: Erstes Training unter Thomas Schaaf

Der 53 Jahre alte Coach konnte personell zuletzt nicht mehr reagieren. Mit Ausnahme des zweiten Torwarts Felix Wiedwald und Bamba Anderson und Johannes Flum, hatte Schaaf gegen Grozny keine Profis mehr zum Einwechseln. Für Alexander Madlung, Alexander Meier, Constant Djakpa, der nach der WM quasi ohne Training gleich spielen musste, und Vaclav Kadlec schickte er die Nachwuchsriege mit Loris Weiß, Ilias Azouaghi, Enis Bunjaki und David Kinsombi aufs Feld. Das wird zwar die Macher des Nachwuchsleistungszentrums freuen, bringt die Eintracht aber in der aktuellen Situation nicht weiter. Um nicht weitere Verletzungen zu riskieren, muss Schaaf die Stammkräfte sogar eher schonen. Es ist ein Teufelskreis, in dem sich Mannschaft und Trainer befinden.

Die Personalsituation ist im Trainingscamp in Donaueschingen angespannt, soll sich aber nun kurzfristig verbessern. Carlos Zambrano, der wegen einer Lungenentzündung bis Samstag im Krankenhaus gelegen hat, soll zurückkehren. Makoto Hasebe arbeitet sich heran, Timothy Chandler ist dazu gestoßen. Johannes Flum hat nach Schulter-OP sein Comeback gefeiert und die Blessuren, die Stefan Aigner (Wade) und Aleksandar Ignjovski (Knöchel) daran hindern zu spielen, sind eher leichterer Natur.

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In den letzten Tagen war der Plan von Schaaf, eine andere Spielordnung mit anderen Schwerpunkten als bei seinem Vorgänger einzuführen, vergleichbar mit dem Versuch, ein Formel-1-Rennen mit einem VW-Käfer zu simulieren. Die Verunsicherung unter den Spielern hat immer mehr um sich gegriffen, vielen fällt es schwer, die in den letzten Jahren eingefahrenen Gleise zu verlassen. Ein Kopfballtor von Martin Lanig nach Freistoß von Takashi Inui zum zwischenzeitlichen 1:1, eine Chance des Japaners, mehr brachte die Eintracht nicht zustande.

Das Bild, das die Frankfurter aktuell abgeben, ist ziemlich deprimierend. Die Fans sehen die Situation fast schon fatalistisch. Sie regen sich mehr auf über die Preise des neuen Trikots, die höher liegen als bei den Großen der Liga, und wundern sich über einen orangefarbenen Mannschaftsbus, der die Eintracht im Trainingslager anonym durch die Gegend kutschiert. Das eigentliche Teamgefährt sei zu klein für die große Gruppe, heißt es.

Umfrage: Eintracht-Fans zur neuen Saison

(sp)

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