Klartext von der Vorfreude auf seinen neuen Klub bis zur Zielsetzung

„Respekt vor allem, Angst vor nichts“ -Eintracht-Trainer Adi Hütter

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Der neue Eintracht-Coach, Adi Hütter, hier noch im Trikot der BSC Young Boys.

Frankfurt - „Ein herzliches Grüß Gott.“ So hat sich der neue Trainer der Frankfurter Eintracht, Adi Hütter, am Dienstagmittag vorgestellt. Der 48 Jahre alte Fußball-Lehrer, zuletzt Meister in der Schweiz mit Young Boys Bern, folgt Niko Kovac nach, der zum FC Bayern München wechselt.

Im proppevollen Presseraum im Bauch der Arena hat Hütter einige klare Aussagen gemacht. Unser Mitarbeiter Peppi Schmitt schrieb die wichtigsten auf. Das sagte Adi Hütter ... 

... zu seiner Vorfreude auf die Eintracht:

„Es war ein schöner beeindruckender Moment, als ich von Zürich kommend zum ersten Mal über das Stadion geflogen bin. Ich habe ja nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich irgendwann einmal in der Bundesliga arbeiten möchte. Ich bin einen harten Weg gegangen, jetzt ist der Tag gekommen. Mein Gefühl hat mir gesagt, geh zu diesem tollen Verein. Jetzt bin ich glücklich, dass ich hier bin.“

... zu seiner Beziehung zur Stadt Frankfurt:

„Erst einmal bin ich gekommen, um erfolgreich zu arbeiten. Es gibt Erwartungen, die will ich zu 100 Prozent erfüllen. Natürlich werde ich mich auch mit Frankfurt auseinandersetzen, Apfelwein und Handkäs probieren. Ich werde mich zu 100 Prozent mit der Stadt und dem Verein auseinandersetzen, aber in erster Linie geht es darum, erfolgreich zu arbeiten. Wo ich wohne werde, weiß ich noch nicht, aber sicher nicht in einem Hotel. In Österreich und der Schweiz gibt es schöne Berge zum Skifahren und wandern, aber wir sind hier zum Fußball.“

... zum Pokalsieg der Eintracht:

„Erstmal muss ich gratulieren, das war ein unglaublich spektakuläres Spiel. Ich habe auch die Bilder gesehen, was sich am Römer abgespielt hat. Begeisterung und Leidenschaft sind unheimlich wichtig. Bei unserem Meistertitel in Bern, dem ersten nach 32 Jahren, habe ich auch die die Emotionen genossen.“

... zu seinen Sprachkenntnissen:

„Ich habe mich mit Deutsch und Englisch durchgeboxt“.

... zu seinen sportlichen Erwartungen in Frankfurt:

„Bis letzten Sonntag war ich Trainer von YB, habe mich dort bis zum letzten Tag professionell verhalten. Mit der Eintracht beschäftige ich mich erste seit Montag. Niko Kovac hat hier einen ausgezeichneten Job gemacht. Wir wollen den Weg jetzt weiterführen, die Weiterentwicklung vorantreiben. Das wird meine Aufgabe sein. Natürlich weiß ich, dass die Bundesliga eine andere Nummer ist. Respekt habe ich vor allem, Angst habe ich vor nichts.“

... zu einer möglichen Ausstiegsklausel:

„Für Vertragssituationen ist hier nicht der richtige Platz.“

... zu seiner Spielphilosophie:

„Wenn ich es mir aussuchen könnte, dann nehme ich lieber ein 4:3 als ein 1:0. Die Leute kommen ins Stadion, um offensiven Fußball zu sehen. Aber das heißt nicht, dass man immer nur offensiv spielt. Es gibt sicher auch Spiele und Momente, da muss man Plan B nutzen. Grundsätzlich geht es immer übers Kollektiv. Man muss versuchen kompakt zu verteidigen und kompakt nach vorne zu spielen. Wenn wir mit dem Kader fertig sind, können wir eine Spielphilosophie entwickeln, die passt. Das ist für mich die spannendste Herausforderung.“

Bilder: Die Eintracht-Trainer der letzten 25 Jahre

... zu seiner Arbeitsweise:

„Ich bin ein Teamplayer, sehr kommunikativ. Ich versuche den Menschen hinter dem Spieler kennenzulernen. Wenn du Menschen nicht kennst, wirst du immer ein Problem haben auf hohem Niveau. Auf menschlicher Ebene versuche ich das Maximum herauszuholen. Wenn wir uns nicht wohl fühlen, fällt es schwer Höchstleistungen zu bringen. Ich bin nicht der Freund der Spieler, aber weit weg, ein Feind zu sein. Es geht in erster Linie um Respekt. Spieler wollen viel lieber eine korrekte harte Hand, als Laissez-faire. Die Menschen muss ich jetzt erst näher kennenlernen Wir wollen nach außen ein sehr, sehr gutes Bild abgeben.“

... zum bisherigen Einfluss auf den Kader und die Absage an Alex Meier:

„Das ist und war nicht mein Thema.“

... zur Zielsetzung:

„Die Latte liegt hoch, es wäre schön, sie noch höher legen zu können. Jetzt muss ich erstmal sehen, welche Mannschaft wir auf die Beine stellen können. Die Europa-League ist keine Belastung, sondern eine Freude und eine Herausforderung, da freue ich mich extrem drauf. Ich habe da ja in den letzten drei Jahren mit Salzburg und Bern schon reingeschnuppert. Das sind tolle Erlebnisse. Ich weiß, dass die Eintracht-Zuschauer eine unglaubliche Euphorie mitbringen, siehe die Spiele in Portio oder Bordeaux.“

... zu seinem Trainerteam:

„Mit Armin Reutershahn habe ich ein konstruktives und gutes Gespräch geführt. Dazu werde ich meinen Assistenten Christian Peintinger mit ins Team bringen. Natürlich werde ich mir das komplette Staff anschauen, aber bisher passt das.“

... zu den Österreichern in der jüngeren und älteren Vergangenheit in der Bundesliga:

„Mit Peter Stöger habe ich der Nationalmannschaft gespielt, mit Ralph Hasenhüttl in Salzburg. Ich werde sicher die Gelegenheit nutzen, mit ihnen zu reden. Auch mit Niko Kovac, er wohnt ja wie ich in Salzburg. Ernst Happel war sicher einer der größten, das sind Riesenfußstapfen. Auch Adi Hütter wird versuchen, einen so guten Job zu machen, um auch Spuren zu hinterlassen.“

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