Eintracht Frankfurt

Neuer Trainer, neue Perspektive

Stürmische Verstärkung aus Frankreich? Randal Kolo Muani (links) soll bei der Eintracht auf dem Zettel stehen.
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Stürmische Verstärkung aus Frankreich? Randal Kolo Muani (links) soll bei der Eintracht auf dem Zettel stehen.

Fünf Trainerkandidaten sind bei der Eintracht in der Verlosung. Eine Entscheidung könnte in dieser Woche fallen. Der neue Sportvorstand Markus Krösche bringt aus Leipzig seinen Teammanager mit – und muss auch beim kickenden Personal wichtige Baustellen schließen.

Frankfurt – Die Enttäuschung über die verpasste Champions-League-Teilnahme ist bei der Frankfurter Eintracht noch nicht abgeklungen. Bei den Fans herrscht weiter großer Frust über das sportliche Versagen in den letzten Wochen und blankes Entsetzen bis hin zur Wut über das Verhalten von Sportvorstand Fredi Bobic und Trainer Adi Hütter, die den Klub verlassen werden und deren Amtszeit am Sonntag, einen Tag nach dem letzten Heimspiel gegen den SC Freiburg, wenig rühmlich zu Ende geht.

Derweil versucht die neue sportliche Führung mit dem Sportvorstand Markus Krösche und dem Direktor Profifußball Ben Manga die Scherben aufzukehren und dem Klub eine neue Perspektive zu verschaffen. Die wichtigste Aufgabe: Krösche muss einen neuen Trainer finden.

Vier, fünf Namen haben sich in den vergangenen Tagen herauskristallisiert, eine Entscheidung soll möglichst zeitnah fallen. Die Gespräche mit dem in der Öffentlichkeit als Favorit gehandelten Edin Terzic sollen sich allerdings erst in der Anfangsphase befinden. Terzic war bei Borussia Dortmund durch das Pokalfinale und den Kampf um die Champions-League-Teilnahme bis zum vergangenen Sonntag quasi unabkömmlich. Zudem hat er sich noch nicht klar geäußert, ob er überhaupt bereit dazu ist, als Cheftrainer weiter in der Bundesliga zu arbeiten - oder lieber beim BVB ins zweite Glied zurücktritt.

Mit anderen wie Oliver Glasner (VfL Wolfsburg), Raul (Real Madrid) oder Gerardo Seoane (Young Boys Bern) soll Krösche in intensivem Kontakt stehen. Und nicht wenige aus dem direkten Umfeld der Eintracht behaupten, dass es einen weiteren Kandidaten gibt, der bislang in der Öffentlichkeit noch nicht genannt worden ist.

Eine andere Personalie scheint dagegen geklärt, auch wenn sie noch nicht offiziell bestätigt wurde. Danach wird in Zukunft der Leipziger Teammanager Timmo Hardung (31) für die Eintracht arbeiten. Er folgt dabei in etwas veränderter Funktion dem scheidenden Manager Bruno Hübner. Hardung gilt als enger Vertrauter von Krösche und wird gemeinsam mit ihm und Manga auch an der Zusammenstellung der neuen Mannschaft basteln.

Der eine oder andere Star wird den Klub sicher verlassen. Sollte wirklich ein Angebot um die 40 Millionen Euro für Torjäger André Silva ins Haus flattern, würde die Eintracht sicher nicht nein sagen. Auch bei einer Offerte jenseits der 20 Millionen Euro für Filip Kostic wäre der Klub gesprächsbereit. Allerdings soll Kostic durchaus Sympathien dafür hegen, bei der Eintracht zu bleiben. Und ob vermeintliche Angebote für Evan Ndicka und Daichi Kamada im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich wirklich realistisch sind, bleibt abzuwarten. Denn die Pandemie hat bei vielen Klubs große finanzielle Löcher gerissen. Nur noch die ganz Großen aus Manchester, Chelsea, Madrid, noch nicht einmal mehr aus Barcelona, können so tief in die Tasche greifen.

Krösche kann dem Treiben gelassen entgegenblicken, zumal die Verträge der Spieler noch laufen, wohl keine Ausstiegsklauseln beinhalten und die Eintracht am langen Hebel sitzt. Mit dem nötigen Kleingeld auf dem Konto werden die Frankfurter auf Shopping-Tour gehen können. Als Kandidat für den Angriff gilt nach Informationen von „Sky“ Randal Kolo Muani (22), Mittelstürmer des FC Nantes. Die Ablösesumme für den französischen U21-Nationalspieler (acht Tore, acht Vorlagen in dieser Saison) soll zwischen drei und fünf Millionen Euro betragen.

Eine Summe, die die Eintracht locker aufbringen könnte, denn die Europa-League-Teilnahme verheißt gute Einnahmen als auch tolle Spiele. Stand jetzt würden unter anderen folgende Klubs in diesem Wettbewerb starten: Juventus Turin (oder AC Mailand) und Lazio Rom aus Italien, der FC Liverpool (oder FC Chelsea) und Tottenham aus England, Benfica Lissabon aus Portugal, Fenerbahce Istanbul aus der Türkei, Real San Sebastian und Betis Sevilla aus Spanien und AS Monaco (oder Olympique Lyon) und Olympique Marseille aus Frankreich. (Von Peppi Schmitt)

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