Nicht mehr drin als Mittelmaß

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Der Schalker Benedikt Höwedes und Eintracht-Spieler Christoph Spycher (hinten) kämpfen um den Ball.

Frankfurt - (sp) Acht Punkte und acht Tore nach acht Spielen - das ist die höchst durchschnittliche Zwischenbilanz der Frankfurter Eintracht nach der 0:2-Niederlage beim FC Schalke 04.

Ob das Glas nun halb voll oder halb leer ist, bleibt der persönlichen Einstellung des Betrachters überlassen. Trainer Michael Skibbe jedenfalls will den Stab nicht über seine Mannschaft nach der zweiten Niederlage in Folge brechen. Er sei „nicht unzufrieden“ mit der Leistung auf Schalke gewesen, sagte Skibbe, „wir haben das Spiel und den Gegner über weite Strecken kontrolliert.“ Für den Sieg aber kam die Eintracht nie in Frage.

Was das grundsätzliche Problem der Frankfurter deutlich macht: In der Offensive reicht die Qualität nicht aus, um Gegnern aus der oberen Tabellenhälfte wirklich Paroli bieten zu können. Dies war schon in der letzten Saison so, als die Eintracht keinen „Großen“ bezwang. In dieser Saison ist der Auftaktsieg bei Werder Bremen bisher die große Ausnahme geblieben. Nach wie vor sind die Frankfurter abhängig von der Fitness und der guten Form ihres Angriffsführers Ioannis Amanatidis. Die Versuche, dem griechischen Nationalspieler einen gleichwertigen Partner zur Seite zu stellen, sind in den letzten Jahren immer halbherzig gewesen und deshalb erfolglos geblieben. Man denke nur an Michael Thurk, Naohiro Takahara oder gar Leonard Kweuke. Auf Schalke hatte die Eintracht zwei halbe Chancen, beide Male war es der gerade erst von einer Wadenverletzung genesese Amanatidis, der scheiterte.

Skibbe hat wieder an Lincoln gedacht

Alle anderen Stürmer aus dem aktuellen Kader sind bemüht, aber nicht gut genug für überdurchnittliche Ansprüche. Das gilt für Alexander Meier, der viel zu viel Defensivarbeit leisten muss, um ganz vorne auf Dauer wirklich effektiv zu sein. Das gilt für Nikos Liberopoulos, dem inzwischen das Tempo fehlt, um gegen starke Gegner noch Akzente setzen zu können. Martin Fenin wäre am ehesten in der Lage, Amanatidis zu assistieren, doch der Tscheche plagt sich mit einer langwierigen Verletzung. Zudem ist die Offensivkraft aus dem Mittelfeld auch beschränkt. Auf Schalke hielt die Eintracht lange den Ball in den eigenen Reihen, doch meist wurde dann nach hinten gespielt. Skibbe gab am Tag danach zu, „dass ich wieder an Lincoln gedacht habe“. Den brasilianischen Spielmacher hätte er gerne gehabt, er hat ihn nicht bekommen.

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Und so wünscht sich der Trainer nicht nur von seinen Spielern mehr Offensivkraft, sondern auch vom Klub mehr Mut zum Angriff. „Wir dürfen uns nicht mit dem Mittelplatz zufrieden geben“, sagt Skibbe, „wir dürfen nicht sagen, es ist in Ordnung so, weil einfach nicht mehr drin ist.“ In den letzten Jahren allerdings war Mittelmaß in der Frankfurter Situation wohl zu Recht als Erfolg gefeiert worden. Denn womöglich ist die Realität genauso: Mit diesen Spielern ist nicht mehr drin als ein Mittelplatz.

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