Kovac: "Er tut der Mannschaft gut"

Stendera: Vom großen Pechvogel zum Anführer

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Marc Stendera hat sich erfolgreich zurück gemeldet.

Frankfurt - Marc Stendera hat bereits in seinen jungen Jahren einiges erlebt. Nach mehreren schweren Verletzungen ist er endlich wieder fit. Im Testspiel gegen Sandhausen hat er die Eintracht als Kapitän aufs Feld geführt. Trainer Niko Kovac ist froh, ihn wieder dabei zu haben. Von Peppi Schmitt

Zugegeben, der Vollbart lässt ihn schon ein wenig älter aussehen. Und doch ist Marc Stendera erst 21 Jahre alt. Er hat schon einiges hinter sich bei und mit der Frankfurter Eintracht und hoffentlich noch viel vor sich. Beim Testspiel am letztem Freitag gegen den SV Sandhausen hatte Stendera die Mannschaft als Kapitän aufs Feld geführt. Das war nicht der Rückkehr in die "Heimat" Riederwald geschuldet, sondern der großen Fluktuation im Eintracht-Kader der letzten Jahre. Und natürlich mit dem einen oder anderen verletzten Kollegen. "Ich habe mich umgeschaut in der Kabine und Marc war der dienstälteste", hatte sogar Trainer Niko Kovac gestaunt. Die anderen Kapitäne David Abraham, Marco Russ und Alex Meier sind verletzt und auch der "natürliche" Anführer Kevin-Prince Boateng war nicht dabei. Also bekam Stendera die Binde an den Arm. Ob er der jüngste Eintracht-Kapitän aller Zeiten war? Darüber gibt es keine Statistik.

Er hat gut gespielt gegen Sandhausen, so gut wie zuvor im Pokal in Schweinfurt und in der Bundesliga in Mainz. "Marc tut der Mannschaft mit seiner Ruhe und Ballsicherheit gut", sagt Trainer Niko Kovac. "Wir wollten viel Ballbesitz und haben versucht, im Spiel umzusetzen, was wir im Training geübt haben", sagte Stendera. Der Eintracht-Coach arbeitet mit seiner Mannschaft hart daran, nicht nur weiter erfolgreich spielen zu können, sondern in Zukunft auch wieder besseren und ansehnlicheren Fußball zu bieten. Ballbesitz gehört dazu. Und da wiederum kann Stendera helfen.

Das war zu dieser Phase der Saison nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Denn Stendera gehört zu den absoluten Pechvögeln im gesamten Profifußball, nicht nur bei der Eintracht. Immer wieder muss er Rückschläge durch Verletzungen hinnehmen. Und meistens sind es keine leichten Blessuren, wie sie immer mal vorkommen. Sondern Verletzungen, die Operationen erfordern und lange Pausen nach sich ziehen. So hat Stendera schon zwei Kreuzbandrisse hinter sich. Auch im letzten Sommer hatte er wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Gerade erst hatte er nach einen Jahr Pause am 30.April wieder spielen können, da musste er schon wieder pausieren. Der Außenmeniskus war eingerissen, es folgte ein erneuter operativer Eingriff.

Zur Vorbereitung auf diese Saison war das Eintracht-Eigengewächs wieder fit, zog sich beim Testspiel im amerikanischen San José dann aber eine Schulterverletzung zu. Diese stellte sich nach intensiven Untersuchungen dann endlich einmal als harmlose Prellung heraus. Stendera konnte schnell ins Training zurückkehren. Beim Test gegen Benevento im Trainingslager in Südtirol stieg ihm dann ein Italiener böse auf den Knöchel, es folgte die nächste Pause.

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Da braucht es schon ein sonniges Gemüt, um nicht zu verzweifeln. "Ich gebe nie auf und komme immer wieder", sagt er. Dass er trotz aller Widrigkeiten inzwischen schon 66 Bundesligaeinsätze auf dem Buckel hat, spricht für diese These. Stendera ist ein Kämpfer auf dem Platz und in der Reha. Er kann sich quälen, er hat einen großen Willen. Und er kann dieser Eintracht-Mannschaft mit seinen technischen Fähigkeiten gut tun. Er kann den "tödlichen Pass" spielen, hat sich, Gesundheit vorausgesetzt, bei allen Trainern der letzten Jahre durchgesetzt, egal ob es Armin Veh, Thomas Schaaf oder Niko Kovac war. Das macht ihm Mut für die Zukunft.

Eine Zukunft, die zumindest die kommenden Jahre in Frankfurt liegen wird. Stenderas Vertrag läuft bis Juni 2020. Und auch wenn er so bald nicht wieder die Kapitänsbinde tragen wird, könnte er in der Zukunft ein Anführer dieser Eintracht werden.

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