Polizei legt „härtere Gangart gegen gewaltbereite Problemfans“ ein

Frankfurt - Hessens Innenminister Boris Rhein hat ein härteres Vorgehen der Polizei gegen gewaltbereite Fußballfans angekündigt. Grund dafür sind die Ausschreitungen beim DFB-Pokalspiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Kaiserslautern.

„Allein auf die Selbstreinigungskräfte der Fangruppen zu setzen, reicht offenbar nicht aus, um die gewaltbereiten Ultras zum Einlenken zu bewegen“, sagte der CDU-Politiker in einer Pressemitteilung vom Freitag. „Ab sofort legt die Polizei eine härtere Gangart gegen gewaltbereite Problemfans ein.“

Nach den ersten Auswertungen der gewalttätigen Angriffe auf Polizeibeamte am Mittwoch bemängelte Rhein: „Bisher haben die Verantwortlichen der Frankfurter Ultras Gesprächsangebote vonseiten der Polizei ignoriert. Stattdessen attackierten Ultras und Hooligans am vergangenen Mittwoch gezielt Polizeibeamte und verletzten diese zum Teil schwer. Die Gewalt der sogenannten Fußballfans hat jetzt eine Qualität erreicht, der wir entschieden entgegenwirken werden.“

Acht verletzte Beamte und neun Festnahmen

Acht verletzte Beamte und neun Festnahmen lautete die Polizei-Bilanz nach dem brisanten Südwestderby. „Es muss einen Dialog geben, um diese gewaltbereiten Fans auszugrenzen. Das Thema wird uns noch lange Zeit beschäftigen. Es ist ermüdend, aber wir geben nicht auf“, hatte Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen gesagt.

Liga-Präsident Reinhard Rauball kündigte in der „Süddeutschen Zeitung“ einen Runden Tisch mit dem Bundesinnenministerium, den Landesinnenministern und der Polizei für den 14. November an. „Man sollte den Fußball mit diesem Problem nicht alleinlassen“, appellierte Stefan Kuntz, Vorstandsvorsitzender des 1. FC Kaiserslautern, an die Politik. „Denn was sich da rund um die Stadien abspielt, ist auch eindeutig ein gesellschaftliches Problem.“

Kein Patentrezept gegen Krawallmacher

Ein Patentrezept gegen Krawallmacher sieht Kuntz derzeit nicht. Gleichwohl werde der Verein versuchen, die Krawallmacher ausfindig zu machen und sie an den finanziellen Folgen der Randale zu beteiligen. Von Kurzschlussreaktionen hält Kuntz allerdings nichts. „Wir werden zunächst das intensive Gespräch mit der Fan-Szene suchen und den verschiedenen Gruppen klarmachen, dass sie sich letztlich selber schaden“, sagte der Ex-Nationalspieler.

In den Diskussionen um Maßnahmen gegen die Randale war auch die Frage aufgekommen, ob die Fans nicht mehr bei Auswärtsspielen zugelassen werden sollen. „Die wirksamste Maßnahme“, sagte der Eintracht-Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen in der „Bild“-Zeitung. „Wenn die eigenen Fans nicht mehr zu Auswärtsspielen mitfahren dürfen, dann höre ich auf“, kündigte jedoch Frankfurts Trainer Veh an.

dpa

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