Quälerei im Eintracht-Training

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Eintracht-Trainer Christoph Daum ließ gestern einige Talente aus der U19 und U23 wie Maximilian Mehring (links, im Duell mit Marco Russ) mittrainieren.

Frankfurt (sp) ‐ Christoph Daum nicht beim Training. Pirmin Schwegler kommt zu spät auf den Platz. Oka Nikolov geht früher in die Kabine. Ist zu Beginn der zweiten Woche unter dem neuen Trainer bei Eintracht Frankfurt schon wieder der Schlendrian eingekehrt?

Das Gegenteil ist der Fall. Daum arbeitet daran, seine Überzeugung umzusetzen, dass der Kopf für die Spieler fast genauso wichtig ist wie die Füße. In der Kabine hat er deshalb gestern intensive Einzelgespräche geführt - mit Schwegler zum Beispiel, dem Spielmacher, der vom Länderspiel der Schweiz in Bulgarien (0:0) frustriert zurückgekehrt ist, weil er nur auf der Tribüne gesessen hatte. Und mit Oka Nikolov, der nach vierwöchiger Verletzungspause beim Spiel am Sonntag in Wolfsburg wieder eingesetzt werden könnte. „Die Spieler waren sehr selbstkritisch und offen“, sagt Daum, „die Gespräche waren vom Gefühl geprägt, dass wir gemeinsam etwas verändern können.“

Genau an diesem Gemeinschaftsgefühl will er im Laufe der Woche verstärkt arbeiten. Deshalb gibt es von Mittwoch bis Freitag ein Kurztrainingslager - auf dem Stadiongelände. Geschlafen wird zu Hause. Drei Tage wird die Mannschaft von 9 bis 18 Uhr zusammensein, gemeinsam trainieren, gemeinsam essen und vor allem viel reden. Erst am Donnerstag wird das Aufgebot wieder komplett sein, dann kehren Sebastian Jung von der U 21-Auswahl des FDB und Georgios Tzavellas von der griechischen Nationalmannschaft zurück.

Die Stammkräfte Maik Franz, Alex Meier und Ioannis Amanatidis, die über Muskelbeschwerden klagen und zuletzt nur individuelles Training absolvierten, sollen in den nächsten Tagen ins Mannschaftstraining zurückkehren. Alle drei sind überzeugt davon, am Sonntag in Wolfsburg spielen zu können.

Die erste Übungseinheit am Vormittag hatte ganz unter dem Motto gestanden: Was Magath kann, können wir auch. Medizinbälle hatte Assistenz-Trainer Roland Koch hervorgeholt, Hanteln und Handgewichte - Trainingsgeräte wie sie der Wolfsburger Trainer Felix Magath bevorzugt verwenden lässt. „Wir müssen auch im konditionellen Bereich viel arbeiten“, sagt Koch. Die Spieler haben geschwitzt und gestöhnt. Und am Ende haben sie geklatscht. Für Koch die Bestätigung, dass auch die Quälerei angekommen war. Mit dabei war auch eine große Gruppe aus der U 23 und der U 19. Ein paar der Talente waren Daum beim internen Trainingsspielchen vergangenen Samstag „ins Auge gesprungen“, zudem aber sollte der Kreis der Spieler grundsätzlich ausgeweitet werden. „Fußball ist nun mal ein Spiel elf gegen elf“, sagt Koch, „zuletzt hatten wir ja viel zu wenige Spieler auf dem Trainingsplatz.“

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