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Randale statt Budenzauber

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Grasshopper-Anhänger attackierten beim Frankfurter Hallenturnier auch die Polizisten.
Grasshopper-Anhänger attackierten beim Frankfurter Hallenturnier auch die Polizisten. © Rhode

Frankfurt - Die sportliche Leistung war eher mau, die Stimmung etwas flau – und am Ende gab es noch einen Eklat.

Ausgerechnet die Fangruppen, die zuvor wenigstens für ein bisschen Atmosphäre beim Frankfurt Cup gesorgt hatten, lösten einen Tumult aus, der mindestens sieben Verletzte und vier Festnahmen zur Folge hatte. Zur Nebensache geriet dabei, dass Zweitligist FSV Frankfurt das Hallenturnier gewann und damit Bundesligist Eintracht Frankfurt hinter sich ließ.

Es war kurz vor 22 Uhr am Samstagabend in der mit 5002 Zuschauern ausverkauften Fraport Arena, auf dem Feld standen sich Zweitliga-Aufsteiger Darmstadt 98 und die Grasshopper Zürich gegenüber. Für den Turnierausgang war die Partie bedeutungslos, beide Teams hatten noch kein Spiel gewonnen und waren bereits ausgeschieden. Doch plötzlich kam es beim Stand von 4:3 für Darmstadt nach einigen giftigen Zweikämpfen zur Rudelbildung auf dem Platz und daraufhin laut Polizei zu „Provokationen“ zwischen den beiden Fanlagern. Becher und andere Gegenstände flogen, die Sicherheitskräfte schritten mit Schlagstöcken und Pfefferspray ein. Das Spiel wurde abgebrochen. „Das hat mit Fußball nichts zu tun, es war einfach traurig“, sagte Darmstadts Trainer Dirk Schuster.

Die Grasshopper entschuldigten sich am Sonntag beim Veranstalter und den Verletzten für das Fehlverhalten von Teilen ihrer Fans und kündigten eine „interne Untersuchung“ an. „Wir sind bestürzt über das Verhalten neben dem Fußballplatz“, teilte der Verein mit. Auf dem Platz überzeugte Zweitligist FSV Frankfurt und holte sich in der 37. Auflage des Hallen-Klassikers zum ersten Mal seit 1991 wieder den Pokal. Das Team von Trainer Benno Möhlmann blieb unbesiegt, fertigte im Stadtderby die Eintracht sogar mit 6:0 ab und behielt im Finale mit 2:1 über den Zweitligarivalen SpVgg Greuther Fürth die Oberhand. Zudem stellte der 13. der 2. Liga in Faton Toski und Patric Klandt sowohl den besten Spieler als auch den besten Torhüter des Turniers. Torschützenkönig wurde Marco Stiepermann (Fürth) mit sieben Treffern.

Randale beim Frankfurt Cup 2015

Dass die Eintracht lediglich mit einer Rumpfmannschaft, darunter drei U19- und zwei U17-Spieler antrat, passte ins enttäuschende Bild. Zwar waren im Gegensatz zu den vergangenen Jahren diesmal wenigstens alle Profis genau wie Cheftrainer Thomas Schaaf in der Halle, doch die meisten schrieben nur Autogramme. Am Ball waren mit Torwart „Nummer drei“ Emil Balayev und den Reservisten Slobodan Medojevic, der sich auch bald leicht verletzt abmeldete, Jan Rosenthal, David Kinsombi und Lucas Piazon nur fünf Profis, dazu noch die U19-Spieler Yannick Zummack, Nico Rinderknecht, Enis Bunjaki und Ilias Azoaughi. Schaaf schonte den kompletten Stamm und auch sich selbst, überließ seinem Assistenten Wolfgang Rolff die Betreuung der Mannschaft an der Bande und sah sich das Turnier aus dem VIP-Bereich an.

Eine gute Leistung beim Bundesligisten bot erneut der neuverpflichtete aserbaidschanische Torhüter Emil Balayev. Auch Edelreservist Jan Rosenthal, der in der Winterpause abgegeben werden soll, empfahl sich mit einer engagierten Leistung und drei Treffern für neue Arbeitgeber. sp/dpa)

Bilder zum Frankfurt Cup 2015

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