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Eintracht-Profis sollen raus aus der Komfortzone

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Von: Peppi Schmitt

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Gekommen, um sich durchzusetzen: Flügelflitzer Faride Alidou (rechts gegen Aschaffenburgs Luca Dähn) will bei der Eintracht mit seiner unbekümmerten Art zu Einsatzminuten kommen.
Gekommen, um sich durchzusetzen: Flügelflitzer Faride Alidou (rechts gegen Aschaffenburgs Luca Dähn) will bei der Eintracht mit seiner unbekümmerten Art zu Einsatzminuten kommen. © hübner

Eintracht Frankfurt hat sein Testspiel beim Regionalligisten Viktoria Aschaffenburg 1:0 gewonnen. Die Leistung seines Teams aber hat Trainer Oliver Glasner überhaupt nicht gefallen. „Zu langsam, zu harmlos“, schimpfte er, relativierte dann aber auch: „Geduld ist nicht wirklich meine größte Stärke. Vielleicht sollte ich etwas nachsichtiger sein.“

Frankfurt – Dinge verändern sich, Tag für Tag. Gerade im Profifußball. Bestes Beispiel dafür ist die Frankfurter Eintracht. Aus einer Mannschaft wie viele andere ist eine besondere Mannschaft geworden. Der Europapokalsieg von Sevilla hat alles verändert, das eigene Selbstverständnis, die Wahrnehmung von außen, die Erwartungshaltung des Publikums. Zum Testspiel bei Viktoria Aschaffenburg waren 6600 Zuschauer gekommen – ausverkauft.

Das wäre vor einem Jahr noch nicht denkbar gewesen. Genau wie die Reaktion von Trainer Oliver Glasner nach dem 1:0-Sieg gegen den Regionalligisten, einem an sich eher unwichtigen Test am Anfang der Vorbereitung. „Das können wir viel besser und das müssen wir viel besser machen“, mäkelte Glasner und mahnte: „Wir haben die letzten sechs Wochen nur noch Glückwünsche und Gratulationen erhalten. Jetzt haben wir gesehen, dass das alles auf dem Platz vorbei ist“. Also raus aus der Komfortzone, rein in den Konkurrenzkampf gegen ehrgeizige Gegner und innerhalb des aufgepeppten Aufgebotes.

Glasner zählte die Mängel auf, als habe seine Mannschaft schon das erste Pflichtspiel in den Sand gesetzt. „Wir standen sieben- oder achtmal vor dem Torwart und haben nur einen Treffer nach einer Ecke erzielt“, schimpfte er, „wir haben zu langsam gespielt, zu selten die Tiefe gesucht.“ Als er so mittendrin war im Verriss seiner Mannschaft, dämmerte dem Coach, dass er gerade dabei war zu überziehen. „Geduld ist nicht wirklich meine größte Stärke“, räumte er ein, „vielleicht sollte ich etwas nachsichtiger sein“.

In Aschaffenburg standen Djibril Sow, Rafael Borré oder Daichi Kamada gleich nach ihrer Rückkehr aus den Ferien den ehrgeizigen Regionalliga-Spielern gegenüber. Glasner: „Eigentlich hätten sie erst die Tests machen müssen, doch wir wollten sie lieber gleich an den Ball lassen“, sagte er, „das Spiel hat ja gezeigt, dass das bei einigen auch nötig war.“

Zugang Lucas Alario spielte noch keine Rolle, war kaum am Ball. So traf nur Evan Ndicka zum Tor des Tages. Die Defensive der Eintracht hatte einiges zugelassen, auch weil Torwart Diant Ramaj in der ersten Halbzeit übermotiviert durch seinen Strafraum geturnt war. Aber es war auch nicht alles schlecht.

Randal Kolo Muani hat sich einmal mehr mit großer Explosivität, Schnelligkeit und Kraft ausgezeichnet. Ansgar Knauff hat genauso unbekümmert weitergemacht wie er die letzte Saison beendet hat. Und da war Faride Alidou. Der neue Angreifer war einer der Auffälligsten. Immer präsent, auf beiden Flügeln unterwegs, mutig, manchmal etwas verspielt. „Frechheit gehört zu meinem Spielstil, das möchte ich auch beibehalten. Ich denke, der Trainer mag es auch“, sagte der U21-Nationalspieler, „ich weiß, dass ich sehr schnell und dynamisch bin und eine gute Technik habe.“ Arbeiten müsse er vor allem am Abschluss und am Kopfball.

Alidou, ausgebildet beim HSV, hat keine leichten Monate hinter sich. Nachdem er früh seinen Wechsel zur Eintracht bekannt gegeben hatte, war ein Shit-Storm in den sozialen Medien über ihn hereingebrochen. „Als junger Spieler war das schwer, ich bin damit nicht klargekommen“, gibt er zu. Auch im Stadion sei er „dumm angemacht“ worden. Gelitten hat darunter die Leistung. Nun glaubt er sich gerüstet für den Sprung in die Bundesliga. Das vorläufige Karriereziel ist klar: „Ich bin gekommen, um mich hier durchzusetzen.“ Auch darum ist er zwei Tage früher eingestiegen. „Ich wollte nicht den ganzen Tag rumsitzen und lieber was tun“, erklärt er.

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