Christoph Daum soll Eintracht retten

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Der neue Mann bei der Eintracht: Christoph Daum.

Frankfurt - Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt hat Trainer Michael Skibbe beurlaubt und setzt im Abstiegskampf auf Christoph Daum. Dies kündigten die Hessen am Dienstag in einer Pressemitteilung an.

Daum war zuletzt beim türkischen Erstligisten Fenerbahce Istanbul tätig, wo sein Vertrag am 25. Juni 2010 aufgelöst worden war. Der 57-Jährige soll nach Eintracht-Angaben vorerst bis zum Saisonende das Training leiten. „Beide Seiten haben das Ziel auch über den genannten Zeitraum zusammen zu arbeiten“, hieß es.

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Sprüche über Daum

Skibbe hatte erst im Januar seinen Vertrag bei der Eintracht bis zum 30. Juni 2012 verlängert und war bis zuletzt optimistisch, noch eine Chance zu erhalten. „Davon gehe ich felsenfest aus. Heribert Bruchhagen hat mir nichts anderes gesagt“, meinte der Coach noch gestern auf Medienanfragen, ob er am übernächsten Sonntag in der Partie beim ebenfalls abstiegsbedrohten VfL Wolfsburg weiter auf der Bank säße.

Daum will „Aufbruchstimmung erzeugen"

„Ausschlaggebend für die Trennung war nach reiflicher Überlegung und intensiver Analyse die negative sportliche Entwicklung von Eintracht Frankfurt in den letzten Monaten“, hieß es beim Tabellen- 14. nach einer Vorstandssitzung mit Bruchhagen, Klaus Lötzbeier und Thomas Pröckl.

Reaktionen:

„Das ist überraschend. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Ich bin froh, dass wir in Köln einen guten Trainer haben und dass es aufwärts geht.“ (Lukas Podolski)

Daum soll am Mittwoch das Training bei der Eintracht aufnehmen und den vierten Abstieg nach 1996, 2001 und 2004 verhindern. Er war in der Bundesliga zuletzt beim 1. FC Köln tätig, den er 2008 ins Oberhaus zurückführte und im Mai 2009 wieder verließ. „Ich will eine Aufbruchstimmung in Frankfurt erzeugen. Mein Wunsch ist es, dass der 1. FC Köln und die Eintracht drin bleiben“, sagte Daum dem Kölner „Express“.

„Kein Feuerwehrmann, sondern Konzept-Trainer“

„Frankfurt zu übernehmen ist für mich kein Rückschritt. Die Eintracht ist ein Traditionsverein mit Riesen-Potenzial. Ich bin kein Feuerwehrmann, ich bin ein Konzept-Trainer. An die Zweite Liga denke ich daher nicht“, fügte er hinzu.

Reaktionen:

„Das hat mit schon ein leichtes Schmunzeln abgerungen. Ruhe wird in die Liga wohl erst kommen, wenn der Bayern-Trainer gefunden ist.“ (Dortmunds Nationalspieler Mats Hummels )

Sein Vorgänger Skibbe hatte mit seinen Profis eine formidable Vorrunde hingelegt, war danach aber in eine tiefe Krise gerutscht. Der Trainer hatte auch an Respekt verloren nach einem Streit mit Ex-Kapitän Ioannis Amanatidis, als er den griechischen Stürmer aus dem Kader warf und ihn auf Anweisung Bruchhagens wieder aufnehmen musste.

Die Eintracht hängt schon die ganze Runde am „Tropf“ von Torjäger Theofanis Gekas, der mit seinen 16 Treffern das Team noch einigermaßen konkurrenzfähig hielt. Skibbe war es in seiner Amtszeit seit Juli 2009 kaum gelungen, junge Spieler aufzubauen.

Die Trainer bei Frankfurt seit 1989:

  • Christoph Daum (23. März 2011 - )
  • Michael Skibbe (Juli 2009 - 22. März 2011)
  • Friedhelm Funkel (Juni 2004 - Juni 2009)
  • Willi Reimann (Juli 2002 - Mai 2004)
  • Armin Kraaz (März bis Mai 2002)
  • Martin Andermatt (Juni 2001 - März 2002)
  • Friedel Rausch (April bis Mai 2001)
  • Rolf Dohmen (Januar bis April 2001)
  • Felix Magath (Dezember 1999 - Januar 2001)
  • Jörg Berger (April bis Dezember 1999)
  • Reinhold Fanz (Dezember 1998 bis April 1999)
  • Bernhard Lippert (Dezember 1998)
  • Horst Ehrmanntraut (Dezember 1996 - Dezember 1998)
  • Rudi Bommer (Dezember 1996)
  • Dragoslav Stepanovic (April bis Dezember 1996)
  • Karl-Heinz Körbel (April 1995 bis März 1996)
  • Jupp Heynckes (Juli 1994 bis April 1995)
  • Karl-Heinz Körbel (April bis Juni 1994)
  • Klaus Toppmöller (Juli 1993 bis April 1994)
  • Horst Heese (März bis Juni 1993)
  • Dragoslav Stepanovic (April 1991 bis März 1993)
  • Jörg Berger (Januar 1989 - April 1991)

dpa

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