Rode macht Sache „sehr ordentlich“

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Sebastian Rode (2. v. li.) war auch im Luftkampf auf der Höhe.

Frankfurt ‐ Schwerer hätten die Bedingungen nicht sein können für ein Bundesligadebüt. Sebastian Rode hat sein erstes Spiel für die Frankfurter Eintracht in einer ersatzgeschwächten Mannschaft absolviert. Von Peppi Schmitt

Es fehlte die komplette Innenverteidigung. So musste der defensive Mittelfeldspieler, sonst auf der „Sechser-Position“ zu Hause, auf einer ungewohnten Position im Abwehrzentrum spielen.

Und dort „durfte“ er gleich gegen einen Weltstar wie Ruud van Nistelrooy antreten. „Er hat seine Sache ausgezeichnet gemacht“, gab es hinterher ein dickes Lob von Trainer Michael Skibbe. Sebastian Rode, 20 Jahre alt, vor der Saison für eine 300.000 Euro Ablöse von den Offenbacher Kickers gekommen, hat seine Feuertaufe bestanden. Doch zufrieden war er nicht. „Wir haben verloren, da kann ich mich nicht so richtig freuen“, sagte er pflichtbewusst.

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Ganz im Innersten aber dürfte sich das Gefühl der Zufriedenheit doch breitgemacht haben. Denn Rode hat nicht nur mitgespielt, er war gleich gemeinsam mit seinem Partner in der Abwehrzentrale, dem Amerikaner Ricardo Clark, einer der besten. Van Nistelrooy, 34 Jahre alt und einer der ausgebufftesten Stürmer in der Liga, entwischte ihm nicht ein einziges Mal, „obwohl der immer versucht, sich hinter dem Rücken wegzuschleichen.“

Rode: „Die Knochen haben gehalten.“

Der Niederländer blieb gegen „Rookie“ Rode chancenlos. So einfach wie es ausgesehen hatte, sei es aber nicht gewesen, sagte Rode. „Bundesliga ist schon etwas ganz anderes als 3. Liga“, sagt er, „es geht alles schneller, jeder Fehler wird bestraft“. Nur am Anfang waren ihm vor lauter Nervosität zwei Abspielfehler unterlaufen, je länger das Spiel gedauert hatte, desto besser war Rode. Ein ums andere Mal schaltete er sich auch ins Angriffsspiel ein, bediente zwei Mal mustergültig Angreifer Theofanis Gekas, der allerdings diesmal Abschlussschwächen offenbarte. Nur beim Gegentor lief der Blondschopf, wie seine Abwehrkollegen, der Musik hinterher. Mladen Petric hatte wenig Mühe, die Hereingabe an Freund und Feind vorbei zu verwerten.

Nach dem Einsatz im hohen Norden war Rode auch aus anderer Sicht erleichtert. „Die Knochen haben gehalten“, freute er sich. Was für einen jungen Fußballer, der schon einen Kreuzbandriss und einen Knorpelschaden hinter sich hat, auch etwas ganz Wichtiges ist.

Nächste Woche sollen bei der Eintracht mit Maik Franz, Marco Russ und auch Aleks Vasoski drei Innenverteidiger zurückkehren, das Intermezzo als Abwehrspieler dürfte für den Ex-Offenbacher also vorbei sein. „Jeder hat die Chance drinzubleiben“, sagt Skibbe dennoch, „vielleicht ja auf einer anderen Position.“ Lange wird es nicht dauern, bis Rode auch im Mittelfeld zeigen darf, was er kann. Die Premiere meisterte er bravourös.

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