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Russ tritt zum Abschied verbal nach

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Von: Peppi Schmitt

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Marco Russ, im Duell mit dem früheren Offenbacher Oliver Occean, absolvierte 159 Bundesligaspiele für die Frankfurter Eintracht. In Wolfsburg freut er sich auf Trainer Felix Magath. © Rhode

Frankfurt - Der Wechsel war lange vorbereitet und wurde nun blitzartig abgewickelt: Für eine Ablösesumme von gut drei Million Euro hat die Frankfurter Eintracht Abwehrspieler Marco Russ an den VfL Wolfsburg verkauft und damit die schlimmsten eigenen finanziellen Nöte gemildert. Von Peppi Schmitt

Vor Russ war für ebenfalls drei Millionen Euro Ablöse bereits Flügelflitzer Patrick Ochs zu den „Wölfen“ gewechselt.

Unmittelbar nach dem Spiel am Freitagabend in Fürth, als er zum letzten Mal für die Eintracht gespielt hatte, war Russ vom Wolfsburger Co-Trainer Pierre Littbarski ins Wolfsburger Trainingslager nach Bad Kleinkirchheim in Österreich chauffiert worden. „Wir bedauern es sehr, Marco ziehen lassen zu müssen“, sagte Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner, „er war ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft.“

Kaum weg aus Frankfurt hat Russ dann am Samstag erste Interviews gegeben mit Aussagen, die in einigen Passagen tiefe Einblicke in das gestörte Innenleben seines ehemaligen Arbeitgebers Eintracht zu verstehen sind. Schon seit einem Jahr habe für ihn festgestanden, „dass ich den Verein verlasse und eine neue Herausforderung brauche“, wird Russ im Internet-Auftritt der Wolfsburger Nachrichten zitiert. Diese Einstellung könnte womöglich auch die schwachen Leistungen erklären.

Der 25 Jahre alte Großauheimer sprach auch von den Hauptproblemen bei der Eintracht. Zum einen habe der Konkurrenzkampf gefehlt, zum anderen die Kondition. „Im Hinterkopf weiß man, dass man sowieso spielt“, sagte Russ zur komfortablen Situation ohne Konkurrenten, „dann bringt man nicht hundert Prozent Leistung.“ Noch schlimmer für die Verantwortlichen der Eintracht im Allgemeinen und speziell ihren ehemaligen Trainer Michael Skibbe: „Die letzten eineinhalb Jahre unter Skibbe waren eher mau, da haben wir nicht viel gemacht“, sagte Russ. Die Spieler seien nicht fit gewesen, das habe man gespürt. „Jetzt freue ich mich auf die Vorbereitung mit Magath“, fügte er hinzu, „er wird mich fit machen.“ Unglaubliche Aussagen.

Hübner arbeitet nun mit Hochdruck daran, Ersatz für Abwanderer Russ zu finden. Im Laufe dieser Woche, so der Sportdirektor, soll ein Nachfolger kommen. „Wir haben zwei Kandidaten, einen aus dem Ausland, einen aus dem Inland“, sagte er. Der Neue soll ein gestandener Spieler sein, darf aberhöchstens eine geringe Ablösesumme kosten.

Wie wichtig ein Stabilisator für die Eintracht ist, zeigte sich beim Spiel in Fürth, das die Frankfurter mit viel Glück gewannen. „Die Abstimmung untereinander hat zu wünschen übrig gelassen“ sagte Trainer Armin Veh. Noch haben die Neuen wie Torwart Kessler, und die Verteidiger Gordon Schildenfeld und Constant Djakpa nicht zusammengefunden.

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