Saisonziel erreicht und nicht zufrieden

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Aristide Bancé beim Kopfball-Duell mit dem Frankfurter Marco Russ.

Mainz ‐ Die Frankfurter Eintracht hat ihr Saisonziele in der Fußball-Bundesliga erreicht. Das 3:3 (2:1) beim FSV Mainz 05 brachte am drittletzten Spieltag den 46. Punkt, jene Zahl, die sich Trainer und Mannschaft vorgenommen hatten. Von Peppi Schmitt

Und das Unentschieden sorgte dafür, dass die Eintracht beste Chancen hat, in der Tabelle vor dem Nachbarn zu bleiben. Doch so richtig zufrieden war kaum einer bei den Frankfurtern. Für sie war das Remis eine gefühlte Niederlage, „weil wir doch alle Möglichkeiten hatten zu gewinnen“, wie der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen anmerkte. Die Eintracht konnte gegen einen spielerisch und taktisch unterlegenen Gegner eine 2:0- und eine 3:2-Führung nicht halten, was sie mächtig ärgerte. Und nach dem Spiel goss Michael Skibbe weiteres Wasser in den Wein. Die Eintracht sei ein „guter Klub“, sagte der Trainer, es mache ihm „viel Spaß“, in Frankfurt zu arbeiten, „aber richtig Luft nach oben haben wir für die nächste Saison nicht“.

Sollte heißen, dass viel mehr als in dieser Spielzeit auch in der Zukunft nicht drin sein wird. Es fehle schlicht an Geld, um gestandene Spieler zu holen, die die Mannschaft weiterbringen. „Wir müssen ablösefreie Spieler finden“, sagte Skibbe, „und wir müssen hoffen, dass einige unserer Spieler sich noch weiterentwickeln.“

Halil Altintop (links) beglückwünscht Alexander Meier. Dieser erzielte in Mainz nicht nur zwei Tore, er war auch der beste Mann auf dem Platz. Altintop spielte schwach.

Für beide Varianten hatte es in Mainz allerdings einige hoffnungsvolle Ansätze gegeben. Da war zum einen das geglückte Debüt von Ricardo Clark. Fast vier Monate hatte der Amerikaner auf seine Chance warten müssen, in der aufgeladenen Atmosphäre von Mainz hat er sie am Schopfe gepackt. Der 26 Jahre alte Mittelfeldspieler entpuppte sich als geschickter Zweikämpfer, der durchaus auch in der Lage war, den Ball ordentlich zu verarbeiten. Skibbe fand Clarks Leistung „außerordentlich gut“, das Debüt „sehr vielversprechend“. Bevor Clark mit der Nationalmannschaft der USA zur WM reisen wird, wollen die Frankfurter mit ihm über die Zukunft sprechen.

Stürmer Meier jedenfalls ist unersetzlich

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Weitere positive Entwicklungen erwartet der Eintracht-Trainer bei jüngeren Spielern wie Sebastian Jung (19), der in Mainz doch einige Probleme in der Defensive hatte, oder auch bei Ümit Korkmaz (24), der zu den Besten zählte. Der Österreicher, seit Wochen endlich verletzungsfrei, bereitete einen Treffer vor und erzielte selbst das 3:2 („Den habe ich richtig gut getroffen“). Dass sich auch ältere Spieler immer noch verbessern können, hat Alexander Meier (27) wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Meier erzielte seine Saisontreffer neun und zehn zu einer frühen 2:0-Führung und war der beste Mann auf dem Platz. „Als Mittelfeldspieler zehn Tore, das ist ein richtig gute Quote“, lobte Skibbe den Alleskönner, der zuletzt im defensiven Mittelfeld ebenfalls gute Leistungen gezeigt hatte. „Alex kommt als zweite Spitze häufig gefährlich in den Strafraum, er ist aber auch gut im Aufbau.“

Der Stürmer Meier jedenfalls ist unersetzlich. Auch deshalb, weil die anderen Stürmer aus unterschiedlichen Gründen nicht wirklich Klasse entwickeln. Halil Altintop (27), im Winter mit großen Vorschusslorbeeren verpflichtet, war diesmal einer der schwächsten Frankfurter. Die Laufbereitschaft stimmt beim ehemaligen Schalker immer, aber viel mehr kann er seit Wochen zum Offensivspiel nicht beitragen. Zwei Tore in 13 Spielen sind nicht wirklich überzeugend. Dass Skibbe ihn dennoch behalten will, ist der Tatsache geschuldet, dass der wenig überzeugende Altintop eigentlich preiswerter geworden sein müsste und sich die Eintracht womöglich gar keinen anderen Stürmer leisten kann. Bis zum Ende das Monats will die Eintracht Klarheit, ob der türkische Nationalspieler nun bleibt oder geht. Womöglich gehört Altintop ja auch in die Kategorie der Spieler, bei denen der Frankfurter Trainer eine positive Entwicklung erahnt.

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