Veh sauer: „So kann das nicht klappen“

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Trainer Armin Veh im Gespräch mit Alexander Meier: Von den vier Saisontoren der Eintracht erzielte er drei, das andere bereitete er vor. „Es gibt nicht viele Mittelfeldspieler in der Liga, die so einen Abschluss haben“, meint Veh.

Frankfurt - Am Ende eines langen und wenig erfreulichen Abends kam bei Armin Veh wieder der Zyniker hervor. Von Peppi Schmitt

„Wir müssen mehrere Kandidaten haben, um am Ende keinen zu bekommen“, antwortete der Trainer der Frankfurter Eintracht auf die Frage, ob es verschiedene Alternativen für die vakante Position des Nachfolgers für den nach Wolfsburg verkauften Innenverteidigers Marco Russ gebe. Nach dem glücklichen 1:1 gegen den FC St. Pauli war die Frage nach Verstärkungen aktueller denn je. „So können wir nicht weitermachen, so kann es nicht funktionieren“, sagte Veh und meinte damit die Abwehrzentrale seines Teams.

Das ist die größte von viele Baustellen der Eintracht, die zwar mit vier Punkten aus zwei Spielen durchaus „zufriedenstellend“, so Veh, gestartet ist, deren Leistungen aber (noch) keinen Anlass zum Optimismus geben, dass der Aufstieg klappen könnte. In Maik Franz, Aleksandar Vasoski, Marco Russ und Chris hat die Eintracht alle vier Innenverteidiger aus Bundesligazeiten verloren. Und die Neuen haben die Erwartungen noch nicht erfüllt. Gegen St. Pauli musste Ricardo Clark aushelfen - mit mäßigem Erfolg. Seit Wochen wird in Frankfurt über neue Abwehrspieler gesprochen, doch getan hat sich nicht viel. Wohl auch aus finanziellen Gründen.

Gordon Schildenfeld und Ricardo Clark nahm der Trainer in Schutz. Der eine könne noch gar keine Abstimmung mit den Kollegen haben, „weil er eine Woche mit Russ trainiert hat, jetzt ein paar Tage mit Clark.“ Der wiederum sei kein Innenverteidiger, sondern eine Notlösung. Veh macht weiter Druck auf Sportdirektor Bruno Hübner und auf Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Neuer Wunschkandidat soll der Brasilianer Anderson (23, Borussia Mönchengladbach) sein.

Ohne Geld kann die Mannschaft nicht verstärkt werden, ohne Verstärkung wird es nichts mit dem Aufstieg. Patrick Ochs und Russ haben je drei Millionen Euro eingebracht, trotzdem ist von weiteren Spielerverkäufen die Rede, Theofanis Gekas und Georgios Tzavellas werden genannt. Verkauft die Eintracht einen oder beide, wäre das Finanzloch gestopft, die Mannschaft aber womöglich noch weiter geschwächt.

„Ziemlich ernüchtert“ war nicht nur Vorstandschef Bruchhagen nach dem ersten Heimspiel, sondern auch der Großteil der 16.500 Zuschauer und die Spieler selbst. Fast schon mit „zwei blauen Augen“ sei man davongekommen sagte Kapitän Pirmin Schwegler. „Das war ein Spiegelbild der Rückrunde der vergangenen Saison“, fügte der Schweizer hinzu.

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