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Sebastian Rode im Training wie zu besten Frankfurter Zeiten

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Sebastian Rode (rechts) und Jan Zimmermann auf dem Weg zum Übungsplatz im Trainingslager in Florida.

Tampa – Eines Abends, als die Sonne im Sunshine State gerade am Horizont zu verschwinden drohte, als der Himmel in einem nahtlos ineinanderfließenden gelb-blau-roten Farbenmeer erstrahlte, als die erfrischende Brise vom Golf von Mexiko die Luft herunterkühlte, da machten es sich vier alte Bekannte mitten auf einer grünen Wiese gemütlich, genossen den Moment und quatschten über das, was war und das, was noch kommen sollte. Von Daniel Schmitt

Fast schon romantisch, diese Szenerie. An diesem herrlichen Abend unter Floridas Himmel hatten sich vier Fußballprofis von Eintracht Frankfurt mitten auf ihrem Trainingsplatz niedergelassen: Kevin Trapp, Marco Russ, Marc Stendera und Sebastian Rode.

2014, da lief jenes Quartett das letzte Mal gemeinsam im Adler-Dress auf. Es war eine berauschende Saison, mit herausragenden Momenten im Europapokal. Während Russ und Stendera seitdem ständig zum Kader der Eintracht zählten, lockte Trapp und Rode die große Fußballwelt. Trapp ging nach Paris, wurde Meister und spielte ebenso Champions League wie Rode beim FC Bayern. Nun sind beide wieder zurück, das Quartett von damals wieder vereint.

„Es fühlt sich für mich an, als komme ich nach Hause“, sagte Rode: „Ich hoffe, dass ich gesund bleibe und man am Ende der Saison behaupten kann, dass es eine Win-Win-Situation für beide Seiten war.“ Der 28-Jährige, den die Münchner 2016 für eine Ablöse von rund zwölf Millionen Euro an Dortmund weiterverkauften, der dort aufgrund von vielen kleineren und einer großen Verletzung (Schambeinentzündung) aber nie richtig zum Zug kam, er nimmt in Frankfurt einen neuen Anlauf. Für ein halbes Jahr hat die Eintracht den Mittelfeldspieler ausgeliehen, sollte Rode funktionieren, sollte sein gebeutelter Körper die Belastung aushalten, ist nach halbjähriger Testphase eine Weiterbeschäftigung bei der Eintracht trotz des bis 2020 in Dortmund laufenden Vertrages wahrscheinlich.

In den bisherigen sieben Trainingseinheiten macht der Mann mit dem drahtigen Oberkörper und den dünnen Beinen einen guten Eindruck. Rode ist viel unterwegs, antizipiert die Situationen, stibitzt den Ball - er macht all das, was ihn schon während seiner ersten Zeit in Frankfurt auszeichnete. „Wir sind alle von seinen Qualitäten überzeugt“, sagt Torhüter Trapp. Und Sportdirektor Bruno Hübner, auch einer, der Rode von früher persönlich kannte, findet gar: „Seppl ist ein absoluter Vollprofi, sonst wäre er bei seiner Verletzungshistorie schon längst weg vom Fenster. Es liegt in seiner Mentalität, dass er Verantwortung übernehmen will. Er spricht viel, zieht die Mannschaft mit.“

Bilder: Eintracht verliert im Florida Cup

Bei all dieser Lobhudelei scheint Rode, der nach seinem Wechsel zu Jahresbeginn gemeinsam mit seiner Frau Johanna noch bei seinen Eltern in Alsbach-Hähnlein wohnt, zeitnah aber eine Wohnung in Frankfurt beziehen will, niemand zu sein, dem die Gefahr des Abhebens droht. Dafür hat er zu viele Rückschläge in seiner Profikarriere erleben müssen, dafür ist er ein zu bodenständiger Typ. Einer, der immer freundlich im Umgang mit seinen Mitmenschen ist, jeden Fan grüßt, der spürbar froh ist, endlich wieder seinen Beruf mit einer Chance auf Einsatzzeiten nachgehen zu können. „Ich habe nie vergessen, wo ich herkomme und freue mich auf die Zeit“, sagt Rode, dessen letztes Bundesligaspiel lange zurückliegt. Am 13. Mai 2017 durfte er drei Minuten in Augsburg mitwirken. Entsprechend warnt Bruno Hübner vor überzogenen Erwartungen. Rode müsse zunächst die Intensität des Trainings verkraften, so der Sportdirektor.

Rode wird sicher nicht alle Spiele über die volle Zeit absolvieren. Das muss er auch gar nicht. Er soll aber sehr wohl zu einer brauchbaren Alternative für Gelson Fernandes werden, der zuletzt nach der Leistenverletzung von Lucas Torro auf der Sechserposition mehr oder weniger als Alleinunterhalter fungierte. Rode und Fernandes, beides sind ähnliche Spielertypen, wie sie Hütter gefallen. Laufstark, aggressiv, fleißig. Dazu ist das fußballerische Potenzial Rodes sicher noch ein wenig höher einzustufen als das von Fernandes. In Hübners Worten klingt das so: „Wenn Seppl in seiner Zeit beim FC Bayern unter einem Trainer wie Pep Guardiola nichts dazugelernt hätte, dann wäre das schlecht.“

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