Eintracht-Fans appellieren vor dem Spiel gegen St. Pauli an die Mannschaft und den Vorstand.

„Seid Männer, holt uns da raus“

Frankfurt (sp/dpa) ‐  Siegen oder fliegen! Das ist das Motto für Michael Skibbe vor dem Bundesliga-Heimspiel heute (15.30 Uhr) gegen den FC St. Pauli. „Wir wissen, dass es für den Trainer das letzte Spiel sein kann“, sagt Eintracht-Verteidiger Marco Russ. Er fordert daher von seinem Team, „alles in die Waagschale zu werfen“.

Neun Spiele in Folge hat Eintracht Frankfurt verloren, dabei nur einen Treffer erzielt. Eine Entwicklung, die freilich auch für Skibbe alarmierend ist. Noch genießt der 45-Jährige das Vertrauen von Vorstandschef Heribert Bruchhagen, „aber ich weiß, das die Geduld endlich ist. Es müssen jetzt Ergebnisse her“.

Die Eintracht muss gegen St. Pauli gewinnen, um eine realistische Chance zu haben, den vierten Abstieg aus der Bundesliga nach 1996, 2001 und 2004 zu vermeiden. Die persönliche Bilanz des Trainers, der seit 2009 in Frankfurt arbeitet, verspricht wenig Hoffnung auf Besserung. Von 60 Spielen mit der Eintracht hat Skibbe nur ein Drittel, also 20 gewonnen, 14 Mal Unentschieden gespielt und 26 Mal verloren. Noch schlimmer ist die Heimbilanz: 30 Mal hat der Tabellenfünfzehnte unter Skibbe in der Arena gespielt, dabei nur elfmal gewonnen.

Doch alle Statistiken zählen heute nicht mehr. „Am Ende müssen drei Punkte stehen, basta“, sagt Stürmer Ioannis Amanatidis. Einige Spieler haben unter der Woche deutlich gemacht, dass sie auch für Skibbe rennen wollen. Wie etwa Theofanis Gekas, der nach 14 Toren in der Vorrunde noch immer auf seinen ersten Treffer im neuen Jahr wartet. Nun sollen den Worten Taten folgen. Oder wie es Innenverteidiger Maik Franz formuliert: „Wir müssen nichts neu erfinden. Dass alle kratzen und spucken, kriegen wir nicht hin. Es ist alles Kopfsache. Wir brauchen Feuer.“

An Unterstützung wird es den Frankfurtern nicht fehlen. Knapp 50 000 Karten waren bis zum Freitag weg, die Arena wird also fast ausverkauft sein. Auch an Zuspruch fehlt es nicht. Vor zwei Wochen vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern hatten Vertreter der „Ultra“-Fangruppe eine Rede nach dem Abschlusstraining gehalten. Diesmal gibt es einen offenen Brief des Fan-Klubs „Schwarze Bembel“, der ein „fußballerisches Desaster historischen Ausmaßes“ befüchtet. Neben herber Kritik an Trainer und Spielern („Ihr habt uns das Elend eingebrockt, also seid Männer und holt uns da raus“) gibt es auch eine deutliche Ansage an den Vorstand. „Wie gelähmt präsentiert sich Eintracht Frankfurt und taumelt scheinbar rat- und tatenlos dem Abstieg entgegen“, heißt es in dem offenen Brief der Anhänger: „Das muss ein Ende haben.“

Eintracht: Fährmann - Jung, Franz, Russ, Tzavellas - Schwegler, Clark - Heller, Meier, Altintop - Gekas - Bank: Rössl - Vasoski, Kraus, Köhler, Kittel, Caio, Amanatidis, Fenin

St. Pauli: Kessler - Bartels, Thorandt, Gunesch, Volz - Daube, Boll - Bruns, M. Lehmann, M. Kruse - Asamoah

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare