Kritik am DFL-Konzept

Eintracht lehnt DFL-Sicherheitspapier ab

Frankfurt (nb) - Die Frankfurter Eintracht hat Stellung zu dem Arbeitspapier „Sicheres Stadionerlebnis“ der Deutschen Fußball Liga (DFL) bezogen. Wie bereits andere Vereine kritisiert auch die Eintracht das Konzept in einigen Punkten.

Man habe das Konzept der DFL mit verschiedenen Abteilungen (Fanbetreuung, Sicherheit, Veranstaltungsleitung und Recht) geprüft, Meinungen aus der Fanszene eingeholt und die geplanten Maßnahmen auch mit dem Einsatzleiter der Frankfurter Polizei erörtert. „Wir müssen nach kritischer Auseinandersetzung mit den Fanvertretern jedenfalls für Eintracht Frankfurt feststellen, dass dieser Weg in der vorgeschlagenen Weise so nicht beschritten werden kann“, heißt es in der knappp zwölfseitigen Stellungnahme. In ihrer Kritik bezieht sich die Eintracht ganz konkret auf einzelne Punke des DFL-Konzepts.

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Dabei stellt Eintracht Frankfurt vor allem die Verhältnismäßigkeit einiger geplanter Maßnahmen in Frage: So sei mit dem Begriff „Vollkontrolle“ im Zusammenhang mit dem Aufbau von Zelten und Containern der „Vorwurf mangelnder Rechtsgrundlage und des verfassungswidrigen Eingriffs in die Rechte der Besucher verbunden“. Die Befürchtung der Fans, der Verband wolle die Stehplätze abschaffen, unterstreiche „die Problematik der verhärteten Fronten und des Misstrauens“.

Der Verein betont, dass er grundsätzlich das Erarbeiten eines solchen Sicherheitskonzepts - unter Einbeziehung der Fans - befürworte, allerdings bestimmte Maßnahmen wie eine Verschärfung der Stadionverbots-Richtlinien oder Kollektivbestrafungen (von denen Eintracht Frankfurt auch schon betroffen war) für ungeeignet halte. Eine zum Teil undifferenzierte, verallgemeinernde und überzogene Auseinandersetzung mit den Vorfällen des zurückliegenden Sommers habe „ein bürgerkriegsähnliches Bild von Fußballspielen“ gezeichnet, „das in keinem Verhältnis zur Realität steht und eine sachliche Diskussion bisweilen nicht mehr zulässt“.

Hier finden sie die komplette Stellungnahmevon Eintracht Frankfurt

Mit der Ablehnung schließt sich Eintracht Frankfurt zahlreichen weiteren Clubs aus der ersten und zweiten Liga an, die das Papier der DFL kritisieren. Union Berlin und der FC St. Pauli hatten das Konzept bereits frühzeitig missbilligt, andere Vereine folgten der Kritik.

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