Kaum Pause vor Europa-League-Kracher

Sinnloses Montagsspiel gegen Düsseldorf bringt Eintracht Frankfurt in Bedrängnis

+
Die Fans von Eintracht Frankfurt haben im Februar 2018 gegen Leipzig gegen Montagsspiele demonstriert.

Frankfurt - In der Saison 2017/18 hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) für die Bundesliga Spiele an Montagen eingeführt. Gegen den erklärten Willen der Fans, mit Zustimmung der meisten Bundesligavereine. Von Peppi Schmitt

Die offizielle Begründung: Jenen Mannschaften, die in europäischen Wettbewerben spielen, vor allem jenen, die donnerstags in der Europa-League (EL) antreten, sollten dadurch längere Pause ermöglicht werden. Sportliche Gründe wurden also vorgeschoben. Aber natürlich ist es in erster Linie ums Geld gegangen. Die TV-Erlöse konnten auch durch den ausgedehnten Spielplan weiter erhöht werden.

In diesen Wochen kommt das Montag-Spiel geradezu absurd daher. Am letzten Montag hat RB Leipzig gegen Hoffenheim gespielt, beide Mannschaften spielen in diesem Jahr nicht mehr europäisch. Die Frankfurter Eintracht und Bayer Leverkusen dagegen, die am letzten Donnerstag in der EL am Ball waren, mussten dagegen schon am Sonntag spielen. Ihnen einen Tag länger Pause zu geben, wäre nur logisch gewesen.

Noch verwirrender wird es am übernächsten Liga-Spieltag. Da muss die Eintracht am Montagabend (11. März, 20.30 Uhr), drei Tage vor dem Rückspiel in der EL-League bei Inter Mailand in Düsseldorf antreten. Der einzig verbliebenen deutschen Mannschaft in diesem Wettbewerb bleibt also im Grunde keine Zeit, um sich auf das Spiel im San-Siro-Stadion vorzubereiten.

Das Team wird erst in der Nacht zum Dienstag aus Düsseldorf zurückkehren, am Dienstag selbst ist dann nur Regeneration möglich, am Mittwoch geht schon der Flieger nach Mailand. Direkt nach der Auslosung hatte der Frankfurter Trainer Adi Hütter noch daran gedacht, die Verantwortlichen im Klub zu animieren, auf eine Verlegung zu drängen. Davon hat er Abstand genommen.

„Ich kann es nicht beeinflussen, also rege ich mich nicht auf“, sagt Hütter in gewohnter Gelassenheit. Einen kleinen Vorteil hat der Montagtermin in Düsseldorf ja auch, denn so hat die Eintracht nach dem Hinspiel gegen Inter Mailand am Donnerstag, 7. März, einen Tag mehr zur Erholung, als wenn das Spiel, was logisch gewesen wäre, am Sonntagabend stattgefunden hätte.

„Bundesliga oder Europa-League, was ist wichtiger?“, sagt er ganz pragmatisch, „wir machen da keine Unterschiede.“ Bislang ist die Eintracht mit dieser Einstellung ja auch gut gefahren. Nur ein einziges Mal haben die Frankfurter nach einem EL-Spiel das nächste Bundesligaspiel verloren, nach dem 4:0 gegen Marseille mit 1:2 gegen Wolfsburg. Alle anderen Begegnungen in unmittelbarer Folge der internationalen Einsätze wurden gewonnen oder zumindest Unentschieden gespielt. Der Terminplan schreckt die Eintracht also nicht, er irritiert höchstens.

Und er führt die offiziellen Begründungen der DFL für Montagspiele ad absurdum. Ab 2021 werden diese Spiele ja auf Druck der Fanbasis auch wieder abgeschafft. Das hat die Liga gemeinschaftlich beschlossen. Dass Rücksichtnahme auf die eigenen Europa-Cup-Vertreter möglich ist, zeigt sich gerade in Frankreich. So kann sich Stade Rennes auf das EL-Achtelfinal-Hinspiel bei Arsenal London am optimal 7. März vorbereiten. Frankreichs Ligaverband LFP entsprach dem Wunsch des bretonischen Klubs, das für Samstag angesetzte Spiel bei Olympique Nimes zu verlegen. Rennes ist der letzte verbliebene Klub aus dem Land des Weltmeisters in der Europa-League.

Die Frankfurter können dagegen nicht auf mehr Erholung setzen, sondern auf ihren breiten Kader. Das Management hat es mit viel Geschick und ein wenig Glück, wie die kurzfristig mögliche Verpflichtung von Martin Hinteregger gezeigt hat, geschafft, das Aufgebot quantitativ und qualitativ aufzupeppen.

Eintracht Frankfurt: Zeugnis gegen Hannover 96

Mit den Neuen Hinteregger, Sebastian Rode und Almamy Toure ist Qualität hinzugekommen. Trainer Hütter kann ohne großen Leistungsabfall „rotieren“, tut dies aber eher sparsam. Für das Bundesligaheimspiel am Samstag gegen die TSG Hoffenheim hat er sogar die „Qual der Wahl.“ Mit Gelson Fernandes kehrt ein weiterer Profi nach überstandener Muskelverletzung zurück. An diesem Mittwoch wird der Schweizer Mittelfeldspieler wieder mit dem Team trainieren. Kurz vorm Comeback steht auch Lucas Torró.

Lesen Sie auch: Adi Hütter über Hallers Auswechsel-Ärger: "Es geht immer um den Sieg"

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare