Skibbe auf den Spuren von Magath?

Frankfurt ‐ Der am Dienstag laut offizieller Verlautbarung geschlossene Friede zwischen Heribert Bruchhagen und Michael Skibbe war einen Tag später schon wieder in Frage gestellt. Von Peppi Schmitt

Es gibt keinerlei Dissonanzen“, hatte der Vorstandsvorsitzende am Dienstag verkündet und Nachfragen der Medienvertreter nicht zugelassen. Ein paar Stunden später hat Heribert Bruchhagen dann „Welt online“ ein Interview gegeben, in dem er deutliche Vorwürfe an die Adresse von Michael Skibbe richtet. Der Trainer wolle mit den Attacken gegen den Vorstand „sein Image im Sinne von Felix Magath schärfen“ und trete deshalb nicht mehr so „verbindlich“ in Erscheinung wie in der vergangenen Saison. Es sei für ihn eine völlig neue Situation, so Bruchhagen, „dass ich jetzt vom eigenen Trainer so attackiert werde, aber auch das wird nicht dazu führen, dass ich aufgeregt agiere.“

Ganz offenbar rechnet der Eintracht-Chef selbst nicht damit, dass der beschlossene Burgfriede lange andauern wird. Skibbe sei „sehr emotional“ und hole nach Niederlagen „regelmäßig zum großen Schlag aus.“ Bruchhagen will sich aber nicht zum „Sündenbock“ für sportliche Rückschläge machen lassen. „Ich befürchte natürlich, dass, wenn wir in der Rückserie ein Spiel verlieren, der Eindruck entstehen kann, dass dies der Tatsache geschuldet ist, dass kein Stürmer geholt wurde“, sagt er, „dies wäre natürlich nicht richtig.“ Skibbe muss trotz dieser kritischen Anmerkungen wohl nicht um seinen Job bei der Eintracht fürchten. „Er arbeitet gut“, sagt Bruchhagen, „wenn ein Trainer erfolgreich arbeitet, ist meine Geduld unendlich.“

Interne Reibereien abhakt

Der Trainer hat derweil die internen Reibereien abgehakt und versucht alle Konzentration auf das Spiel am Samstag gegen Werder Bremen zu richten. 14 Spieler würden sich um die elf Plätze für die Startformation streiten, die letzten Entscheidungen will er erst am Spieltag treffen. In der Abwehr vor Torwart Oka Nikolov geht es darum, ob Sebastian Jung von Beginn an spielt oder doch Marco Russ. Maik Franz, Chris, der gestern beim Training aus privaten Gründen fehlte, und Kapitän Christoph Spycher sind gesetzt. Russ habe durch eine Darmerkrankung in der Vorbereitung „viel Substanz“ verloren, sagt Skibbe, der in der Hinserie nicht immer mit dem Innenverteidiger zufrieden war. „Er ist ein sehr guter Fußballer, aber im Überschwang wird er manchmal lässig“, kritisiert der Eintracht-Trainer.

Im Mittelfeld haben Patrick Ochs, Pirmin Schwegler und Selim Teber ihre Plätze sicher, der vierte Startplatz wird zwischen Benjamin Köhler und dem Brasilianer Caio ausgespielt. Auch Christoph Preuß könnte eine Rolle spielen. Über die Besetzung des Angriffs mit Nikos Liberopoulos und Alexander Meier gibt es mangels Alternativen keine Diskussionen. Eine Rückkehr von Martin Fenin ist nach dessen Leistenoperationen nicht in Sicht. „Es geht nicht voran“, sagt Skibbe.

Gute Chancen auf die Bank zu kommen haben sich Marcel Titsch-Rivero, Marcel Heller und Marcos Alvarez erkämpft.

Rubriklistenbild: © dpa

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