Verletzung im Oberschenkel

Spielt Jesus Vallejo nie mehr für die Eintracht?

+

Frankfurt - Das ist der nächste schwere Schlag für die Frankfurter Eintracht: Jesus Vallejo hat sich beim Training eine "Verletzung im Muskelsehnenübergang in linken Oberschenkel" zugezogen, wie der Club mitteilte, und wird aller Voraussicht nach bis zum Saisonende ausfallen. Von Peppi Schmitt

Das könnte bedeuten, dass Vallejo am letzten Samstag beim Auswärtsspiel in Dortmund überhaupt zum letzten Mal für die Eintracht gespielt hat. Der Leihvertrag mit Real Madrid läuft im Sommer aus und vieles deutet darauf hin, dass Real den 20 Jahre alten Innenverteidiger zurückholen wird. Wann sich Vallejo die Verletzung zugezogen hat, ist nicht so ganz klar, doch vermutlich war dies beim Vormittagstraining am Mittwoch. Es passt zur Frankfurter Geheimniskrämerei und Abschottungspolitik in diesen Tagen und Wochen, dass die Bestätigung der Verletzung nicht zuerst von der eigenen Pressestelle sondern von der spanischen Zeitung "AS" öffentlich gemacht wurde. Dieser Zeitung wird eine große Nähe zu Real nachgesagt. Die Eintracht hatte am Mittwoch eine vorgesehene Presserunde mit Vallejo kurzfristig ohne Nennung von Gründen abgesagt.

Wie auch immer, Vallejos Ausfall ist ein weiterer großer Verlust für die Mannschaft, die ja schon seit einigen Wochen auf Makoto Hasebe und Alexander Meier verzichten muss. Fraglich ist auch, ob Omar Mascarell (Achillessehnenreizung) und Branimir Hrgota (Wadenprellung), die ebenfalls nicht am regelmäßigen Übungsbetrieb teilnehmen, im so wichtigen Spiel am Samstag gegen den FC Augsburg eingesetzt werden können. "Die Mannschaft wird auch den Ausfall von Jesus wegstecken", zeigte sich Sportdirektor Bruno Hübner in einer ersten Stellungnahme optimistisch, "wir hoffen, dass wir ihn noch einmal im Eintracht-Trikot wiedersehen." Bislang hat Vallejo 25 Pflichtspiele in Liga (24) und Pokal (1) für die Frankfurter bestritten. Der spanische U 21-Nationalspieler hatte schon einige Male mit muskulären Problemen zu kämpfen und hatte von den letzten neun Pflichtspielen schon sechs verpasst.

Abwehr muss neu geordnet werden

Für Trainer Niko Kovac bedeutet der Dauerausfall von Vallejo, dass er nun seine Abwehr grundsätzlich neu ordnen muss. Mit Marco Russ und Michael Hector hat er noch zwei weitere Innenverteidiger im Kader, die einspringen könnten. Gesetzt ist freilich nur noch Aushilfskapitän David Abraham. Durchaus wahrscheinlich, dass an seiner Seite nun Andersson Ordonez spielen wird. Das Risiko: Der Ecuadorianer war selbst lange verletzt und ist noch kein einziges Mal über die volle Distanz gegangen. Möglich aber auch, dass mit Bastian Oczipka ein Außenverteidiger zukünftig innen spielen wird und für ihn Taleb Tawatha ins Team rückt. Oczipka hatte sich schon einige Male aushilfsweise als in der Zentrale bewährt. Auch bei dieser Lösung gibt es freilich ein Problem, denn auch der Israeli Tawatha hatte zuletzt immer wieder mit kleineren oder größeren Blessuren pausieren müssen. Das ist im Moment ein Trend bei der Eintracht. Im Gegensatz zur Vorrunde, als die Frankfurter mit ganz wenigen Ausfällen zu kämpfen und dies auf die wohlüberlegte Prophylaxe in den Trainingswochen zurückgeführt hatten, werden Mannschaft und Trainer in der Rückrunde fast dauerhaft von einer ganze Serie von Ausfällen geplagt.

Eintracht-Noten gegen Dortmund

Das führt dazu, dass Trainer Kovac vor dem Endspurt wohl sein gesamtes Team neu ausrichten muss, denn in allen Mannschaftsteilen gibt es inzwischen personelle Engpässe. Im Angriff konnte sich nach Meiers Verletzung keiner der Konkurrenten wirklich nach vorne spielen. Weder Branimir Hrgota noch Haris Seferovic konnten ihre Chancen nutzen. Im defensiven Mittelfeld hat Kovac sowieso nur wenig Auswahl. Da ist es fast schon existenziell wichtig, dass der einzig verbliebene Spezialist für Aufgaben vor der Abwehr, Omar Mascarell, tatsächlich spielen kann. Zuletzt hat der Spanier unter der Woche freilich mehr auf dem Fahrrad gesessen als gegen den Ball getreten. Durch Vallejos Verletzung ist nun auch die abwehrende Abteilung vor den letzten fünf Bundesligaspielen und dem Pokal-Halbfinale am Dienstag in Mönchengladbach nur noch bedingt einsatzbereit. Viel Tüftelarbeit also für den Trainer. (ps)

Mehr zum Thema

Kommentare