Star ohne Allüren zum Feldherrn bestimmt

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Zwischen 1965 und 1980 bestritt Jürgen Grabowski (links) 441 Bundesligaspiele nur für Eintracht Frankfurt und erzielte dabei 109 Tore. Rechts Erwin Hadewicz (Stuttgart).

Frankfurt - Der geniale Spielmacher zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten des deutschen Fußballs in den „goldenen“ 70er Jahren und gilt als bedeutendster Spieler in der Vereinsgeschichte der Frankfurter Eintracht. Als „Star ohne Allüren“ eroberte er damals die Herzen der Fans.

Auch jetzt noch meidet Jürgen Grabowski, der heute seinen 65. Geburtstag begeht, das Rampenlicht. „Es wird keine große Feier geben. Ich werde den Tag im Kreis meiner Familie verbringen“, sagte Grabowski.

Jürgen Grabowski

Den größten Moment seiner Karriere erlebte Grabowski an seinem 30. Geburtstag mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft. Das 44. Länderspiel beim 2:1-Finalsieg gegen die Niederlande am 7. Juli 1974 in München war zugleich sein letztes. In der Nationalmannschaft stand er stets im Schatten von Franz Beckenbauer, Günter Netzer oder Wolfgang Overath, „Ich hatte häufig das Gefühl, als gehörte ich gar nicht dazu“, beschrieb Grabowski einmal sein zwiespältiges Verhältnis zur Nationalmannschaft.

Weil er zumeist nur als „Joker“ zum Zuge kam, galt der dreifache WM-Teilnehmer Grabowski lange als „bester Auswechselspieler der Welt“. Dabei behagte dem in Wiesbaden geborenen Rechtsaußen, der erst spät auf seiner Lieblingsposition im Mittelfeld spielen durfte, diese Rolle ganz und gar nicht. „Grabowski war nicht zum Rekruten geboren, sondern zum Feldherrn bestimmt“, schrieb einst ein Kritiker über den Hessen.

Das legendäre Finale von 1959 inspirierte Grabowski

Seine ersten sportlichen Schritte machte Grabowski in Biebrich, wo er 1959 als 15-Jähriger mit großem Interesse das legendäre Finale um die deutsche Meisterschaft zwischen Eintracht Frankfurt und Kickers Offenbach (5:3) verfolgte. „Das hat mich inspiriert“, erzählte Grabowski.

1965 wechselte er für ein Handgeld von 10 000 Mark und ein monatliches Grundgehalt von 1000 Mark zur Eintracht, wo er nur ein Jahr später zum Nationalspieler avancierte. 1974 und 1975 holte er den DFB-Pokal, 1980 den UEFA-Cup. Unerfüllt blieb der Traum von der deutschen Meisterschaft. „Wir hatten eine tolle Mannschaft, haben oft sehr viele Tore geschossen, aber es hat nie gereicht. Das muss ich akzeptieren“, sagte Grabowski im Rückblick. Nach seinem Rücktritt entdeckte der seit knapp 40 Jahren glücklich verheiratete Grabowski seine zweite sportliche Liebe - das Golfspiel. Mit einem Handicap von 8,0 gehört er zu den besten Amateurspielern in Deutschland.

dpa

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