Seferovic ist sich mit Eintracht einig

Stürmersuche vor Ende

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Haris Seferovic (rechts), im WM-Gruppenspiel gegen den Franzosen Patrice Evra.

Frankfurt - Am letzten Sonntag, das Freundschaftsspiel beim SV Sandhausen war gerade abgepfiffen, da stand Thomas Schaaf mit dem Handy am Ohr auf dem Platz.

Am anderen Ende der Leitung war Haris Seferovic, und der Trainer der Frankfurter Eintracht trug im kurzen Telefongespräch dazu bei, dass die Stürmersuche des Klubs nun wohl erfolgreich zu Ende gehen wird. Denn der Schweizer Nationalspieler Seferovic, zuletzt beim spanischen Erstligisten Real San Sebastian unter Vertrag, soll nach Frankfurt wechseln. Der 22 Jahre alte Schweizer mit bosnischen Wurzeln ist wie der gerade verpflichtete Paraguayer Nelson Valdez, der am Donnerstag zum ersten Mal mit seinen neuen Kollegen trainierte, ein sportlicher Weltenbummler, hat bereits in seinem Heimatland für Grashoppers Zürich und Xamax Neuchatel gespielt, in Italien für den AC Florenz und die Zweitligisten US Lecce und Novara Calcio und in Spanien in San Sebastian. Nun also Frankfurt.

Mit seinen 1,87 Meter Größe ist Seferovic der so lange gesuchte „Stoßstürmer“. „Wir hoffen jetzt, dass wir das Rennen gewinnen“, gab sich Sportchef Bruno Hübner betont vorsichtig. Mit dem Spieler selbst hatte es am Mittwoch bei einem Besuch in Frankfurt Übereinkunft gegeben, doch perfekt war der Wechsel auch gestern noch nicht. Denn auch englische Klubs buhlen um den Spieler und wären wohl bereit, mehr als jene 2,5 Millionen Euro an Ablöse zu zahlen, die nun die Eintracht angeblich ausgehandelt hat. Wenn irgendwie möglich, soll Seferovic schon an diesem Freitag mit der Mannschaft zu zwei Freundschaftsspielen und einem Kurztrainingslager nach Italien reisen. Die Frankfurter Fans können ihn zum ersten Mal hautnah beim Freundschaftsspiel am 10. August gegen Inter Mailand erleben. Wer noch keine Karte hat, sollte sich beeilen, 47.000 der 51.500 Tickets sind verkauft.

Seferovic gehörte zu jener U17-Nationalmannschaft der Eidgenossen, die 2009 sensationell Weltmeister wurde. Fünf Tore hatte er damals dazu beigetragen. Bei der WM in Brasilien kam Seferovic unter Trainer Ottmar Hitzfeld in allen vier Begegnungen zum Einsatz. Im ersten Spiel gegen Ecuador war ihm in der Nachspielzeit das 2:1-Siegtor gelungen. In San Sebastian hatte er in 24 Spielen nur zweimal getroffen.

Ausgerechnet jetzt, wo der Umbau der Mannschaft vor dem Abschluss steht, hängt bei der Eintracht der Haussegen schief. Sportdirektor Bruno Hübner hat auf Angriffe des Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Dr. Wilhelm Bender, vom Vortag reagiert. Bender sei ganz offenbar „falsch informiert“, anders seien seine Aussagen nicht zu erklären. „Oder es war ein Kommunikationsfehler“, sagt Hübner. Eine der Stärken der Eintracht sei, „dass wir die Ruhe bewahren und sich gegenüber der Öffentlichkeit nur der Vorstandsvorsitzende äußert.“ Bender hatte in der „Sport-Bild“ unter anderem von einer Frist gesprochen, die der Vorstand Hübner für die Komplettierung der Mannschaft gesetzt habe. „Das ist schlicht falsch, es hat nie eine Frist gegeben“, sagt der Manager.

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(sp)

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