Erste Prüfung für Torwart Rönnow

Supercup ist superwichtig: Bayern als Herausforderung

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Frederik Rönnow

Frankfurt - Die Auswirkungen des DFB-Pokalsieges sind für die Frankfurter Eintracht vielfältig. Da ist der erste Titel seit dreißig Jahren mit einem riesigen Imagegewinn, da sind Mehreinnahmen in zweistelliger Millionenhöhe und da ist die sichere Teilnahme an der Gruppenphase der Europa-League. Von Peppi Schmitt

Die Eintracht ist in aller Munde. Über Risiken und Nebenwirkungen sollte man den aktuellen Trainer fragen. Die wichtigste Auswirkung in der Vorbereitung: Das letzte Testspiel ist das erste Pflichtspiel. Dem Trainer steht eine Woche weniger Vorbereitung zur Verfügung, denn das Duell gegen den FC Bayern München um den Supercup am Sonntag (20.30 Uhr, hier im Livestream oder Free-TV) ist nur auf den ersten Blick nicht wirklich wichtig. In Wahrheit geht es für die sportliche Leitung und den Trainer darum die richtigen Schlüsse für die kommenden Monate zu ziehen. Einen besseren Gradmesser als den Rekordmeister kann es nicht geben. Es ist das erste Mal, dass die Eintracht den Supercup (hier die mögliche Aufstellung) gewinnen könnte. Es ist das erste Heimspiel für Trainer Adi Hütter. Es geht ausgerechnet gegen seinen Vorgänger Niko Kovac. Und es ist zum ersten Mal, dass sich Neuzugänge den eigenen Fans präsentieren werden. Mehr Herausforderung geht nicht.

Trainer Hütter hat in den letzten Wochen mächtig improvisiert und experimentiert. Das hat er tun müssen. Zum einen musste und wollte er seine Spieler genau kennenlernen, „den Menschen hinter dem Spieler“, wie er immer wieder betont hat. Zum anderen, weil die Mannschaft schlicht und einfach noch nicht komplett ist. Gegen die Bayern am Sonntag wird der Eintracht-Coach sicher noch keine endgültige Stammformation gefunden haben. Aber er wird mit Blick auf für das Pokalspiel in Ulm eine Woche darauf und den Bundesligastart in zwei Wochen in Freiburg ein paar Karten aufdecken müssen, personell wie taktisch. Die Systemfrage wird Hütter zunächst eher konservativ behandeln. Vieles deutet darauf hin, dass er wie sein Vorgänger mit einer Dreierabwehrkette beginnen wird, die im Verteidigungsfall zu einer Fünferkette wird. Doch der neue Coach wird auch seine eigene Idee einbringen und seine Mannschaft anhalten, die Grundordnung etwas offensiver zu interpretieren. Sogar gegen die scheinbar übermächtigen Bayern mit ihrer Nationalspieler-Riege wollen die Frankfurter zumindest phasenweise „pressen“, den Gegner unter Druck setzen.

Ein Testlauf wird die Partie für Torwart Frederik Rönnow werden. Der Neuzugang aus Bröndby ist nach einer Kniereizung wieder fit, soll, so der Plan, die ganze Woche am Mannschaftstraining teilnehmen und dann am Sonntag im Tor stehen. Die maximale Prüfung also für den dänischen Nationaltorwart. In der zentralen Abwehr wird Hütter nicht mehr experimentieren. David Abraham, Makoto Hasebe und Carlos Salcedo nach dessen Rückkehr aus Mexiko sind erste Wahl. Die Verteidigerpositionen, die unter Hütter manchmal eine Art Außenstürmeraufgaben übernehmen, sind stabil besetzt, rechts mit Timmy Chandler oder Danny da Costa, links mit Jetro Willems. So weit, so klar.

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Je weiter es dann nach vorne geht, desto mehr Entscheidungen muss der neue Coach treffen. Der spielstarke Johnny de Guzman und Neuzugang Lucas Torró als Absicherungen vor der Deckung, das wäre naheliegend. Oder kommt mit Gelson Fernandes noch ein weiterer defensiver Spieler ins Team? Marco Fabián und Mijat Gacinovic haben sich in der Vorbereitung in die Mannschaft gespielt als offensive Antreiber. Und ganz vorne hat Hütter die Qual der Wahl zwischen Luka Jovic und Sébastien Haller. Ante Rebic wird so und so nicht spielen, unabhängig davon, ob er den Verein verlassen wird. Der Trainingsrückstand ist einfach noch zu groß.

Die spannendste Frage: Was passiert mit den ganzen anderen Neuzugängen? Dürfen sich Evan Ndicka, Chico Geraldes, Allan Souza und Goncalo Paciencia dem eigenen Publikum präsentieren? Nicht in Frage kommt Nicolai Müller, der nach einer Muskelverletzung einen deutlichen Trainingsrückstand aufweist. Die direkte Vorbereitung auf das Spiel gegen die Bayern beginnt die Eintracht mit einer Übungseinheit am Mittwochvormittag. Nach dem Trainingslager in Italien hatten sich die Spieler zwei Tage erholen können.

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