Nächstes „Endspiel“ gegen Hoffenheim

Darum sollte Eintracht nur nicht Siebter werden

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Frankfurt - Nach dem souveränen 3:0 gegen Mainz und vor den letzten sieben Spielen der Saison hatte Niko Kovac seine Zurückhaltung aufgegeben. Der Trainer der Frankfurter Eintracht hatte das Erreichen der internationalen Plätze als neues Ziel ausgegeben und er hatte die letzten sieben Begegnungen als "Endspiele" ausgerufen. Von Peppi Schmitt

"Wir haben jetzt nur noch Endspiele", hatte Kovac gesagt. Das erste sogenannte Endspiel haben die Frankfurter verloren, unglücklich mit 1:2 beim SV Werder Bremen. Damit hat sich auch in Anbetracht des schweren Restprogramms die Ausgangsposition für den Kampf um die lukrativen Plätze deutlich verschlechtert. An diesem Sonntag (18 Uhr - wir berichten im Liveticker) geht es nun gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Ein Blick auf die Tabelle genügt, um festzustellen, welch enorme Bedeutung der Partie zukommt. Mit einem weiteren Heimsieg, dem sechsten in Folge, wären die aktuell auf dem sechsten Rang platzierten Frankfurter kaum noch von einem Tabellenrang zu verdrängen, der zur Teilnahme an europäischen Spielen berechtigt. Mit einer Niederlage könnte nicht nur die TSG Hoffenheim vorziehen und die Eintracht auf Platz sieben zurückwerfen, sondern es könnte auch noch einmal tatsächlich eng werden.

Platz sieben wäre aus vielerlei Gründen ein echtes Problem. Vor allem wegen der Terminplanung im Sommer. Der siebte Platz wird zwar zum Einzug in die Europa-League reichen, da der Pokalsieger aus den oberen Tabellenrängen kommen wird, aber zunächst nur für die Qualifikation. Die ersten Qualifikationsspiele werden bereits am 26. Juli und am 2. August ausgetragen. Ein Horror für jeden Trainer. Der SC Freiburg kann ein Lied davon singen. Die Mannschaft von Trainer Christian Streich musste in der vergangenen Saison Ende Juli/Anfang August gegen den FC Domzale aus Slowenien antreten und ist prompt ausgeschieden (1:0 und 0:2). Zum einen, weil die Freiburger die Europa-League zwar angestrebt, sie dann aber nach dem Erreichen nicht wirklich ernst genommen hatten. Zum anderen, weil sie zum Zeitpunkt der Begegnungen noch in keiner wirklich guten körperlichen Verfassung waren.

Die Eckdaten für die Frankfurter Vorbereitung wurden bereits vor ein paar Wochen festgelegt. Vom 7. bis 15. Juli werden die Frankfurter in die USA fliegen, dort zwei Freundschaftsspiele in Salt Lake City und Philadelphia austragen und auch ein wenig trainieren. Nach der Rückkehr soll dann eine gute Woche in Frankfurt gearbeitet werden. Und schließlich soll die Vorbereitung Ende Juli im Südtiroler Gais, dem Stammquartier seit zwei Jahren, noch einmal Fahrt aufnehmen. Erst in Gais wird die die neue Mannschaft zusammen sein, zuvor werden einige Nationalspieler, die an der Weltmeisterschaft in Russland (14. Juni bis 15. Juli) teilnehmen, fehlen. Aktuell könnten von der Eintracht mit den Serben Mijat Gacinovic und Luka Jovic, dem Kroaten Ante Rebic, dem Schweizer Gelson Fernandes und den Mexikanern Carlos Salcedo und Marco Fabián ohne Berücksichtigung eventueller Neuzugänge ein halbes Dutzend Profis in Russland dabei sein. Und dementsprechend erst später zur Trainingsgruppe hinzustoßen.

Eintracht-Zeugnis gegen Bremen

Die bisherigen Planungen gelten zunächst nur für den Fall, dass die Eintracht ganz "normal" am 18. August mit dem ersten DFB-Pokalspiel in die Pflichtspielsaison startet. Eine Woche später beginnt dann die nächste Bundesligasaison. Muss die Eintracht vorher ran in der Europa League wird vieles anders. Die Tage in Amerika sollen unangetastet bleiben, denn der Aufenthalt in den Vereinigten Staaten dient ja auch der sogenannten "Internationalisierung". Danach aber müsste anders trainiert werden, komprimierter, parallel zu bereits wichtigen Spielen. Womöglich wird es dann kein zweites Trainingslager in der Fremde geben, sondern eine konzentrierte Arbeit zu Hause.

Eine Zitterpartie würde es dann auf jeden Fall für die Verantwortlichen der Commerzbank-Arena. Denn mit dem Helene-Fischer-Konzert (20. Juli), den Zeugen Jehovas (3. August) und den „Böhsen Onkelz“ 18. August) sind andere Veranstaltungen fest gebucht.

In jedem Fall würde die Trainingssteuerung dann zu einer echten Herausforderung für das Trainerteam. Und so wünschen sich alle bei der Eintracht den Einzug nach Europa, aber keiner wünscht sich so wirklich den siebten Platz. Ein Sieg gegen die TSG 1899 Hoffenheim wäre da mehr als hilfreich. Übrigens: Im Pokal könnte die Eintracht noch einen "Joker" setzen. Denn der Pokalsieger würde auch direkt in die Europa League einziehen. Da sind allerdings noch Schalke im Halbfinale und die Bayern oder Bayer im Finale davor.

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Wo landet Eintracht Frankfurt am Ende der Saison?
Platz 5 oder 6: Europa League
60.99%
Zwischen Platz 2 und 4: Champions League
19.68%
Platz 7 oder schlechter: Mittelfeld der Tabelle
19.32%

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