Sportgericht mildert Urteil ab

Verbessertes Urteil nur ein Teilerfolg

Frankfurt (sp) - Teilerfolg für die Frankfurter Eintracht: Das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) unter Vorsitz von Götz Eilers hat die vom DFB-Sportgericht ausgesprochene Strafe wegen mehrfacher Fan-Verfehlungen etwas abgemildert.

Vorausgegangen war eine sechsstündige Verhandlung. Dem Urteil zufolge sind für das erste Bundesliga-Heimspiel am 25. August gegen Bayer Leverkusen 31.500 Zuschauer zugelassen. 26.500 Sitzplatzkarten darf die Eintracht an ihre Anhänger verkaufen, die Stehplätze im Frankfurter Bereich bleiben geschlossen. Dazu können 5000 Karten personalisiert nach Leverkusen abgegeben werden. Zudem hat das Bundesgericht eine Strafe von 100.000 Euro ausgesprochen. In der vorangegangenen Instanz war die Eintracht verurteilt worden, 50.000 Euro Strafe zu zahlen und fürs erste Heimspiel insgesamt nur 20.000 Zuschauer zuzulassen, darunter 5000 Fans der Gäste.

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Der Teilausschluss sei abgemildert worden, „weil alle getroffenen Maßnahmen von Eintracht Frankfurt überzeugend und sehr begrüßenswert sind“, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung. In der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB sei die Verantwortlichkeit der Vereine aber festgelegt, auch wenn sie wie in diesem Fall kein Verschulden trifft. Dies sei „rechtlich nicht unumstritten“, sagte Eilers, „aber die Alternative wäre Untätigkeit oder Kapitulation.“

Eintracht-Fans sauer über Ausschluss

Nur 20.000 Fans dürfen am 25. August bei der Partie zwischen Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen, dem ersten Bundesliga-Spiel der Eintracht nach dem Wiederaufstieg, in die Commerzbank-Arena. Das hat jedenfalls das DFB-Sportgericht aufgrund mehrerer Zuschauerverfehlungen in der vergangenen Saison entschieden. Die Fans sind traurig, beim Bundesliga-Comeback möglicherweise nicht live dabei sein zu dürfen. Die Eintracht-Verantwortlichen haben Einspruch gegen den Zuschauerausschluss eingelegt.

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Dies aber komme nicht in Frage. Der Unterschied zum Verfahren gegen den Karlsruher SC, der zu einem kompletten „Geisterspiel“ ohne Zuschauer verurteilt worden ist, liege in der Schwere der Vorkommnisse. „Das Tatprofil war dort viel schlimmer“, sagte Eilers. Beim Relegationsspiel gegen Regensburg hatte es 70 Verletzte gegeben.

In einem über zweistündigen Rechtsgespräch war es nicht zu einem von allen Beteiligten annehmbaren Kompromiss gekommen, zu weit hatten die Vorstellungen auseinander gelegen. In seinen Ausführungen hatte Eintrachts Vorstandschef Heribert Bruchhagen gegen einen Zuschauerausschluss gekämpft. „Er hat sich für die vielen fairen Fans der Eintracht förmlich zerrissen“, sagte Anwalt Christoph Schickhardt. Und zumindest einen Teilerfolg erzielt. „Es wäre töricht zu sagen, wir wären mit dem Urteil zufrieden“, sagte Bruchhagen später, „aber wir haben ein verbessertes Urteil bekommen und werden nun beraten, wie wir damit umgehen.“ Aus Sicht von Schickhardt ist es dennoch ein „hartes Urteil, das die Eintracht sehr trifft.“ Erst nach einer Vorstandssitzung am heutigen Dienstag will die Eintracht bekanntgeben, ob sie dieses Urteil nun akzeptiert oder das ständige unabhängige Schiedsgericht anrufen wird.

Heute Abend (19.30 Uhr) bestreitet die Eintracht ein Testspiel in Linz gegen Red Bull Salzburg.

Rubriklistenbild: © Roskaritz

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