Verbesserung nicht möglich

Frankfurt - Michael Skibbe hat seine Kritik an der Personalpolitik der Frankfurter Eintracht erneuert. Mit dem Trainer sprach unser Mitarbeiter Peppi Schmidt.

Michael Skibbe, wie lautet ihr Fazit des Trainingslagers in der Türkei?

Ich bin sehr zufrieden, die Mannschaft geht gut vorbereitet in die Rückrunde. Aber ich mache mir große Sorgen, was die Besetzung des Kaders angeht. Wir sind nicht nur in der Offensive durch die Verletzungen von Amanatidis und Fenin ausgedünnt, sondern nun auch im Mittelfeld. Steinhöfer ist nach Kaiserslautern gewechselt, und Bajramovic wird operiert. Vasoski wird nach seiner Operation nicht in die Innenverteidigung zurückkommen, deshalb wird Chris auch nicht fürs Mittelfeld zur Verfügung stehen. Wir gehen sehr gehandicapt in die Rückrunde.

Die Stürmersuche ist erfolglos geblieben. Glauben Sie noch an eine Verstärkung?

Davon gehe ich nicht aus. Auf dem Spielermarkt gibt es keine Substanz.

Wie geht es nun weiter?

Zunächst einmal können wir froh sein, dass wir 24 Punkte haben. Mit den Spielern, die mir zur Verfügung stehen, können wir dauerhaft nicht gut Fußball spielen. Das ist keine Kritik an meinen Spielern. Doch in dieser Zusammensetzung ist keine Kompensation der Ausfälle mehr möglich. Der Status quo wird vom Trainer nicht mehr haltbar sein, auch mit mehr Training oder anderem Training ist keine Verbesserung mehr möglich. Wir verharren auf dem aktuellen Stand.

Welche Perspektiven hat die Eintracht?

Die Perspektiven sehen aus heutiger Sicht nicht besser aus. Im Winter war nichts möglich, und im Sommer wird es nicht wirklich leichter. So ist jedenfalls keine sportliche Weiterentwicklung des Kaders mehr möglich.

Ist das schon Resignation?

Das ist keine Resignation, das ist eine realistische Beschreibung der Situation. Die Eintracht ist an einer Grenze angelangt, die sie nicht überspringen kann.

Werden sie diesen Weg weiter mitgehen, Ihr Vertrag läuft ja noch bis 2011?

Richtig, ich habe einen Vertrag in Frankfurt und ich arbeite gerne hier. Aber ich bin immer bemüht, mich weiterzuentwickeln. Und dazu gehört auch eine Weiterentwicklung des Vereins. Das scheint aber nicht möglich.

Das bedeutet?

Ich stehe für Veränderungen und möchte diese weiter vorantreiben. Dafür brauche ich jegliche Unterstützung. Der Vorstand hat gesagt, die wirtschaftliche Konsolidierung habe oberste Priorität. Das muss ich akzeptieren.

Ist das eine Rücktrittsdrohung?

Ich habe alles gesagt, was es dazu zu sagen gibt.

Rubriklistenbild: © dpa

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