Geschichten der Saison

Zu viele verletzte Spieler: Eintracht Tabellenletzter

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Frankfurt - Es ist etwas mehr als ein Jahr her, da hatten die Verantwortlichen der Frankfurter Eintracht den sportlichen Niedergang in der Saison 15/16, der erst mit dem Sieg in den Relegationsspielen gegen Nürnberg ein glückliches Ende genommen hatte, unter anderem mit den vielen Verletzungen im Kader begründet. Von Peppi Schmitt

Damals war es unter anderem um Spieler wie Carlos Zambrano, Stefan Reinartz, Luc Castaignos oder auch Sonny Kittel gegangen, die lange nicht ihrem Beruf nachgehen konnten. Um ähnlich vielen Ausfällen vorzubeugen, hatte der neue Sportvorstand Fredi Bobic auch im medizinisch-prophylaktischen Bereich die "Mannschaft hinter der Mannschaft" bei seinem allumfassenden Revirement verändert und ausgeweitet. Es wurden neue Trainer eingestellt, verantwortlich für Kondition und Rehabilitation, die ärztlichen Untersuchungen wurden schon vor der Saison extrem verbreitert. Nichts sollte dem Zufall überlassen werden. Das Ergebnis all dieser Bemühungen: Niederschmetternd. Als vor ein paar Tagen das Onlineportal "fussballverletzungen.com" die sogenannte Verletzungstabelle der Bundesliga veröffentlichte, fand sich die Eintracht mit weitem Abstand auf dem letzten Platz wieder.

2380 Tage betrug danach die Ausfallzeit der verschiedenen Spieler, pro verletzte Spieler lagen die Fehltage im Durchschnitt bei 76,77 Prozent. Zum Vergleich: Bester in dieser Tabelle war der FC Ingolstadt, der nur 401 Ausfalltage zu beklagen hatten. Meister Bayern lag genau in der Mitte dieser Rangliste, auf Platz neun, mit 1301 Ausfalltagen. Ist der neue Ansatz der Eintracht also gescheitert? Diese Betrachtung wäre zu oberflächlich. Denn Verletzung ist nicht Verletzung. Gegen Unfälle ist niemand gefeit. Trainer Niko Kovac war noch am Ende der Saison stolz darauf, dass Muskelverletzungen sehr selten vorgekommen waren. Alleine Jesus Vallejo fiel zweimal für längere Zeit mit diesem Hintergrund aus. David Abraham war mal zwei Wochen verletzt wegen einer Zerrung, viel mehr wurde nicht bekannt, was durchaus für eine erfolgreiche Prophylaxe spricht. "Aber gegen stumpfe Verletzungen kannst du nichts machen", klagte der Frankfurter Trainer, als Mitte der Rückrunde die Ausfallliste teilweise alarmierende Formen angenommen hatte.

Stumpfe Verletzungen

Was Kovac unter "stumpfen Verletzungen" versteht, wird deutlich mit Blick auf die wichtigsten Ausfälle. Schon am zweiten Spieltag hatte es Verteidiger Guillermo Varela beim Derby in Darmstadt erwischt. Nach einem Tritt eines Gegners zog sich der uruguayische Neuzugang einen Riss der Deltasehne im Knöchel zu. Er konnte in der gesamten Vorrunde nicht mehr spielen. In der Rückrunde kam er nur mühsam auf die Beine, denn eine Schraube im operierten Gelenk bereitete so viele Schmerzen, dass sie operativ entfernt werden musste. In den gemessenen Zeitraum der Ausfälle fallen auch Krankheiten und Unfälle aus der vorangegangenen Saison. So hat Marco Russ wegen einer Krebserkrankung im ersten Halbjahr nicht zur Verfügung gestanden und Marc Stendera musste einen Kreuzbandriss auskurieren. Slobodan Medojevc hatte eine Achillessehnenverletzung aus der alten Saison mit in die neue gebracht und kam erst ganz spät zurück.

Und dann gab es noch jene Verletzungsausfälle, die die Frankfurter ganz besonders schwer trafen. Makoto Hasebe zog sich bei einer Rettungsaktion im Spiel bei den Bayern, als er mit dem Knie gegen den Pfosten prallte, einen Knorpelschaden zu und musste operiert werden. Alex Meier verletzte sich beim Training an der Ferse und Fußsohle. Eine scheinbar harmlose Verletzung, aber sehr schmerzhaft und schwer zu behandeln. Auch diese Ausfälle waren mit Vorsorge nicht zu vermeiden. Etwas anders liegen die Dinge bei Marco Fabián und Omar Mascarell. Fabián hatte im Trainingslager in Abu Dhabi über Rückenschmerzen geklagt. Womöglich wurde die Art der Verletzung zunächst unterschätzt. Fabián fehlte über Wochen, mehrere Ärzte wurden konsultiert. Erst nach einem Besuch in Madrid bei einem Arzt von Real ging es wieder aufwärts. Angeblich nach einer Spritzenkur. Eine solche Behandlung birgt freilich immer auch ein Risiko. Bei Fabián ging es gut.

Saison-Rückblick: Die Eintracht in der Einzelkritik

Bei Mascarell nicht. Der Spanier spielte über Wochen mit Achillessehnenschmerzen. Die Entzündung wurde mit physiotherapeutischen Maßnahmen, aber auch mit Medikamenten bekämpft. Tabletten hat Mascarell geschluckt, wohl auch viele Spritzen bekommen. Das hat für ein paar Wochen die Schmerzen gelindert und dafür gesorgt, dass er eingesetzt werden konnte. Gebessert aber hat sich die Verletzung nicht, irgendwann ging nichts mehr. Seit fast zwei Monaten ist Mascarell außer Gefecht. Eine Operation droht und damit ein langfristiger Ausfall. Und so könnte es sein, dass bei ihm und bei Hasebe die Verletzungen wieder mit in diese neue Saison genommen werden.

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