Vorfreude auf Bundesliga getrübt

Im letzten Saisonspiel beim Karlsruher SC fielen Eintracht-Anhänger wieder einmal aus der Rolle.
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Im letzten Saisonspiel beim Karlsruher SC fielen Eintracht-Anhänger wieder einmal aus der Rolle.

Frankfurt (sp) - Es ist bald ein Jahr her, da hat die große Mehrheit der Fußball-Anhänger im Rhein-Main-Gebiet zum ersten Mal für einen kleinen Teil sogenannter Eintracht-Fans büßen müssen.

Nachdem im letzten Bundesligaheimspiel der Frankfurter Eintracht am 7. Mai 2011 gegen den 1. FC Köln Fans den Platz gestürmt hatten, musste die Eintracht das erste Heimspiel in der vergangenen Zweitligasaison am 25. Juli 2011 gegen den FC St. Pauli vor teilweise leeren Rängen austragen.

Das DFB-Sportgericht hatte die Frankfurter dazu verurteilt, nur 16.000 der 51.000 möglichen Tickets zu verkaufen. Was den Verein rund eine halbe Million Euro gekostet hat.

Kaum wieder in die Bundesliga zurückgekehrt, soll es nach dem Willen des Kontrollausschusses nun für die Eintracht noch schlimmer kommen. Findet das erste Bundesligaspiel Ende August tatsächlich, wie vom DFB-Kontrollausschuss beantragt, nur vor 20 000 Zuschauern statt, könnten sich die Verluste der Eintracht inklusive der Geldstrafen aus der vergangene Saison auf fast eine Million Euro summieren.

Vorstand der Eintracht hat sich noch nicht geäußert

Und schlimmer noch: Die Vorfreude einer ganzen Region auf die Bundesliga würde ausgehebelt. Noch hat sich der Vorstand der Eintracht nicht zum DFB-Antrag geäußert. Zunächst soll die genaue Begründung für die Strafe abgewartet und zudem ein Vergleich zu den Strafen für andere Klubs gezogen werden. Fortuna Düsseldorf und der Karlsruher SC sollen zu kompletten „Geisterspielen“ verurteilt werden, Hertha BSC, der 1.FC Köln und Dynamo Dresden zu Teilausschlüssen der Zuschauer.

Die Berliner haben bereits angekündigt, sich zu wehren. Sie lehnen den Strafantrag des Kontrollausschusses ab. „Wir halten diesen Antrag des Kontrollausschusses für vollkommen unangemessen und nicht hinnehmbar“, sagte Herthas Geschäftsführer Sport Michael Preetz, „wir werden alles unternehmen, damit nicht Zehntausende unschuldiger Hertha-Fans für das Verhalten einiger weniger Chaoten bestraft werden.“

Problem mit Ausschlüssen nicht zu lösen

Auch Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC sieht sich zu Unrecht auf der Anklagebank. „Hier geht es darum, dass ein Verein für das Verhalten von Gewalttätern oder Krawallmachern bestraft werden soll“, sagte KSC-Präsident Ingo Wellenreuther.

Vermutlich wird auch die Reaktion der Führungsspitze der Eintracht ähnlich ausfallen. Denn eines hat die Vergangenheit gezeigt: Mit Ausschlüssen von Fans ist das Problem nicht zu lösen. Diese Art von Urteilen zeigt nur die gesamte Hilflosigkeit der Fußball-Gerichtsbarkeit.

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