„Wenn der Kopf frei ist, marschieren wir“

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Steht bei den Eintracht-Fans hoch im Kurs: Christoph Daum.

Frankfurt (sp) ‐ „Der Ball ist die beste Medizin“, hatte Christoph Daum zu seinem Amtsantritt gesagt. Aber nicht die einzige, die dem Patienten helfen kann. Auch Trainingseinheiten ohne Ball sind beim neuen Trainer der Frankfurter Eintracht möglich.

Am Donnerstag war intensive Laufarbeit angesagt. „Wir müssen noch ein bisschen was in den Keller legen“, sagte Daum, „wir brauchen ein paar Reserven.“

Die Akkus sollten unter anderem mit Intervallläufen aufgefüllt werden, rund acht Kilometer waren die Spieler unterwegs. In der nächsten Woche, direkt vor dem Spiel in Wolfsburg, und auch in der Woche danach, sei es deutlich schwieriger, noch im konditionellen Bereich zu arbeiten. Der Partie bei den „Wölfen“ am Sonntag folgt schon am Freitag darauf das Heimspiel gegen Werder Bremen. „Dazwischen können wir die Belastungen sicher nicht mehr nach oben fahren“, sagt Daum.

Mit Alex Meier und Ioannis Amanatidis mussten zwei Profis am Freitag das Training wegen muskulärer Probleme abbrechen, auch Maik Franz ist ja im Krankenstand. „Der Körper zeigt Reaktionen auf das neue Training“, sagt Daum, „aber wir haben ja noch ein paar Tage, um die Jungs fit zu bekommen.“ Zurückgemeldet haben sich Theofanis Gekas mit Lauftraining sowie Patrick Ochs und Sebastian Rode bei Übungen mit Reha-Trainer Michael Fabacher. Alle drei gehen davon aus, in Wolfsburg nächste Woche spielen zu können.

„Die Einstellung ist hervorragend, hier hält sich keiner zurück“, sagt der Neue, „dafür muss ich der Mannschaft ein Kompliment machen.“ Obwohl Christoph Daum in den ersten Tagen nur mit einem Teil des Aufgebotes arbeiten konnte, fühlt er sich in seiner ursprünglichen optimistischen Sicht der Dinge bereits bestätigt. „Wenn wir den Kopf freikriegen, dann marschieren wir“, ist er überzeugt. Dazu passt auch Daums Antwort auf die Frage, ob ihm die starken Gegner in den nächsten Wochen (Wolfsburg, Bremen, Bayern, Mainz, Dortmund) Sorge bereiten. „Da versetze ich mich mal in die Lage der anderen“, lächelt er, „die müssen gegen uns spielen.“

Die Fans klatschen Beifall, wenn sie solche Aussagen hören. Er habe sehr schnell in Frankfurt eine tiefe „Sehnsucht“ festgestellt nach der Rückkehr zu den guten alten Zeiten. „Hier gibt es ein Riesenpotenzial, das wollen wir wecken“, sagt Daum, „alle sehnen sich doch danach, dass die Eintracht irgendwann wieder international spielt.“ Bei diesen Visionen aber dürfe man nie das „Naheliegende“ außer acht lassen. „Und das sind die nächsten Spiele, der Klassenerhalt“, sagt der Eintracht- Coach, der der Frankfurter Fanseele ein bisschen was vom dem zurückgeben will, was er ihr einst im sportlichen Sinne genommen hat.

Unvergessen, als die Eintracht 1992 in Rostock am letzten Spieltag die Deutsche Meisterschaft gegen den VfB Stuttgart unter Christoph Daum verloren hat. „Sowas kann man nicht mehr gutmachen“, versichert Daum, „damals hatte die Eintracht die beste Mannschaft und hätte Meister werden müssen.“ Er sei noch heute „stolz“ darauf, „dass wir das mit dem VfB und damals geringeren Mitteln geschafft haben.“

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