„Wir müssen ein richtig geiler Haufen werden“

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Constant Djakpa verletzte sich im Training, wurde von Physiotherapeut Thomas Kühn behandelt.

Frankfurt (sp) - So klar hat sich Armin Veh noch nie zur Frankfurter Eintracht und seinen Zielen geäußert. „Ich will unbedingt aufsteigen“, sagt der Trainer, „da bin ich richtig scharf drauf.“

Aus Sicht des 50 Jahre alten Fußball-Lehrers ist es nicht nur dringend notwendig, die Mannschaft für dieses Ziel noch einmal zu verstärken, sondern vor allem auch die Stimmung rund ums Team zu verbessern.

„Wir brauchen mehr Emotionalität, mehr Herz, mehr Aufstiegsfieber“, fordert er, „manchmal ist mir hier alles zu trocken, zu nüchtern.“ Veh will zu Beginn der Wintervorbereitung aufrütteln, Reizpunkte setzen, bei der Mannschaft und im Umfeld. „Spieler und Trainer müssen auf dieses große Ziel hinarbeiten, aber auch alle Mitarbeiter im Verein“, sagt Veh, dem die Selbstverständlichkeit mit der von der Eintracht der Aufstieg erwartet wird, ziemlich auf die Nerven geht. „Ich habe das Gefühl, dass die Fürther und die Düsseldorfer sich über jeden Sieg richtig freuen“, glaubt er, „während Siege hier als normal hingenommen werden.“ Dieser fast schon überheblichen Erwartungshaltung will er nun massiv entgegenwirken.

Spieler müssen emotionaler werden

Zunächst in der Arbeit mit der Mannschaft. Die Spieler müssten emotionaler werden. Kapitän Pirmin Schwegler sei dafür Vorbild, „der will immer gewinnen“, aber auch Mohamadou Idrissou, „das ist ein verrückter Hund, der verkörpert das.“ Es komme nicht nur auf die spielerischen Qualitäten an, sondern auch auf Wille und Herz. „Wir müssen alle zusammen diesen Weg gehen“, appelliert Veh, „wir müssen ein richtig geiler Haufen werden.“

Die Mannschaft habe im ersten Saisonteil viel geleistet, dafür habe manchmal aus dem Umfeld die Anerkennung gefehlt. „Ein Aufstieg wäre nicht selbstverständlich, sondern eine große Leistung“, sagt Veh, „das wird mir hier alles als viel zu normal angenommen.“

Veh will einen verschworenen Haufen formen für die entscheidenden Spiele. „Die ganzen Jammerer interessieren mich nicht, die können mir den Buckel runterrutschen“, sagt er schon mal ganz emotional.

Linksverteidiger Constant Djakpa verletzt

Seine Aufgabe sei es, immer wieder darauf hinzuweisen, wo der Kader Schwachstellen habe. „Wir brauchen noch einen Stürmer und einen Abwehrspieler, der in der Viererkette in der Mitte und Außen spielen kann.“ Der Handlungsbedarf könnte sogar noch steigen, nachdem sich Linksverteidiger Constant Djakpa beim Training am Mittwoch eine Reizung am linken Außenband im Knie zugezogen hat.

So oder so will der Trainer einen „gestandenen Spieler, der sofort Druck machen und spielen kann.“ Der dringend erwartete Neue soll schon zum Trainingslager da sein, das die Eintracht ab Samstag in Katar bezieht. „Zu 90 Prozent klappt das“, glaubt Veh.

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