Eintracht Frankfurt

„Wunderbarer Nachmittag“ für die Eintracht

Eintracht-Zugang Rafael Borré (links) überzeugte gegen St. Etienne nicht nur aufgrund seines Elfmetertores.
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Eintracht-Zugang Rafael Borré (links) überzeugte gegen St. Etienne nicht nur aufgrund seines Elfmetertores.

Die Generalprobe ist dem Fußball-Erstligisten Eintracht Frankfurt mit einem 2:1-Testspielerfolg gegen AS Saint Etienne gelungen. Einen tollen Einstand hatte vor 10 000 Zuschauern Zugang Borré.

Frankfurt – Eine Ehrenrunde vor dem Spiel als Dank für die meist virtuelle Unterstützung der Fans während der Pandemie. Eine Ehrenrunde nach dem Spiel, um das besondere Gefühl der Rückkehr der zugelassenen 10 000 Zuschauer zu genießen. Für die Mannschaft der Frankfurter Eintracht war die Partie gegen AS St. Etienne mehr als nur ein erfolgreicher letzter Test vor dem Pokalspiel am Sonntag in Mannheim. Gerade auch für den Trainer. „Es war ein wunderbarer Nachmittag“, sagte Oliver Glasner nach dem 2:1 (2:0)-Erfolg. Der Coach hatte jede Aktion seiner Elf lautstark und gestenreich begleitet.

Die Zugänge Christopher Lenz und Rafael Santos Borré haben die Treffer zum 1:0 und 2:0 erzielt. Das war kein Zufall. Lenz spielte unerschrocken, erfüllte defensive wie offensive Aufgaben sehr solide. „Er hat ein tolles Spiel gemacht“, lobte Glasner, „er ist eine Maschine wie Filip Kostic.“ Lenz rannte die Linie rauf und runter, dabei gelang es ihm meist, die Balance zwischen Defensive und Offensive zu halten. Beim Tor profitierte er von der Vorarbeit von Daichi Kamada und Borré. „Christopher macht einen 50-Meter-Sprint, um dort zu sein. Diese Position musst du dir erst mal erlaufen“, sagte Glasner.

Laufen, rennen und sprinten kann auch der neue Stürmer. All das, was dem kolumbianischen Nationalspieler Borré vorher zugeschrieben wurde, hat er im ersten Spiel gezeigt. Er spielt aggressiv, ist schnell, mutig, robust und hat einen unbändigen Zug zum Tor. Es war ein Hauch von Ante Rebic, der da durch den Stadtwald wehte. Vor dem 1:0 hätte Borré schon treffen können, scheiterte jedoch am Torwart der Franzosen. Als es Elfmeter gab (41.), schlug die Stunde des Neuen. Dabei benötigte er zunächst Hilfe von Martin Hinteregger, denn Aymen Barkok hatte sich den Ball geschnappt. Das war aber vor dem Spiel anders bestimmt worden. „Rafael hatte sich auf meine Frage gemeldet“, so Glasner. Hinteregger übernahm die Klarstellung auf dem Platz. „Ayman hatte nicht richtig hingehört. Ich musste daher in dem Moment 70 Meter mehr machen“, sagte er lachend,

Borré verwandelte sicher. Die Urteile über den neuen Stürmer fielen durchweg positiv aus. Glasner: „Er hatte super Ballgewinne. Ich habe schon im Training gesehen, wie ehrgeizig er ist.“ Sportvorstand Markus Krösche: „Dafür, dass er noch nicht so lange da ist, macht er vieles intuitiv richtig. Rafael arbeitet viel fürs Team und kann sich Torchancen erarbeiten.“ Und Hinteregger gestand: „Ich hätte ihn im ersten Spiel nicht gleich so gut erwartet.“

Die neue Eintracht wirkte sehr harmonisch. „Mit vielen Sachen, die ich gesehen habe, bin ich sehr einverstanden“, so Glasner, „wir hatten sehr viele gute Aktionen, waren sehr variabel, haben den Gegner lange vom Tor weggehalten und wunderbare Tore gemacht.“ Auch Hinteregger war zufrieden: „In der ersten Hälfte haben wir sehr gut gespielt, waren souverän.“

Dass nach der Pause der Rhythmus etwas verloren ging, war den vielen Wechseln geschuldet. Anlass für Glasner, Leistung und Resultat nicht überzubewerten: „Ich habe mit Wolfsburg mal in der Vorbereitung 8:1 gegen Nizza gewonnen und eine Woche später haben wir uns im Pokal in Halle schwergetan. Wir werden hier also alle am Boden bleiben.“

Eintracht: Trapp - Tuta (76. Chandler), Hinteregger (62. Ilsanker), Ndicka (76. Irorere) - da Costa (46. Durm), Sow (46. Zuber), Hasebe (76. Hyryläinen), Lenz (62. Kostic) - Kamada (62. Younes), Barkok (62. Otto) - Borré (62. Paciencia)

Zusch.: 10000 - Tore: 1:0 Lenz (12.), 2:0 Borré (41./FE), 2:1 Kolodziejczak (74.)

Von Peppi Schmitt

Endlich wieder ein Spiel mit Zuschauern: Die Freude darüber war auch bei den Eintracht-Fans groß.

Ex-Offenbacher Rode neuer Eintracht-Kapitän

Sebastian Rode (Kniereizung) fehlte gegen St. Etienne, er war aber auch ein Sieger. Am Vormittag hatte Trainer Oliver Glasner den Ex-Offenbacher, -Münchner sowie -Dortmunder zum Eintracht-Kapitän ernannt. Makoto Hasebe und Martin Hinteregger sind die Vertreter. Rode sei „als echter Hesse mit seiner großen Erfahrung und Persönlichkeit der ideale Kapitän“, sagte Glasner „sein Wort zählt in der Kabine“. Rode war stolz und erfreut zugleich: „Ich werde das Amt tagtäglich mit großer Leidenschaft ausführen“. Der 30-Jährige (200 Pflichtspiele für die Eintracht) ist nicht nur ein kämpferischer Anführer, sondern zeigt sich auch meinungsstark und ist sozial engagiert. (sp)

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