„Das schult einen fürs Leben“

Dietzenbacher Zummack will bei Profis den Durchbruch schaffen

+
Yannick Zummack beim Training mit den Profis.

Frankfurt - Seit Sommer 2015 zählt Torhüter Yannick Zummack zum Profikader der Frankfurter Eintracht. Auch wenn der Dietzenbacher (als Jugendlicher für Gravenbruch am Ball) in der Bundesliga noch nicht zum Einsatz kam, genießt er die Zeit, glaubt an seine Chance - und den Klassenerhalt.

Yannick Zummack, wie fühlt es sich an als Profi bei einem Verein, in dem man sämtliche Jugendmannschaften durchlaufen hat?

Als das Angebot kam, war das einer meiner schönsten Momente. In den beiden Jahren bei der U19 war ich als Torwart gesetzt und habe zwei gute Saisons gespielt. Danach stand das Thema Profivertrag im Raum und es gab Gerüchte, aber das Thema wurde nie wirklich ausgesprochen.

Was sind denn die größten Unterschiede zwischen dem Jugend- und Profibereich?

An erster Stelle steht die Präsenz und die Härte der Zweikämpfe. Als Torwart spürt man natürlich besonders die Schüsse und es ist deutlich schwieriger, sich auf die Abschlüsse vorzubereiten. Mein Torwarttrainer Manfred Moppes Petz hat zum Beispiel einen richtigen Bumms. Insgesamt werden höhere Ansprüche gestellt. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber daran. 

Ist es für einen jungen Torwart noch schwieriger, sich durchzusetzen, als für einen Feldspieler?

Auf jeden Fall. Als dritter Torwart bei der Eintracht habe ich verinnerlicht, dass man sich durchsetzen, Geduld haben und an sich selbst arbeiten muss. Als 19-Jähriger kann man auch nicht erwarten, gleich im Tor zu stehen. Irgendwann bekommt man die Chance und das Vertrauen geschenkt. Das schult einen für das Leben.

Ihr U19-Vorgänger Marvin Schwäbe ist von der Eintracht nach Hoffenheim gewechselt, hat dann mit der Leihe nach Osnabrück einen Schritt zurück in die 3. Liga gemacht und spielt dort eine überragende Saison. Wäre ein solcher Schritt für Sie auch denkbar?

Das ist eine sehr gute Möglichkeit. Im Leben haben zwei Schritte nach hinten oft drei Schritte nach vorne zur Folge. Als junger Torwart spielt weniger die Liga eine große Rolle, sondern dass man überhaupt spielt und Erfahrung sammeln kann. Wenn man dann nach einer Leihe zurückkommt, hat man ganz andere Qualitäten und wird vom Trainer anders beurteilt. 

"Hauptsache Italien!" Legendäre Fußball-Sprüche

Wie schwierig ist es, Schule und Fußball zu vereinbaren?

Im Leistungszentrum bekommt man die volle Unterstützung gewährleistet. Zum Beispiel durch Nachhilfe. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich nicht immer der beste und fleißigste in der Schule war (lacht). Nach meinem Abitur habe ich die Entscheidung getroffen, dass Fußball für mich wichtiger ist und ich meinen kompletten Fokus darauf lege.

Gibt es einen Plan B? 

Klar macht man sich darüber Gedanken. Allerdings hat das nichts daran geändert, dass ich mich im Profifußball etablieren und meinen Weg gehen will. Dennoch ist es wichtig, sich ein zweites Standbein aufzubauen, weil man nie weiß, was passieren kann. Ich habe auch darüber nachgedacht ein Fernstudium anzufangen.

Zur sportlichen Situation: Schafft die Eintracht den Klassenerhalt?

Mit dem neuen Trainer, der hervorragende Arbeit leistet, können wir den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen. Wir geben in jedem Training hundert Prozent und haben den Ernst der Lage erkannt. Ich bin davon überzeugt, dass wir es da unten raus schaffen können.

st

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare