„Fall Yaffa“

Zambrano und Piazon drohen hohe Geldstrafen

Frankfurt - Die Fragen an Thomas Schaaf drehten sich am Dienstagmorgen kaum um den Rückrundenauftakt am Samstag beim SC Freiburg.

Der Trainer der Frankfurter Eintracht sollte vielmehr vor Kameras und Mikrofonen vieler Journalisten zu den Vergewaltigungsvorwürfen gegen seinen Spieler Yusupha Yaffa (18) Stellung beziehen. Keine einfache Aufgabe für Schaaf. „Alles was der Vorstand am Montagabend gesagt hat, hat weiterhin Bestand“, sagte er, „es gibt nichts hinzuzufügen“. Der von einer Frau der Vergewaltigung beschuldigte Yaffa hatte die Nacht noch in Untersuchungshaft verbracht und war gegen Zahlung einer Kaution von 100.000 Euro am Dienstag freigekommen. Carlos Zambrano, in dessen Wohnung die Tat begangen worden sein soll, und Lucas Piazon, der den Abend und die Nacht mit Zambrano verbracht haben soll, haben ganz normal am Training teilgenommen. Auch über ihre Rollen gibt es keine neuen Erkenntnisse. „Unser Wissensstand ist nach wie vor, dass sie in keinster Weise tatbeteiligt waren“, sagte Eintrachts Justiziar Philipp Reschke.

Ob die Südamerikaner am Samstag in Freiburg in der Anfangself stehen, bleibt offen. Vom Klub wird ihnen eine „gravierende Pflichtverletzung“ vorgeworfen, so Sportdirektor Bruno Hübner, „weil sie in der fraglichen Nacht unangemessen lange unterwegs waren“. Sie müssen mit Sanktionen rechnen, die sich offiziell aber nicht auf den sportlichen Bereich beziehen sollen. „Es wird Konsequenzen geben, das haben wir klar definiert“, sagt der Trainer. Vermutlich gibt es eine hohe Geldstrafe. Sportlich gesetzt aber sind der peruanische Abwehrspieler und der brasilianische Stürmer sowieso nicht. Denn an diesem Mittwoch werden Makoto Hasebe und Takashi Inui von der Asien-Meisterschaft zurückkehren und das Training aufnehmen. „Sie waren natürlich sehr müde, hatten jetzt aber ein paar Tage Zeit durchzupusten“, sagt Schaaf über die Japaner, „mal sehen, in welcher Verfassung sie sich präsentieren“.

Die Vorbereitung auf das Spiel in Freiburg ist durch den „Fall Yaffa“ ziemlich durcheinandergebracht, obwohl der junge Mann, der aus Gambia stammt, aber auch im Besitz eines italienischen Passes ist, keine große Rolle im Lizenzspieleraufgebot gespielt hatte. Geholt wurde er in erster Linie, um der U19 im Abstiegskampf der Jugend-Bundesliga zu helfen. „Die Arbeit auf dem Platz stört das alles nicht“, sagte der Trainer, „aber dass ich mich mit solchen Fragen beschäftigen muss, ist schon störend.“ Die guten Nachrichten bei der Eintracht halten sich in diesen Tagen in Grenzen. Dazu gehört, dass Alexander Meier nach seinen muskulären Problemen an der Hüfte ohne Einschränkung am Training teilnehmen konnte. „Ich habe keine Probleme“, sagte Meier. Torwart Kevin Trapp soll am Mittwoch wieder auf dem Platz stehen, ebenso wie Alexander Madlung und Sonny Kittel. (sp)

Rubriklistenbild: © Jan Huebner

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