Zwei Systeme für viele gute Stürmer

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Ex-Kapitän Ioannis Amantidis ist ein Kandidat für den Spielführer-Posten.

Grünberg ‐ Mit den wichtigen, grundsätzlichen und für den Saisonverlauf prägenden Entscheidungen will sich Eintracht Frankfurts Trainer Michael Skibbe viel Zeit lassen. Die Torwartfrage wird er erst in der Woche vor dem Pokalspiel beim Wilhelmshavener SV (15. August) beantworten. Von Peppi Schmitt

Zum Spielsystem und den Zielen der Eintracht in der neuen Bundesligasaison will er sich nach dem zweiten Trainingslager in Österreich Anfang August erklären. Den neuen Spielführer sowie den Mannschaftsrat wird Skibbe erst unmittelbar vor dem Saisonstart bestimmen. Erste Hinweise auf seine Meinungsbildungen hat der Frankfurter Trainer aber bereits jetzt im Trainingslager in Grünberg gegeben.

Torwartfrage: Oka Nikolov und Ralf Fährmann streiten um den Platz zwischen den Pfosten. Routinier Nikolov (36) starte mit einem „Bonus“, sagt der Trainer, „er war letzte Saison Stammspieler und hat es gut gemacht.“ Die Chance für Herausforderer Ralf Fährmann (21) liege schlicht darin, „besser zu halten als Oka.“ Gelegenheit, ihr Können zu demonstrieren, würden beide in ausreichendem Maße erhalten. „Sie bekommen gegen starke Gegner die gleichen Spielanteile“, sagt Skibbe.

Zu den stärkeren Gegnern zählen Racing Straßburg (21. Juli in Kehl), Racing Santander (27. Juli in Göttingen), FC Chelsea (1. August in Frankfurt), US Palermo (5. August in Kärnten) und Udinese Calcio (8. August in Kärnten).

Spielsystem: „Wir haben so viele gute Stürmer“, sagt Abwehrspieler Maik Franz, „ich vermute, dass wir offensiver spielen in der neuen Saison.“ Statt wie zuletzt mit einem Stoßstürmer und drei offensiven Mittelfeldspielern bietet sich dem Trainer die Möglichkeit, mit zwei Spitzen in einem reinen 4-4-2-System zu spielen. „Ich möchte dahin kommen, dass wir beide Systeme ohne große Eingewöhnungszeit erfolgreich spielen können“, sagt Skibbe, der sich für die Heimspiele „mehr Attraktivität“ wünscht.

Saisonziele: Auf eine Punktevorgabe will sich Skibbe erst dann festlegen, „wenn die Mannschaft eine längere Zeit zusammen war.“ Die vier WM-Teilnehmer kehren in den nächsten Wochen zurück. Der erfahrene Maik Franz glaubt, dass nach 46 Punkten letzte Saison nun 50 Punkte „realistisch“ sein könnten, „weil wir eine richtig gute Mannschaft haben.“

Kapitänsfrage:„Da wird es keine großen Überraschungen geben“, sagt der Trainer und hat doch gleich eine verkündet. Auch Ioannis Amanatidis, vor der letzten Saison von Skibbe als Spielführer abgesetzt und durch Christoph Spycher ersetzt, gehört wieder zu den Kandidaten. „Wenn Ioannis gesund bleibt, gehört er auf dem Platz und abseits des Platzes zu unseren wichtigsten Spielern“, sagt der Eintracht-Trainer. Favorit auf die Nachfolge des Schweizers Spycher ist der Brasilianer Chris.

Manchmal können vermeintlich ungleiche Duelle einen hohen Unterhaltungswert haben. So gestern das Testspiel zwischen dem Kreisoberligisten JSG Homberg Ober-Ofleiden und dem Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Am Ende gewannen die Profis zwar standesgemäß mit 10:3 (4:3), doch was sich in der ersten Halbzeit vor 3 000 Zuschauern abspielte, war, aus Eintracht-Sicht, außergewöhnlich schlecht. Die Leistung führte schon auf dem Platz zu heftigen Diskussionen, vor allem zwischen Franz und Georgios Tzavellas ging es verbal hoch her.

Eintracht 1. HZ:Rössl - Ochs, Franz, Petkovic, Tzavellas - Tosun, Steinhöfer, Rode, Kittel - Altintop, Amanatidis - 2. HZ:Özer - Jung, Russ, Petkovic, Köhler - Heller, Meier, Titsch-Rivero, Korkmaz - Fenin, Alvarez - Tore:0:1 Tosun (2.), 0:2 Steinhöfer (9.), 0:3 Pötzel (15., ET), 1:3 Koprnmann (21.), 2:3 Koch (29.), 2:4 Amanatidis (33.), 3:4 Koch (43.), 3:5 Korkmaz (73.), 3:6 Meier (77., FE), 3:7 Russ (80.), 3:8 Meier (88.), 3:9 Korkmaz (89.), 3:10 Meier (90.)

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