Eintracht-Trainer Veh macht alles richtig

Die zweite Reihe ist erstklassig

+
Karim Matmour (links) bejubelt seinen Treffer gegen Hannover. Rechts Stefan Aigner.

Frankfurt - Wechseln Fußballtrainer erfolgreich aus, wird oft die Formulierung vom „glücklichen Händchen“ gebraucht. Dabei ist es in aller Regel auch das „gute Auge“ des Fußball-Lehrers, dessen Sachverstand und das Wissen um die Stärken der eigenen Spieler.

Bei der Frankfurter Eintracht scheint Trainer Armin Veh genau hinzuschauen. Denn was Veh auch anpackt, es ist in diesen Tagen und Wochen von Erfolg gekrönt.

Eine Stärke des Aufsteigers, der auf Platz zwei der Bundesliga hinter Bayern München liegt, ist die eingespielte Stammformation. Eine weitere Stärke aber ist auch die zweite Reihe. Wen immer Veh bisher auch gebracht hat, alle haben sie ihre Aufgaben erfüllt, in den meisten Fällen sogar die Mannschaft verstärkt. Nicht ein einziges Mal hat die Eintracht an den ersten acht Spieltagen durch Wechsel vor dem Spiel oder während des Spiels entscheidend an Qualität verloren. „Wir haben 25 gute Spieler“, sagt Pirmin Schwegler, ganz verantwortungsvoller Kapitän. Dabei hat die Eintracht in dieser Saison erst 18 eingesetzt.

Das Zeugnis der Eintracht-Spieler

Eintracht-Spieler in der Einzelbewertung

Die Erfolge der Spieler, die von der Bank gekommen sind, sind verblüffend. Da ist Martin Lanig, der am ersten Spieltag gegen Bayer Leverkusen das 2:1-Siegtor erzielte und auch eine Woche später beim 4:0 in Hoffenheim getroffen hat. Da ist Stefano Celozzi, der schon einige Tore mit vorbereitet hat, zuletzt das 3:1 gegen Hannover 96 mit einer brillanten Flanke auf Alexander Meier. Da ist Vadim Demidov, der in Mönchengladbach den erkrankten Bamba Anderson solide vertreten hat, obwohl die Eintracht dort die einzige Niederlage hinnehmen musste. Da ist Erwin Hoffer, der beim Auswärtsspiel in Nürnberg (2:1) nach 20 Minuten für den verletzten Olivier Occean ins Team gekommen war und nur vier Minuten später den Führungstreffer erzielt hat. Und selbst Youngster Sonny Kittel machte bei seinem einzigen Fünf-Minuten-Einsatz in dieser Saison in der Schlussphase gegen Borussia Dortmund eine gute Figur.

Bilder vom Spiel

Sieg gegen Hannover 96

Der „König der Einwechsler“ aber ist Karim Matmour. Viermal wurde er in den letzten fünf Spielen von der Bank aus ins Spiel gebracht. Am Samstag gegen Hannover durfte er von Beginn an spielen, weil Veh beim Training gesehen hatte, „dass er richtig gut in Form ist“. Also schickte der Trainer nicht Stürmer Hoffer für den erkrankten Stürmer Occean ins Spiel, sondern Mittelfeldspieler Matmour. „Ich bin ein flexibler Offensivspieler“, sagt der, „ich habe auch in Mönchengladbach schon ganz vorne gespielt.“ In Frankfurt aber war Matmour in den letzten eineinhalb Jahren Flügelspieler auf der rechten Seite. Auch während der gesamten Vorbereitung wurde er dort eingesetzt, war der „Backup“ von Stefan Aigner.

Für Matmour war es nicht einfach gegen die körperlich robuste Innenverteidigung der Niedersachsen mit Karim Haggui und Mario Eggimann. Matmour hat die Aufgabe mit Bravour gelöst, wobei ihm schon in der fünften Minute der Führungstreffer gelungen war. Er hat umgesetzt, was sonst Occean auszeichnet, viel Laufarbeit und Geschick beim Verteidigen des Balles. Da der 27 Jahre alte Matmour Occean technisch sogar ein Stück überlegen ist, hat der Eintracht der Ausfall Occeans im Grunde nichts ausgemacht. Auch weil Veh wieder alles richtig gemacht hat. „Um erfolgreich zu sein, braucht man das Quäntchen Glück“, sagt der Trainer. Aber auch ein gutes Auge.

sp

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare