Debakel in Düsseldorf

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Unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurden Samil Cinaz (oben, im Duell mit Adam Bodzek) und der FSV Frankfurt: Bei der 0:6-Pleite in Düsseldorf zeigte sich, dass die Bornheimer noch weit davon entfernt sind, ein Spitzenteam der 2. Liga zu sein.

Düsseldorf (sp) ‐ Vor einer Woche hat der FSV Frankfurt beim 4:0 gegen Oberhausen gespielt wie ein Aufstiegskandidat. Gestern war davon nichts mehr zu sehen. Beim 0:6 (0:2) bei Fortuna Düsseldorf spielten die Frankfurter wie ein Abstiegskandidat.

Die Folge der schlechtesten Saisonleistung war die höchste Saisonniederlage und die Erkenntnis, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen, dass die Bornheimer sich eher am Mittelfeld der 2. Liga als an der Spitze orientieren müssen. „Die Mannschaft hat den Charaktertest bestanden und sich nicht ergeben“, sagte Trainer Hans-Jürgen Boysen. Das kann nur Ironie gewesen sein, denn von Charakter und Gegenwehr war nun wirklich nichts zu sehen.

Es war geradezu grotesk, was die in dieser Spielzeit oft so gut aufspielende Abwehr diesmal bot. Allen voran Kapitän Björn Schlicke, der wohl den schwärzesten Tag erlebte, seit er beim FSV ist. Doch auch neben ihm brachen früh die Dämme. Auf der rechten Seite wurden Christian Müller und Sven Müller vom schnellen Sascha Dum schwindlig gespielt, in der Mitte machte Düsseldorfs Neuzugang Ken Ilsø, was er wollte. Ein Tor war schöner als das andere, dabei profitierte die Fortuna allerdings von einer Lethargie und Tatenlosigkeit des FSV, die kaum noch zu überbieten war. Beim 1:0 (19.) wurden die Gäste klassisch ausgekontert. Nach glänzender Vorarbeit von Dum traf der Däne Ilsø in seinem ersten Spiel für Düsseldorf. Mit dem 2:0 drei Minuten vor der Halbzeit, als Schlicke sich wie ein Schulbub von Dum ausspielen ließ und Ilsø erneut traf, war die Partie schon entschieden.

Boysen versuchte mit zwei Wechseln zur Pause eine Wende herbeizuführen. Ohne Erfolg. Vier Minuten nach der Pause traf Adam Bodzek nach einem Eckeball per Kopf zum 3:0. Danach ließen die Frankfurter so ziemlich alles über sich ergehen. Der gerade eingewechselte Max Beister durfte nach Pass von Dum auf 4:0 erhöhen (56.), erneut Ilsø (81.) und wieder Beister (89.) machten das halbe Dutzend voll, mit dem der FSV sogar noch gut bedient war.

Gleich nach dem Abpfiff holte Boysen seine Spieler auf dem Platz zusammen und sprach minutenlang auf sie ein: „Wir müssen diese Schlappe wegstecken und wieder aufstehen.“ Die Chance dazu hat der FSV schon am Dienstag in Aue.

Düsseldorf:Melka - Schwertfeger, Lukimya, Langeneke, van den Bergh - Bodzek, Fink - Zoundi (46. Beister), Dum (65. Weber) - Rösler (81. Gaus), Ilsø

FSV Frankfurt: Klandt - Christian Müller (77. Stein), Gledson, Schlicke, Konrad - Cinaz - Sven Müller (46. N'Diaye), Wunderlich, Gjasula, Fillinger (53. Cidimar) - Mölders

SR: Sippel (München) 

Zuschauer: 18.027

Tore: 1:0 Ilsø (17.), 2:0 Ilsø (41.), 3:0 Bodzek (48.), 4:0 Beister (56.), 5:0 Ilsø (81.), 6:0 Beister (89.)

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