Wie ein alter Flickenteppich

FFC Frankfurt muss in der Vorbereitung immer wieder auf Spielerinnen verzichten

Frankfurt - An manchen Tagen hat Niko Arnautis, der Trainer des 1. FFC Frankfurt, gerade einmal 13 Feldspielerinnen auf dem Trainingsplatz stehen. Beim Test gegen den TSV Schott Mainz musste er sogar ausgewechselte Spielerinnen wieder einwechseln. Von Paul Schönwetter

Nicht die besten Voraussetzungen bei einer Vorbereitung von neun Wochen auf die neue Saison der Frauen-Fußballbundesliga. Eine deutsche A-Nationalspielerin stellt das einstige Aushängeschild zwar nicht mehr, doch dafür ist der Verein, der sich der Verjüngung und Talentförderung verschrieben hat, bei den Juniorinnen-Turnieren auf Topniveau neuerdings stark vertreten: Erst fehlten der Schweizer Neuzugang Géraldine Reuteler sowie die ins All-Star-Team gewählte Lisa Ebert wegen der U19-EM, aktuell weilen gleich vier Spielerinnen bei der U20-WM. Denn in der Bretagne stellt der FFC mit der Obertshausenerin Tanja Pawollek Janina Hechler, Sophia Kleinherne und Neuzugang Laura Freigang den größten Vereinsblock im U20-Team.

Und Ende August beginnt die Fifa-Abstellungsperiode für die letzten WM-Qualifikations-Spiele. Dann werden unter anderem die beiden österreichischen Neuzugänge Verena Aschauer und Laura Feiersinger fehlen. Das erste Mal den kompletten Kader beisammen hat Arnautis erst kurz vor dem ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal am zweiten September-Wochenende. Die Liga geht dann gleich mit dem Auswärtsspiel beim Doublesieger VfL Wolfsburg (16. September) los. Eine fast unlösbare Aufgabe zum Start.

Bis dahin wirkt die Vorbereitungszeit zerrupft wie ein alter Flickenteppich. „Natürlich ist das nicht optimal, aber wir können es nicht ändern und machen das Beste daraus“, sagt der FFC-Coach. „Wir werden als Team zusammenwachsen, auch wenn das etwas länger dauern könnte.“ Der Vorteil: „Je kleiner die Gruppe, desto intensiver das Training. Alle ziehen mit.“

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Von den Neuzugängen ist Arnautis überzeugt: Sie seien „menschlich einwandfreie Charaktere“. Man müsse aber Reuteler und Marilena Widmer Zeit geben, „bis sie voll ankommen in der Bundesliga“. Nach der historisch schlechtesten Bundesligasaison geht der FFC mit dem jüngsten Kader der Liga (Schnitt: 21 Jahre) an den Start. Arnautis glaubt: „Wir haben eine coole und interessante Truppe.“ Auch wenn die vorderen Plätze utopisch sind, formt er eine Mannschaft, die sich weiterentwickeln könnte.

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