WM 2018: Frankreich zieht ins Viertelfinale ein 

Mbappe überstrahlt Messi: Frankreich wirft Argentinien raus

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Frankreich steht nach dem 4:3-Erfolg gegen Argentinien im Viertelfinale.

Die entfesselten Jungstars der Equipe Tricolore haben Lionel Messi und die Vizeweltmeister aus Argentinien in einem begeisternden Achtelfinale aus dem WM-Turnier geworfen.

Kasan - In Kasan drehten der Stuttgarter Benjamin Pavard mit einem Traumtor und der alles überragende 180-Millionen-Euro-Teenager Kylian Mbappe einen 1:2-Rückstand in ein 4:3 (1:1) und lassen die Grande Nation vom Titel träumen. 

"Ich habe mich super gefühlt heute", sagte Doppeltorschütze Mbappe (64./68.), der als erster Teenager seit dem großen Pele 1958 im Endspiel gegen Schweden (5:2) zwei Treffer erzielte. "Wir haben gesagt, zusammen können wir große Dinge erreichen, das haben wir heute gezeigt. Es fühlt sich großartig an, aber jetzt müssen wir weiter arbeiten", ergänzte der 19-Jährige.

Für den enttäuschenden Messi könnte das spektakuläre Spiel dagegen der letzte Auftritt auf der größten Bühne des Weltfußballs gewesen sein.

Vier Jahre nach dem verlorenen Finale im Maracana verpasste der fünfmalige Weltfußballer erneut sein erstes WM-Tor in einer K.o.-Runde. Schlimmer noch: Messi war abgemeldet, ein Schatten seiner selbst. Ganz anders Doppel-Torschütze Mbappe (64./68.), der auf Peles Spuren wandelt, und die weiteren französischen Torschützen Pavard (57.) und Antoine Griezmann (13./Foulelfmeter).

WM 2018: Di Maria gelingt Traumtor - dann kommt Mbappe

Angel Di Maria (41.) und Gabriel Mercado, der einen schwachen Messi-Schuss ins Tor abfälschte (48.), hatten die Partie vor und nach der Pause auf den Kopf gestellt. Der Anschlusstreffer des eingewechselten Sergio Agüero (90.+3) kam zu spät.

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Der französische Sieg war hochverdient, nach drei wenig überzeugenden Vorrundenspielen sprengten die "Baby Bleus" endlich ihre Ketten und versüßten ihrem Trainer Didier Deschamps damit dessen Rekord: Zum 80. Mal coachte der Weltmeister von 1998 die Franzosen, er überholte damit Raymond Domenech. 

In seinem 81. Spiel, dem Viertelfinale am Freitag (16.00 Uhr MESZ) in Nischni Nowgorod, geht es gegen Uruguay oder Portugal. Allerdings ohne Blaise Matuidi, der seine zweite Gelbe Karte sah.

WM 2018: Franzosen nehmen Messi aus dem Spiel

Argentinien muss nach einer holprigen Vorrunde, die von Nebengeräuschen um Trainer Jorge Sampaoli und die traurige Gestalt, die einst Diego Maradona war, überschattet wurde, mit einer Packung die Heimreise antreten. 

Gegen Frankreich hatten die Gauchos alles auf Messi gesetzt - und verloren. Die Franzosen verteidigten geschlossen und spielten vor 42.873 Zuschauern in der Kasan Arena erstmals im Turnier ihr höllisches Tempo aus.

WM 2018: Mbappe eifert Pele nach

Mbappe, der als erster Teenager seit Pele im Finale 1958 (5:2 gegen Schweden) zwei Treffer in einem WM-Spiel erzielte, holte mit seiner Sprintstärke in den ersten 20 Minuten zwei gefährliche Freistöße und den Elfmeter heraus. 60 Meter spurtete er durchs Mittelfeld, ehe Marcos Rojos ihn zu Boden riss. 

Der Innenverteidiger hatte Argentinien gegen Nigeria überhaupt erst ins Achtelfinale geköpft. Griezmann, der vier Minuten zuvor mit einem Freistoß an der Latte gescheitert war, traf wie gegen Australien vom Punkt. Die Führung war hochverdient.

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All ihr Ballbesitz half den Argentiniern wenig, weil Matuidi, Ngolo Kante und Samuel Umtiti Barca-Star Messi die Stärken raubten. Der Superstar zog sich frustriert ins Mittelfeld zurück, dort konnte er nichts anrichten. 

WM 2018: Franzosen mit Hochgeschwindigkeitsfußball

Es brauchte einen Geniestreich von seinem langjährigen Weggefährten Di Maria, um Argentinien zurück ins Spiel zu bringen. Der Angreifer aus Paris zog aus dem Stand ab und ließ Hugo Lloris aus 27 m keine Chance.

Jugendlicher Leichtsinn, anders ist es kaum zu erklären, führte zum 1:2. Pavard, der beim zweiten Treffer der Argentinier das Abseits aufgehoben hatte, und vor allem Mbappe sorgten danach für französische Jubeltrauben auf dem Spielfeld. Angesichts des Hochgeschwindigkeitsfußball der Franzosen konnten Messi und Co. nur Staunen.

sid

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