Gedränge im defensiven Mittelfeld der DFB-Elf

Khedira selbstbewusst: "Kann Mitspieler besser führen"

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Toni Kroos ist gesetzt. Doch neben ihm ist das Gedränge im defensiven Mittelfeld der deutschen Nationalmannschaft groß. Sami Khedira hat wohl die besten Karten.

Eppan - Sami Khedira alberte im Training mit Joshua Kimmich herum, bei der anschließenden Medienrunde demonstrierte der Weltmeister sein enormes Selbstvertrauen. "Ich bin in einem ganz anderen Zustand als 2014. Daher kann ich mich ganz anders einbringen, weil ich nicht nur auf mich fokussiert sein muss", sagte der Mittelfeldstar von Juventus Turin und ergänzte: "Ich kann den Rundumblick haben, kann Mitspieler besser führen und andere Aufgaben intensiver übernehmen."

Der 31-Jährige untermauerte damit im Trainingslager in Eppan seinen Anspruch auf einen Stammplatz im defensiven Mittelfeld der deutschen Fußball-Nationalmannschaft an der Seite des gesetzten Toni Kroos. Trotz des großen Gerangels auf dieser Position hat Platzhirsch Khedira derzeit die besten Karten.

Gündogan gegen Brasilien schwach

Ilkay Gündogan enttäuschte nach guten Leistungen bei Manchester City im Länderspiel-Klassiker gegen Brasilien (0:1) im März in Berlin. Auch Leon Goretzka und Sebastian Rudy drängten sich nach ihren starken Vorstellungen beim Confed-Cup-Sieg nicht in den Vordergrund.

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Während Khedira entspannt Werbung in eigener Sache betreibt, gibt sich der acht Jahre jüngere Goretzka deutlich zurückhaltender. "Ich will im Training und in den Spielen Gas geben. Dann sehen wir, was passiert", sagte der künftige Münchner, der um den harten Kampf auf der Sechser-Position weiß: "Mein Vorteil ist, dass ich variabel einsetzbar bin."

Rudy muss um Kaderplatz bangen

Während Goretzka zumindest sein WM-Ticket sicher haben dürfte, droht Rudy das gleiche Schicksal wie vor der EM 2016 in Frankreich: Eine Ausbootung in letzter Minute.

Davor muss Khedira keine Angst haben. Während er vor vier Jahren die Vorbereitung auf die WM in Brasilien nach einem gerade erst überstandenen Kreuzbandriss nicht topfit aufnehmen konnte, ist er nun "auf einem guten Level".

Angst, von einem der jüngeren Konkurrenten verdrängt zu werden, hat der Routinier nicht. Die jungen Spieler würden zwar viel frischen Wind reinbringen und die Älteren pushen, so Khedira: "Wir haben aber die Erfahrung. Man weiß, worauf es ankommt."

Joachim Löw hat jedenfalls im wichtigen Maschinenraum die Qual der Wahl. "Alle müssen Gas geben", mahnte der Bundestrainer in Südtirol an. Khedira beherzigt diese Worte. Aber auch die Konkurrenten drängen ins Team. "Das Verhalten der Spieler ist einmalig. Natürlich sind wir in einer Leistungsgesellschaft, aber alle geben richtig Gas und halten zusammen. Das wird die Entscheidung am Schluss nicht einfacher machen", sagte Assistenztrainer Marcus Sorg.

sid

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