Mitleid nach Tiefschlag für FSV Frankfurt

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Frankfurter Frust in Düsseldorf. Manuel Konrad und Torwart Patric Klandt nach dem 0:6.

Frankfurt (sp) ‐ Selten zuvor waren die Spieler des FSV Frankfurt so froh, eine „englische Woche“ vor sich zu haben wie in diesen Tagen. Das Nachholspiel morgen Abend um 18.00 Uhr beim FC Erzgebirge Aue kommt gerade recht, um das 0:6-Debakel vom Freitag bei Fortuna Düsseldorf schnell vergessen machen zu können.

„Von uns wird eine Reaktion kommen“, versicherte Mittelfeldspieler Mike Wunderlich. Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass der Sieger von Aue sich weiter an den Aufstiegsplätzen orientieren kann.

FSV-Trainer Hans-Jürgn Boysen hatte direkt nach dem Abpfiff die Mannschaft auf dem Spielfeld zusammengetrommelt und eine minutenlange Rede gehalten mit Blick auf Aue. „Ich traue der Mannschaft zu, dass sie nach diesem Tiefschlag am Dienstag wieder aufsteht.“

Der FSV-Trainer wird den Hebel vor allem in der Abwehr ansetzen müssen, die es der Fortuna mit teilweise haarsträubenden Fehlern einfach gemacht hatte. „So viele individuelle Fehler bin ich von meiner Mannschaft nicht gewohnt“, sagte Boysen. Vor allem der 29 Jahre alte Abwehrchef Björn Schlicke, immerhin 88 Mal in der Bundesliga und 148 Mal in der 2. Liga für Greuther Fürth, Hamburger SV, 1. FC Köln, MSV Duisburg und den FSV am Ball, hatte total neben sich gestanden. „Es hat nur noch eine Rote Karte gefehlt oder dass uns das Dach auf den Kopf fällt“, behielt der Kapitän seinen Humor.

Hätte nicht FSV-Torwart Patric Klandt als einziger Normalform bewiesen, wäre die Niederlage sicher noch deutlicher ausgefallen. Viel schlimmer aber sei es gewesen, „zum ersten Mal in meiner Karriere Mitleid vom Schiedsrichter“ bekommen zu haben. Verteidiger Christian Müller brachte es auf den Punkt: „Unser Verhalten war naiv.“

Womöglich war den Bornheimern nach dem 4:0 aus der Vorwoche gegen Oberhausen der Blick auf die Realitäten verloren gegangen. „Die Leute, die hier von mehr geträumt haben, sind auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden“, sagte Wunderlich, der angeblich vom Nachbarn Eintracht Frankfurt umworben wird.

Auch Björn Schlicke wollte nicht ausschließen, dass der Traum von der Aufstiegschance die Mannschaft im Unterbewusstsein beeinflusst hatte. „Aber wir müssen jede Woche am oberen Limit spielen, um bestehen zu können“, sagt der Kapitän. Das haben sich nun alle Frankfurter fürs Spiel in Aue wieder vorgenommen.

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