Interview: Neuer Ansatz für die FSV-Köpfe

Benno Möhlmann gibt die Richtung für den FSV Frankfurt an: Nach oben. Neben dem FSV-Trainer sein Torwarttrainer Norbert Lorz.
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Benno Möhlmann gibt die Richtung für den FSV Frankfurt an: Nach oben. Neben dem FSV-Trainer sein Torwarttrainer Norbert Lorz.

Frankfurt - Beim Hallenfußballturnier in der Ballsporthalle stand Benno Möhlmann zum ersten Mal als Trainer des Zweitligisten FSV Frankfurt an der Bande. Ernst wird es für den 57-Jährigen ab 3. Februar, wenn die Rückrunde beginnt. Von Jörg Moll

Dann will der Nachfolger von Hans-Jürgen Boysen mit den derzeit auf Relegationsrang 16 notierten Bornheimern das schaffen, was ihm beim FC Ingolstadt 04 keiner mehr zutraute: den Klassenerhalt. In Ingolstadt war Möhlmann am 10. November entlassen worden.

Herr Möhlmann, Sie haben die ersten Trainingstage hinter sich, wie ist der erste Eindruck von Ihrer neuen Mannschaft?

Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Spieler sehr engagiert und motiviert sind. Sie ärgern sich, dass die Hinserie so schlecht gelaufen ist.

Was stimmt Sie zuversichtlich, dass Besserung eintritt?

Ich habe mich auch für den FSV entschieden, weil ich glaube, dass einige Spieler besser spielen können. Das ist ein Anhaltspunkt. Ein zweiter ist, dass zwei, drei neue Gesichter dazukommen werden. Und zum dritten werde ich mit einer neuen Ansprache neue Reize setzen.

Sie wurden beim abstiegsbedrohten FC Ingolstadt entlassen. Nun arbeiten Sie beim abstiegsbedrohten FSV. Brauchen Sie den Kitzel des Existenzkampfs?

Nein. Das ist nicht unbedingt das, was ich brauche. Aber richtig ist, dass ich gerne in Situationen dazukomme, in denen sich ein Verein nach vorne entwickeln kann. Das war zuletzt in Ingolstadt auch so.

Die Heimbilanz des FSV ist enttäuschend. In neun Spielen in der Hinrunde gelang kein einziger Sieg. Sitzt das in den Köpfen der Spieler?

Das ist ja eigentlich schon in der Rückserie der letzten Saison so gewesen. Das ist in den Köpfen vorhanden. Da kann man mit einer neuen Ansprache einen neuen Ansatz finden. Wichtig wird sein, dass wir in den ersten zwei, drei Heimspielen etwas holen. Wir haben zuvor vier Wochen Zeit, um mit der Mannschaft zu arbeiten.

Wo werden Sie in der Vorbereitung den Hebel ansetzen?

Wir werden Wert darauf legen, schnell umzuschalten - in beide Richtungen. Aber wir müssen auch die Abwehr stabilisieren. Es darf nicht sein, dass man sich nach einem Gegentor hängen lässt. Und es wird darauf ankommen, effektiver zu spielen.

Sie sprachen von zwei, drei neuen Gesichtern. Wie viel Spielraum besteht, weitere Zugänge neben Chadli Amri (1. FC Kaiserslautern) zu verpflichten?

Wir haben ja mit Mike Wunderlich auch einen Rückkehrer. Aber wir haben schon noch die Möglichkeit, zwei Spieler zu holen, die sich im normalen Zweitliga-Rahmen bewegen. Der Schwerpunkt der Suche liegt auf einem Stürmer und einem Mann für die linke Abwehrseite.

Sie haben in Ingolstadt mit Sven Kmetsch als Co-Trainer zusammengearbeitet. Wird er Ihnen nach Frankfurt folgen?

Das ist meine Intention, Sven dazuzubekommen. Ich hoffe, dass er seine Vertragsmodalitäten mit Ingolstadt zügig lösen kann.

Im ersten Heimspiel geht es gegen Ihren Ex-Klub Ingolstadt - ein passender Termin, um den ersten Heimsieg zu feiern?

Mir ist es lieber, dass wir nicht das letzte und entscheidende Spiel gegen Ingolstadt haben. Ich habe gerne dort gearbeitet und wünsche dem Verein den Klassenerhalt. Aber in diesem Spiel ist es wichtig, dass wir unsere Heimbilanz verbessern. Ingolstadt kann die Punkte für den Klassenerhalt auch noch später holen.

Sie waren letztmals 2003 mit Arminia Bielefeld in der Bundesliga aktiv. Reizt Sie das Oberhaus nochmal?

Doch, das reizt mich schon. Ich fühle mich noch sehr fit, auch wenn ich stramm auf die 60 zugehe (lacht). Doch meine Konzentration gilt in den nächsten eineinhalb Jahren dem FSV.

Ein Niedersachse in Hessen: Haben Sie schon Bekanntschaft mit dem hessischen Nationalgetränk gemacht?

Sie meinen Äppelwoi? Ja, ich habe ihn schon getrunken, auch bei meinen Besuchen bei Tagungen beim Bund Deutscher Fußballlehrer. Ich habe sogar früher den „Blauen Bock“ mit Heinz Schenk gesehen. Mich schüttelt es nicht, wenn ich Äppelwoi in Maßen trinke.

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