284 Offenbacher Sportler und ein Rudi Völler

Offenbach - Weltstars und Offenbacher Amateursportler werden heute Abend im Capitol geehrt. Auf der Sportgala werden 284 Sportlerinnen und Sportler aus 39 Sportvereinen mit der Sportplakette der Stadt Offenbach geehrt.

Ausgezeichnet werden auch die von den Lesern unserer Zeitung gewählte Sportlerin und der Sportler sowie die Mannschaft des Jahres 2008. Die Gewinner werden erst am Abend der Sportlerehrung bekannt gegeben.

Mit dem Ehrenpreis der Stadt Offenbach wird heute Abend Rudi Völler, einer der populärsten deutschen Fußballer („Es gibt nur ein Rudi Völler“), Weltmeister von 1990, Teamchef der Nationalmannschaft und jetzt Sportdirektor bei Bayer Leverkusen, ausgezeichnet. Oberbürgermeister Horst Schneider wird den Preis gemeinsam mit Hermann Nuber, Förderer und Jugendtrainer von Rudi Völler bei Kickers Offenbach, überreichen.

Die Laudatio wird Wolfgang Niersbach, Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes, halten. In einer Talkrunde werden Niersbach und Völler mit Steffi Jones, Präsidentin des Organisationskomitees für die Frauen-WM und Fußball-Weltmeisterin, über die Bedeutung der Frauen-Fußballweltmeisterschaft 2011 in Deutschland sprechen. Die drei Fußballexperten bringen jeweils ein besonderes Geschenk mit. Wolfgang Niersbach ein Trikot mit den Unterschriften der aktuellen Nationalspieler, Rudi Völler und Steffi Jones kommen mit einem ein Shirt von Bayer Leverkusen beziehungsweise der WM 2011 mit den jeweiligen Originalunterschriften.

Die Sammlerstücke werden gegen Höchstgebot versteigert. Der Erlös ist ebenso wie die Einnahmen aus den Eintrittskarten der Sportgala (15 Euro) für die Offenbacher Sportstiftung bestimmt, die Offenbacher Nachwuchssportler fördert. Gebote für die Trikots

können bis 6. April (Fax: 069/85008298; e-mail: red.sport@op-online) bei unserer Zeitung abgegeben werden.

Rudi Völler ist nach Fecht-Olympiasiegerin Cornelia Hanisch der zweite Sportler, der mit dem Ehrenpreis der Stadt Offenbach ausgezeichnet wird. Als 16-Jähriger wechselte Rudi Völler vom TSV 1860 Hanau zu den Offenbacher Kickers. Nach zwei Jahren in der A-Jugend unterschrieb er beim OFC seinen ersten Profivertrag. Nach 74 Zweitligaspielen (23 Tore) wechselte er für eine Ablösesumme von 800 000 Mark zu 1860 München. Seine weiteren Stationen waren Werder Bremen, AS Rom, Olympique Marseille und Bayer Leverkusen. In 90 Länderspielen erzielte Völler 47 Tore.

Herr Völler, wenn Sie auf Ihre Karriere zurückblicken, gibt es Dinge, die Sie anders machen würden?

Eigentlich nur eine Entscheidung. Der Zeitpunkt, kurz nach meinem Rücktritt als Teamchef, zum AS Rom zu gehen, war falsch. Ich hätte nach der EM 2004 eine Auszeit

nehmen müssen. Ich habe es ja dann mit meinem Rücktritt auch schnell korrigiert.

Sie sind seit 2005 Sportdirektor bei Bayer Leverkusen. Wird es den Trainer Rudi Völler wieder geben?

Das kann ich mir im Moment nicht vorstellen. Ich wollte es ja auch nie werden. Jeden Tag auf dem Trainingsplatz stehen muss ich nicht. Du brauchst für diese Geschichte eine totale Passion, du musst es vorleben können. Ich will lieber hinter den Kulissen arbeiten.

Aber eine Aufgabe als Teamchef sieht anders aus.

Als Nationalmannschaftstrainer bist du mehr eine Art Manager. Das hat mir mehr gefallen. Natürlich ist bei den Turnieren dann ein großer Druck.

Wer wird Deutscher Meister?

Mein Tipp ist Bayern München. Weil die es immer noch selbst entscheiden können. Von den anderen ist keiner stabil genug. Letztendlich wird Bayern entscheiden, wer Meister wird, weil sie die qualitativ beste Mannschaft haben.

Sie kommen aus einem kleinen Amateurverein in Hanau. Was sagen Sie dazu, dass die Amateure sonntags Konkurrenz von den Bundesliga-Übertragungen bei Premiere bekommen?

Das ist schwierig. Ich bin ein bisschen parteisch, weil ich für einen Profiverein arbeite und schauen muss, wie man den ganzen Laden bezahlt. Ich kenne auch die Sorgen und Nöte der Amateurvereine. Es ist schwierig, einen Kompromiss zu finden. Eine Ideallösung gibt es nicht.

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